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Äquatorialguinea springt als Afrika-Cup-Gastgeber ein

Das eigentlich vom Afrika-Cup 2015 ausgeschlossene Äquatorialguinea ist neuer Ausrichter.

Der Wettbewerb werde vom 17. Jänner bis 8. Februar in dem zentralafrikanischen Land stattfinden, teilte der afrikanische Verband (CAF) mit.

Drei Tage zuvor war der ursprüngliche Gastgeber Marokko vom Afrika-Cup ausgeschlossen worden. Laut CAF hätten "ein paar" Länder Interesse an der Ausrichtung gezeigt.

Äquatorialguinea war 2012 Co-Gastgeber

Die Wahl des neuen Gastgeberlandes fiel nach einem Treffen zwischen dem afrikanischen Verbandschef Issa Hayatou und dem umstrittenen Präsidenten von Äquatorialguinea, Teodoro Obiang Nguema.

"Nach brüderlichen und fruchtbaren Gesprächen hat Präsident Teodoro Obiang zugestimmt, dass sein Land das Turnier ausrichten wird", hieß es in einer CAF-Mitteilung.

2012 war Äquatorialguinea gemeinsam mit Gabun Gastgeber der Kontinentalmeisterschaften. Spielorte sind die Hauptstadt Malabo, Bata, Mongomo und Ebebiyin.

Kritik an Regierungsführung

International dürfte die Wahl Kritik hervorrufen, weil in dem kleinen Land in Zentralafrika eine Diktatur herrscht. Obiang gilt als einer der brutalsten und korruptesten Diktatoren in Afrika.

Er kam 1979 durch einen Militärputsch an die Macht. Amnesty International hält dem Regime willkürliche Festnahmen von Oppositionellen, Scheinprozesse und Folter vor.

Im vergangenen Jahr sah sich die Nationalmannschaft Spaniens harter Kritik ausgesetzt, weil sie zu einem Testspiel in Äquatorialguinea antrat.

Ausschluss aufgehoben

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch betonte damals: "Unter Obiang herrschen in Äquatorialguinea Korruption, Armut und Unterdrückung."

Dabei ist das Land dank seiner Erdölvorkommen eines der reichsten in Afrika. Der Reichtum kommt aber nur einem kleinen Teil der 1,6 Millionen Bewohner zugute.

Äquatorialguinea war im Juli für das Turnier gesperrt worden, weil die Nationalmannschaft in der ersten Play-off-Runde zur Qualifikation einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hatte. Dafür war Mauretanien nachgerückt.

Die Mannschaft von Äquatorialguinea wird nun aber als Vertreter der Gastgebernation doch teilnehmen.

Marokko drängte auf Verlegung

Marokko war vom Afrika-Cup verbannt worden, weil es wegen der Ebola-Epidemie in einigen afrikanischen Ländern auf eine Verlegung des Turniers um ein Jahr gedrängt hatte. Dies kam für den afrikanischen Verband aber nicht infrage.

"Würden wir die Veranstaltung nach hinten verschieben, wäre das tödlich für den afrikanischen Fußball", hatte Hayatou in einem Fernsehinterview gesagt. Nach Schätzungen sollen bereits mehr als 5.000 Menschen hauptsächlich in Sierra Leone, Liberia und Guinea an den Folgen der Virus-Infektion gestorben sein.

Insgesamt 16 Mannschaften sind für das kontinentale Turnier qualifiziert, die in vier Gruppen gegeneinander antreten. Der jeweils Gruppenerste und -zweite zieht ins Viertelfinale ein. Die Gruppen-Auslosung findet am 3. Dezember in Malabo statt.

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