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22 Fans sterben bei Spitzenspiel in Ägypten

Am Rande des ägyptischen Erstliga-Spitzenspiels zwischen Tabellenführer Zamalek und Verfolger ENPPI ereignet sich eine Tragödie.

Infolge von Zusammenstößen zwischen Zamalek-Fans und der Polizei finden laut Staatsanwaltschaft 22 Menschen ihren Tod. "Sie starben durch Ersticken oder weil sie tot getrampelt wurden", wird ein Krankenhaus-Sprecher aus Kairo zitiert.

Zudem sollen sich 25 Menschen bei den Auseinandersetzungen verletzt haben. Die ägyptischen Behörden wollten die Toten noch nicht bestätigen.

Zusammenstöße zwischen Ultras und Polizei

Im Vorfeld der Partie zwischen Zamalek und ENPPI versuchten Mitglieder der White Knights Ultras ins Stadion zu gelangen, obwohl der Gruppe seit 2012 ein Stadionverbot auferliegt.

Daraufhin versuchte die Polizei die Fan-Gruppierungen Zamaleks von diesem Vorhaben abzuhalten. Dabei wurde Tränengas eingesetzt, was eine Massenpanik ausgelöst haben dürfte.

"Die Zamalek-Fans versuchten mit Gewalt ins Stadion einzudringen. Wir haben versucht, sie davon abzuhalten, staatliches Eigentum zu beschädigen", erklärt ein Sprecher des zuständigen ägyptischen Ministeriums.

Zamalek-Profi verweigert Spiel

Die Partie im Stadion des 30. Junis, das der ägyptischen Luftwaffe gehört, wurde nur Stunden nach der Tragödie trotzdem ausgetragen.

Nur Zamalek-Außenverteidiger Omar Gaber weigerte sich aufgrund der Vorfälle am Spiel teilzunehmen.

Die Ausschreitungen erinnern in tragischer Weise an den 1. Februar 2012, als im Stadion von Port Said 70 Al-Ahly-Fans ums Leben kamen, weil Al-Masry-Fans völlig ungehindert von der Polizei mit unterschiedlichen Waffen auf ihre Erzrivalen losgehen konnten.

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