Für Blatter wird es eng

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FIFA-Ethikkommission will Sperre von Sepp Blatter

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Der Sturz von Joseph Blatter vom Thron des Fußball-Weltverbandes könnte schnell Realität werden.

Die Untersuchungskammer der FIFA-Ethikkommission forderte am Mittwoch nach Aussage von Blatter-Berater Klaus Stöhlker eine provisorische Sperre von 90 Tagen für den 79-jährigen Schweizer.

Nun liegt der Ball bei der rechtssprechenden Kammer unter dem Vorsitz des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert.

Folgt das zweite Gremium der Ethikkommission dem Vorschlag, müsste Blatter nach 40 Jahren Funktionärstätigkeit für die FIFA sofort alle Fußball-Aktivitäten einstellen.

Blatter reagiert "ruhig"

Sein ebenfalls skandalumwitterter Vize Issa Hayatou aus Kamerun würde satzungsgemäß vorerst das Amt übernehmen.

Laut Stöhlker reagierte Blatter "ruhig" auf die Nachricht. "Er wird morgen im Büro sein", sagte der Berater der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Blatter sei nicht offiziell von dem Antrag in Kenntnis gesetzt worden, betonte sein US-Anwalt Richard Cullen.

"Wir würden von der Ethikkommission erwarten, dass sie vom Präsidenten und seinen Anwälten hören wollen und die Beweise sorgfältig untersuchen, bevor sie irgendeine Empfehlung für disziplinarische Aktionen abgeben", teilte er mit.

Auch Platini kann gesperrt werden

Wann die rechtssprechende Kammer ihr Urteil fällt, war am Mittwochabend noch unklar. Spätestens soll das allerdings am Freitag der Fall sein.

Bis dahin tagen nämlich die Ethik-Gremien des Weltverbandes in Zürich, was zuvor nur durch eine ungewöhnliche Indiskretion publik geworden war. Das Kommissionsmitglied Abdoulaye Makhtar Diop ließ dies am Mittwoch in der senegalesischen Hauptstadt Dakar veröffentlichen.

Am Freitag könnte auch über das Schicksal von UEFA-Präsident Michel Platini befunden werden, dem wegen der umstrittenen Millionen-Zahlung der FIFA aus dem Jahr 2011 ebenfalls Ungemach droht.

Der Franzose war im Korruptionsskandal um den Weltverband von den Schweizer Behörden als Auskunftsperson vernommen worden.

Strafverfahren wegen "ungetreuer Geschäftsbesorgung"

Der Chef der Europäischen Fußball-Union muss nun erklären, warum er für Dienste zwischen Jänner 1999 und Juni 2002 erst knapp neun Jahre später von Blatter bezahlt wurde.

2011 unterstützten die UEFA-Verbände unter der Führung von Platini den Schweizer im Wahlkampf gegen den Katarer Mohamed bin Hammam.

Platini verteidigte die empfangene Zahlung im Ausmaß von zwei Millionen Franken mehrfach öffentlich. Bei einer Suspendierung wären seine Ambitionen auf das FIFA-Amt hinfällig.

Gegen Blatter hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren unter anderem wegen des Verdachts der "ungetreuen Geschäftsbesorgung" eingeleitet.

Im Kern geht es um die ominöse Zahlung an Platini und TV-Geschäfte mit dem früheren FIFA-Vize Jack Warner, der WM-Rechte für die Karibik für 600.000 Dollar und damit deutlich unter dem Marktwert erhalten haben soll.

Der frühere senegalesische Sportminister Diop betonte zudem, dass das Ethik-Gremium auch den Fall von Chung Mong-joon prüfen will. Der Südkoreaner strebt wie Platini beim Wahl-Kongress am 26. Februar die Nachfolge des scheidenden FIFA-Präsidenten Blatter an.

Blatter: "Eigentlich ist das ungeheuerlich"

Ihm werden Verstöße im Zusammenhang mit Südkoreas gescheiterter Bewerbung für die WM 2022 vorgeworfen. Er war bis 2011 auch Mitglied im FIFA-Exekutivkomitee.

Er wolle "Herrn Blatter wegen Veruntreuung vor Gericht verklagen", sagte der Südkoreaner am Mittwoch in London. "Die FIFA hat sich zu einer korrupten Organisation entwickelt, die den Interessen von einigen wenigen dient", kritisierte er und bezeichnete Blatter als "Heuchler und Lügner".

Der FIFA-Boss selbst ist sich auch weiterhin keiner Schuld bewusst und verteidigte sich mit der gewohnten Strategie. "Die Lage ist nicht erfreulich. Man verurteilt mich vor, ohne Beweise für irgendein Fehlverhalten meinerseits.

Eigentlich ist das ungeheuerlich", sagte er in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe der Zeitschrift "Bunte". Er wolle bis zum außerordentlichen Kongress im Amt bleiben, betonte Blatter. Das könnte nun schnell hinfällig sein.

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