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Messi klarer Favorit bei Weltfußballer-Wahl

Cristiano Ronaldo würde in seinem privaten Trophäenschrank so gerne Platz für einen weiteren Pokal schaffen.

Fast alles spricht aber dafür, dass der Portugiese bei der Kür zum Weltfußballer des Jahres 2012 am Montag ausgerechnet wieder seinem Superstar-Kontrahenten Lionel Messi den Vortritt lassen muss.

Die geheime Stimmenauszählung in den heiligen FIFA-Hallen war im Spätherbst schon vor dem imposanten Torrekord mit 91 Jahrestreffern des Argentiniers beendet, unabhängig dieser Meriten ist Messi der Favorit auf seinen vierten Weltfußballer-Titel in Serie.

"Unmöglich" zu schlagen

"Mir tun die Konkurrenten um seinen Thron leid - es ist unmöglich. Dieser Junge ist einzigartig", sagte sein Ex-Coach beim FC Barcelona, Josep Guardiola.

"Ich weiß nicht, was passieren wird, aber ich würde in meinem Haus schon einen Ort für die Trophäe finden", sagte Messi.

An der Genialität der beiden Offensivkünstler gibt es keinen Zweifel - Messi war schon vor seinen 91 Toren sakrosankt.

Ronaldos Status nährt sich auch durch die geschickte Vermarktungsstrategie. Und dennoch führt die andauernde Dominanz von Messi und Ronaldo zu ein wenig Langeweile beim Rennen um den Goldenen Ball - ermöglicht durch den Wahlmodus.

Spanier als Außenseiter

Messi ist seit 2007 jedes Jahr bei der Finalshow am Zürichsee geladen, als Kaka letztmals das Superduo stoppen konnte.

2008-Sieger Ronaldo fehlte seither nur 2010. Schmückendes Beiwerk sind stets wechselweise Mitglieder der spanischen Titeljäger von Fernando Torres, über Xavi bis zu Iniesta.

Letzterer erhielt bereits im August die Trophäe als "bester Fußballer Europas".

Kritik aus Brasilien

Widerstand an der nun zum dritten Mal vom Weltverband und der französischen Zeitung "France Football" ausgerichteten Wahl regt sich vor allem in Brasilien.

Eurozentrismus lautet der Vorwurf aus Südamerika. Auf anderen Kontinenten tätige Spieler - wie Brasiliens Neymar - hätten nie die Chance überhaupt in die Endausscheidung zu gelangen.

Ganz unberechtigt ist die Kritik nicht. Europas Ligen sind in aller Welt im TV zu verfolgen.

Nationaltrainer, Kapitäne und Pressevertreter aller Länder haben gleichberechtigtes Stimmrecht. Messis und Ronaldos Heldentaten sind medial auf dem ganzen Globus zu verfolgen.

Mourinho bleibt zuhause

Ronaldos Club-Trainer Mourinho ist auch ein Gegner der jährlichen Zürich-Show.

Da ihm der Titel als bester Trainer der Welt, der er seinem Selbstverständnis nach ist, zuletzt verwehrt blieb, boykottiert der Portugiese auch am Montag die Veranstaltung.

Offizieller Grund: Die Vorbereitung auf das Cupspiel am Mittwoch gegen Celta Vigo.

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