Aufmacherbild

Zeitlupe Altmann

 

Die ewige - selbstverschuldete - Unzufriedenheit

Wofür steht eigentlich Red Bull Salzburg?

Also außer personeller Inkonstanz und verglichen mit der Bundesliga-Konkurrenz nahezu schlaraffenland-ähnlichen finanziellen Möglichkeiten.

Diese Frage lässt sich gar nicht so leicht beantworten.

Wir befinden uns im siebten Jahr nach dem Einstieg des Getränkeimperiums, und irgendwie ist alles wie immer: Der Trainer-Sessel wackelt gehörig, obwohl sogar das Double noch in Reichweite ist; international hat man brav mitgespielt, hinkt aber weiterhin meilenweit dem Konzernziel hinterher; die landesweite Öffentlichkeit blickt spöttisch auf die teilweise lustlosen Darbietungen des Bullen-Star-Ensembles.

Dass Ricardo Moniz als schwächstes Glied in der Kette diese Saison nicht überstehen dürfte, ist absehbar. Wenn bereits Namen potenzieller Nachfolger gehandelt werden (Franco Foda, Walter Kogler,…), ist das selten ein gutes Zeichen.

Auf Defensiv-Apostel Giovanni Trapattoni folgte einst Offensiv-Prediger Co Adriaanse, der wiederum nach einem Jahr vom kontrolliert defensiv denkenden Huub Stevens abgelöst wurde, ehe Moniz – populistisch formuliert – ein Mischmasch dieser Philosophien verkörpern durfte.

Man darf – zum wiederholten Male - gespannt sein, wann die Verantwortlichen in der Mozartstadt (Wer ist das eigentlich außer Didi Mateschitz? Wer sind seine „fachkundigen“ Einflüsterer?) endlich draufkommen, dass ein jährlicher Sinneswandel in punkto strategischer Ausrichtung des Vereins das größere Problem ist als der jeweilige Trainer.

Oder anders gefragt: Wo könnte Red Bull Salzburg in seiner Entwicklung angelangt sein, wenn man ein Konzept einmal drei, vier Jahre durchgezogen hätte?

Ab der kommenden Saison will man offenkundig wieder alles neu machen. „8-8-8“ (acht Legionäre, acht gestandene Österreicher, acht Talente aus den diversen Akademien) soll die neue Zauberformel für den Kader heißen.

Am Papier natürlich sinnvoll, aber erstens bedeutet dies einen erneuten Umbruch, und zweitens ist ob der bisherigen Erfahrungen die Gefahr groß, dass dieses Konzept schon im Sommer 2013 wieder museumsreif ist.

Denn der nur mit einer gehörigen Portion Geduld zu bewältigende Spagat zwischen internationalen Träumen und der Vorgabe, gleichzeitig eigene Talente zu entwickeln, wird auch für die neuen Vereins-Verantwortlichen Peter Vogl und Oliver Glasner kein leichter.

Werden die eigenen Ansprüche und die hohen Erwartungen der Öffentlichkeit nicht in Rekordzeit erfüllt, gehen die Raunzerei und in weiterer Folge der muntere Personalaustausch wieder von vorne los.

Irgendwie steht Red Bull Salzburg also für ewige Unzufriedenheit – von außen, massiv von innen und vor allem selbstverschuldet.

Und das ist schade. Denn es wäre objektiv gesehen begrüßenswert, wenn dieses hohe finanzielle Engagement in den heimischen Fußball für selbigen mehr Rendite abwerfen würde…

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen