Es kann nur zwei geben

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Es ist die letzte Woche der Entscheidung in dieser Saison.

Nach der Meisterschaft ist vor der Relegation - vier Teams kämpfen ab Montag um zwei Tickets für die kommende Saison in der Ersten Liga.

Im LIVE-Ticker unseres Kooperationspartners fanreport.com könnt ihr die heutigen Hinspiele hautnah mitverfolgen.

Im Duell der Regionalliga-Meister kämpfen der FC Liefering (West) und der LASK (Mitte) ab 19 Uhr in der Red-Bull-Arena (Rückspiel am Donnerstag in Linz) um den Aufstieg in die zweithöchste Liga.

Hier geht's zum LIVE-Ticker: http://www.regionalliga.at/spezialticker/relegation/rlw/2735/spielverlauf/

Regionalliga-Ost-Champion Parndorf trifft ab 19:30 Uhr im Heidebodenstadion (Rückspiel am Freitag in Linz) auf den Neunten der Ersten Liga, den FC Blau-Weiß Linz.

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LAOLA1 wirft einen Blick auf die brisanten Duelle, in denen es für die Klubs um die Zukunft geht.



FC LIEFERING vs. LASK

Hinspiel, Montag, 19 Uhr, Red-Bull-Arena
, SR Ouschan

Die Ausgangslage

Auf der einen Seite steht der Meister der Regionalliga West, auf der anderen jener der Regionalliga Mitte. Liefering, zugleich ein Salzburger Stadtteil, ist das Farmteam von Red Bull Salzburg, das versucht, ein Team in die Erste Liga zu befördern. 2010 hat sich die Liga bekanntlich dazu entschieden, keine Amateurteams mehr in der zweithöchsten Spielklasse zu erlauben. So heißt der USK Anif seit 2012 FC Liefering, trägt Red-Bull-Dressen und spielt in der Red-Bull-Arena. Dass die Salzburger ob dieser offensichtlichen Nähe trotzdem die Lizenz für die Erste Liga bekamen, stört vor allem den gegnerischen Coach Karl Daxbacher (Hier zur Story).

Im Duell mit dem schärfsten Konkurrenten Austria Salzburg, das keine Lizenz erhielt, setzten sich die Lieferinger vorzeitig durch und sicherten sich den Titel. Darauf musste der LASK im Duell mit Pasching bis zum Schluss warten. Der Sensations-ÖFB-Cup-Sieger lag zur Winterpause noch vier Punkten vor den Linzern, die sich im Frühjahr aber weniger Patzer leisteten und nach einem 7:1 bei Absteiger DSV Leoben vergangenen Freitag den ersten Platz fixierten. Im Winter spielten die Teams bereits ein Testspiel gegeneinander, das der LASK 4:2 gewann. "Das sagt nichts aus, da haben sie genauso durchgemischt wie wir", erklärt Kapitän Mario Hieblinger. Die Lieferinger haben zu hause noch kein Spiel verloren (12 Siege, drei Remis), der LASK hat auswärts acht seiner 15 Partien gewonnen, zwei Mal verloren und fünf Mal unentschieden gespielt. Während sich die Salzburger ausrasten konnten, waren die Linzer gezwungen, die Spannung zu halten.

Die Stars

Bei Liefering sind naturgemäß einige Talente am Werk, wie etwa der 20-jährige Sohn des Ex-Salzburg-Kickers Leo, Stefan Lainer. Dazu kommen arrivierte Spieler, die dem jungen Team zum Aufstieg verhelfen sollen, allen voran Abwehrchef Rene Aufhauser - dem Ex-ÖFB-Teamspieler und EURO-Teilnehmer von 2008. Der 36-Jährige spielte pikanterweise bis 2012 für den LASK. Weiters kennt man aus der Bundesliga Spieler wie Andreas Schrott, Mario Konrad, Wolfgang Mair, Andreas Bammer oder auch Florian Metz, der allerdings (wieder) Verletzungspech hatte und nur eine Halbzeit in der gesamten Saison absolvieren konnte. Mit 16 Treffern ist der ehemalige bosnische U21-Teamspieler Josip Coric der torgefährlichste Offensivspieler.

Auch beim LASK sind einige namhafte Spieler am Werk: Etwa der langjährige Griechenland-Legionär Mario Hieblinger, der wie die meisten Spieler 2012 zu den Linzern stieß. Georg Harding und Fabiano sind Rapid- und Wacker-Fans ebenso ein Begriff wie Austria-Anhängern Radovan Vujanovic. Der Stürmer spielte früher bereits unter Trainer Karl Daxbacher für die Austria Amateure, sein Lehrmeister holte ihn nach Jahren in Deutschland zum LASK - der dankte es mit unglaublichen 32 Treffern in 30 Spielen. Wolfgang Klapf verließ Wiener Neustadt als Kapitän um zu seinem Herzensklub zurückzukehren. Von der Admira kehrte im Winter Benjamin Freudenthaler zurück, da kam auch Marko Babic. Der 32-Jährige spielte in Spanien und Deutschland und stand 2002 für Leverkusen eine Minute beim CL-Finale gegen Real (1:2) auf dem Feld.

Die Trainer

Peter Zeidler, der Trainer des FC Liefering, ist in Österreich ein nahezu unbeschriebenes Blatt. Der 50-Jährige war vor seinem Engagement an der Salzach ein Jahr beim FC Tours in Frankreich tätig. Davor war Zeidler, und das ist der Grund für sein Engagement in Salzburg, drei Jahre lang der Co-Trainer des heutigen RBS- und Leipzig-Sportdirektors Ralf Rangnick bei Hoffenheim.

Karl Daxbacher ist jedem Fuballinteressierten in Österreich ein Begriff. Als Spieler eine Austria-Ikone trainierte er auch später deren Amateure, um in der Folge in seiner ersten Ära dem LASK zum Aufstieg in die Bundesliga zu verhelfen. Nach einer Saison im Oberhaus wurde der heute 60-Jährige für dreieinhalb Jahre Chefcoach der "Veilchen". Nach seiner Entlassung im Dezember 2011, folgte im Sommer 2012 die Rückkehr zum LASK, der nach dem Lizenzentzug Regionalligist war.

SC/ESV PARNDORF vs. FC BLAU-WEISS LINZ

Hinspiel, Montag, 19:30, Heidebodenstadion, SR Grobelnik

Die Ausgangslage

Die Burgenländer kämpfen gegen den "Relegations"-Fluch an. Drei Mal versuchten die Parndorfer über den Zusatzweg Playoffs aufzusteigen, drei Mal konnten sie die Hürde nicht nehmen. 2003, 2010 und 2011 war jeweils Endstation. Im vierten Versuch soll es nun mit der Rückkehr in die Erste Liga gelingen. 2007/08 stiegen die Parndorfer aus dieser ab. Vergangenen Mittwoch krönte man sich in der Regionalliga Ost zum Meister, ließ dabei am Ende die Amateure der Wiener Austria hinter sich. In Runde 28 mussten sich die "Jungveilchen" im direkten Duell nach 2:0-Führung noch mit 2:3 geschlagen geben.

Weitaus öfter musste sich der FC Blau-Weiß Linz in dieser Saison geschlagen geben. Die Oberösterreicher verloren 20 ihrer 36 Spiele in der Ersten Liga und wären eigentlich fix abgestiegen. Dank der Finanzprobleme des FC Lustenau, das somit von Haus aus den Gang in die Drittklassigkeit antreten musste, dürfen die Stahlstädter wie der Lokalrivale LASK nun Relegation spielen. Da haben sie gegenüber Parndorf mental einen Vorteil, stiegen sie doch vor zwei Jahren auf diesem Wege auf. Im Duell mit Wattens konnte aber erst im Elferschießen der Aufstieg in die Erste Liga vollzogen werden. Egal, wie die Relegation ausgeht, eines ist fix: Sportchef, Ex-Spieler und Vereins-Legende Gerald Perzy zieht sich nach 13 Jahren als Sportchef zurück.

Die Stars

Ein Name, der unweigerlich im Zusammenhang mit Parndorf fällt, ist jener von Jailson. Der Brasilianer ist seit sechs Jahren bei den Burgenländern, doch nach der Relegation ist für ihn Schluss. Zumindest im Heidebodenstadion. Denn der 28-Jährige wechselt zur Austria aus Lustenau in die Erste Liga. Der Angreifer erzielte zwölf Treffer, sein Sturmpartner um fünf mehr: der Slowake Thomas Horvath. Sieben Tore, und damit die meisten, legte der rechte Mittelfeldspieler Michael Koller auf, der auch auf die meiste Spielzeit kam. Nur drei Profis haben die Parndorfer im Kader, der Rest geht am Montag noch arbeiten.

Bei einer Mannschaft, die sich die meiste Zeit auf dem letzten Platz befand, ist es naturgemäß schwieriger, Stars dieser Saison auszumachen. Doch mit Goalie David Wimleitner und Tino Wawra gibt es etwa zwei Routiniers, die sich zudem verabschieden werden. Der Keeper, der im Hinspiel wegen einer Wirbelverletzung ziemlich sicher ausfällt, geht in Fußball-Pension, der Kapitän wechselt nach einem tristen Frühjahr unter Trainer Edi Stöhr zu seinem Jugendverein Donau Linz. David Poljanec war vergangene Saison EL-Torschützenkönig, Wolfgang Bubenik und Ulrich Winkler haben Bundesliga-Erfahrung.

Die Trainer

Paul Hafner ist seit September 2011 Cheftrainer der Burgenländer, war allerdings in seiner Trainer-Karriere noch nie woanders. Drei Mal war der heute 36-Jährige "Co" - unter Kurt Garger, Andreas Heraf und Hans Dihanich. Zwei Mal sprang er als Interims-Coach ein und einmal war er Spielertrainer der Amateure. Für Hafner ist es die erste Relegation.

Edi Stöhr ist vor allem den Vorarlbergern ein Begriff. Mit seinem Herzensklub Austria Lustenau hat der Weltenbummler in der Bundesliga agiert und kam immer wieder zurück. 2011 landete er mit dem Ländle-Klub sogar im Cup-Finale (0:2 gegen Ried). Nach einem Kurzzeit-Engagement in Altach trat Stöhr die Nachfolge des entlassenen Thomas Weissenböck bei BW Linz an. An die Fans richtete der Deutsche zuletzt einen offenen Brief, um sie auf die Relegation einzustimmen.

 

Bernhard Kastler

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