Elf GAK-"Fans" nach Platzsturm verurteilt

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Weil es im vergangenen Sommer beim Relegationsspiel zwischen GAK und Hartberg zu einem Platzsturm der Grazer Fans gekommen ist, haben sich 15 Fans am Mittwoch im Grazer Straflandesgericht verantworten müssen.

Ihnen wurde Körperverletzung, Sachbeschädigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen.

Großteils bekannten sich die Angeklagten schuldig, elf wurden verurteilt, einer kam mit einer Diversion davon, und gegen drei geht das Verfahren im März weiter.

Aufstiegswahn und alte Rechnung

Der GAK war zum Zeitpunkt des Spiels am 8. Juni 2012 Meister der Regionalliga Mitte gewesen und sollte gegen Zweitligisten Hartberg um den Aufstieg kämpfen.

Dazu kam noch eine alte Rechnung mit dem oststeirischen Club, der nach Meinung vieler 2009 absichtlich verloren hatte, um den Aufstieg der Grazer zu verhindern.

Bei dem emotionsgeladenen Spiel stand es schließlich 3:0 für Hartberg - und da rasteten einige Zuschauer aus und rannten aufs Spielfeld. Sie warfen mit allem, was ihnen in die Hände kam, um sich und zündeten Feuerwerkskörper.

"Wenn sich der Depp entschuldigt..."

Beim Zusammenstoß mit den 150 Polizisten wurden allerdings keine Beamten, wohl aber sieben Fans durch Schlagstöcke und Pfefferspray zum Teil schwer verletzt.

Ein Fotograf erlitt durch einen Knallkörper einen vorrübergehenden Tinnitus, verzichtete aber auf weitere strafrechtliche Verfolgung des Täters:

"Wenn sich der Depp bei mir entschuldigt und 1.500 Euro Schmerzensgeld zahlt, ist alles in Ordnung", schrieb er dem Richter.

Fünf Liter Mischung und 18 Bier

Ganz so glimpflich kamen aber nicht alle 15 Angeklagten davon. "Ein Platzsturm hat mit Sport nichts zu tun, das ist kein Kavaliersdelikt", so Ankläger Florian Farmer.

Die Beschuldigten waren fast alle geständig. Alkohol habe eine Rolle gespielt: "Ich hab' zehn große Mischungen getrunken", schilderte einer der Burschen.

"Das sind ja fünf Liter", rechnete Richter Gernot Patzak etwas erstaunt nach. Ein anderer gab an, 18 Bier getrunken zu haben, worauf der Richter bezweifelte, dass man in diesem Zustand noch viel vom Spiel wahrnehmen könne.

Sturm keine Option

In Anspielung auf das vorläufige Ende des Clubs meinte Patzak zu einem der Angeklagten:

"Und was machen Sie jetzt? Werden Sie zu Sturm wechseln?", was empörten Protest nicht nur bei den Angeklagten, sondern auch bei einigen Zuschauern hervorrief.

Da sich die meisten Randalierer aber einsichtig zeigten, verzichtete der Richter auf ein Abspielen der Videos vom Spiel.

Rote und Gelbe Karten

Der Staatsanwalt forderte in seinem Schlussplädoyer "die Gelbe Karte für die Mitläufer, die Rote Karte für die Wiederholungstäter".

Neun der Angeklagten wurden zu bedingten Strafen von sieben bis 15 Monaten verurteilt, nur zwei müssen von ihren 15 Monaten fünf hinter Gittern verbüßen.

Gegen einige erging auch noch die Weisung, sich die nächsten drei Jahre keinem Fußballspiel auch nur zu nähern. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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