Die Presse-Stimmen zur Blatter-Suspendierung

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Der erwartet große Aufschrei ist nach der provisorischen Suspendierung für FIFA-Präsident Joseph Blatter und UEFA-Boss Michel Platini durch den Blätterwald gegangen.

 

SCHWEIZ:

"Tages-Anzeiger": "Auf FIFA-Chef Joseph Blatter darf jetzt auch ein staubtrockener Funktionär folgen. Hauptsache: integer" "Die Zeit der Bruderküsse ist vorbei" "Auch in der Schweiz war die Kritik am selbstherrlichen Gehabe Blatters stärker als der patriotische Stolz, einen Landsmann auf Augenhöhe mit Papst, UNO-Generalsekretär und Wladimir Putin zu wissen. ... Ob am Ende strafrechtlich etwas an Blatter hängen bleibt, ist dabei weniger wichtig, als dass der Weltfußballverband die Lehren aus diesem Fall zieht: Korruption, Günstlingswirtschaft und Personenkult sind 2015 in demokratischen Ländern unzeitgemäß geworden - das gilt auch für einen Sportverband mit weltweiter Ausstrahlung."

"Neue Zürcher Zeitung": "Der Kollaps der FIFA" "Die Spitze des Weltfußballs ist weggespült, weggespült an nur einem Tag, wenn auch mit Ansage. ... Die FIFA-Strukturen sind so morsch, dass sie missbraucht werden können. Mit den jüngsten Sperren ist das System kollabiert. Ob ein Neuaufbau möglich ist, hängt stark damit zusammen, ob die längst lancierten Reformen durchgesetzt werden können."

"Blick": "Platini & Blatter am Ende vereint ... Gemeinsam in den Abgrund" "Wie grotesk die Situation mittlerweile ist, zeigt die Forderung von Platini, der nun seinerseits eine Untersuchung gegen die Ethikkommission der FIFA will."

FRANKREICH:

"L'Est republicain": "Auf seinem Kurs zur Präsidentschaft hat Michel Platini schnell (leichtsinnig?) seine Karten auf den Tisch gelegt, sich präsentierend wie ein weißer Ritter, der dem System den Hals umdreht."

"Le Journal de la Haute-Marne": "Er (Platini) wird vielleicht - in den Augen der Franzosen - der größte französische Fußballer aller Zeiten bleiben. Aber er riskiert auch, den Verfall des Weltfußballs zu symbolisieren. Seine Instanzen in jedem Fall."

"L'Alsace": "Das grundlegende Recht der Verteidigung wurde mit den Füßen getreten und Michel Platini übel von hinten gefoult. Wird ihm jemand wieder aufhelfen?"

"La Charente libre": "Zu anderen Zeiten hätte eine Entscheidung der Ethikkommission der FIFA kaum mehr als ein Lächeln bewirkt. Die Suspension von Sepp Blatter und Michel Platini für 90 Tage hat große Wellen geschlagen. Es wird nicht mehr gescherzt."

"Les Dernieres Nouvelles d'Alsace": "Niemand kann auf Schutz hoffen vor der gewaltigen Welle, die den internationalen Fußball überspült. Michel Platini macht diese bittere Erfahrung. Bis vor wenigen Tagen galt er als weißer Ritter, der sich sicher sein konnte, an die Spitze der FIFA zu gelangen. Seit gestern ist das weniger sicher. (...) Der offensive Mittelfeldspieler ist zur Verteidigung gezwungen."

ITALIEN:

"La Gazzetta dello Sport": "Stop für Blatter und Platini. Bricht jetzt das Chaos bei der FIFA aus? Der Fußball bleibt ohne Kopf, aber es ist nicht gesagt, dass das etwas Schlechtes ist. Besser spät als nie, das ist der beliebteste Kommentar."

"Corriere dello Sport": "Blatter und Platini gesperrt. Wird jetzt eine deutsche Achse geboren? Unter den Kandidaten sticht Niersbach hervor."

"Tuttosport": "Der FIFA-Skandal überrollt Platini. Die Ethikkommission der FIFA vergibt nicht. Nun steht Platinis Kandidatur für die Nachfolge von Blatter ernsthaft infrage. König Michel sollte den neuen sauberen Weg repräsentieren und die Ära des Schweizers ein für alle Mal beenden. Stattdessen stehen nun beide auf einer Stufe."

"La Stampa": "Erdbeben im Fußball. Platini wird Korruption vorgeworfen, seine Kandidatur ist nun unmöglich."

GROSSBRITANNIEN:

"Daily Mail": "Der Weltfußball versinkt in der Krise und das FIFA-Gebäude bricht zusammen"

"Sun": "Die Marke FIFA ist so faul, dass die ganze Organisation verboten werden sollte."

"Guardian": "Blatters Herrschaft mag in sich zusammenfallen, aber die FIFA kann sich nicht erneuern. Druck von Schweizer und US-Ermittlern könnte die einzige Chance für eine unabhängige Reform des Fußball-Dachverbands sein."

"Times": "Mentor und Protege sind in Demütigung vereint"

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