"Wir haben abgesehen von Salzburg alle Ziele erreicht"

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Linz - Dieses Mal war es nicht von Nöten, dass sich Ralf Rangnick mit Trainer Peter Zeidler in der Halbzeit austauschen musste. So wie im Hinspiel der Relegation um den Aufstieg in die Erste Liga.

Der FC Liefering führte im Rückspiel auswärts beim LASK zur Pause 2:0. Nach dem Sieg in Salzburg, der in dieser Höhe ausfiel, benötigten die Linzer in den zweiten 45 Minuten fünf Tore. Also so ziemlich das größte Comeback in der Geschichte des österreichischen Fußballs.

Nach dem 3:0 kurz nach der Pause war dieses auch vom Tisch, der Sportdirektor von Red Bull Salzburg und RB Leipzig konnte entspannt zusehen, wie der FC Liefering den Aufstieg fixierte.

Entspannter Rangnick

So relaxt war der 54-Jährige dieser Tage nicht immer bei Playoff-Spielen. Leipzig musste für den Aufstieg in die dritte deutsche Liga bei den Sportfreunden Lotte in die Verlängerung, nachdem man in Minute 94 noch ein Tor kassierte. Das steinerne Entsetzen gab es in Linz nicht.

"Einfach war es natürlich nicht. Wir haben den Grundstein aber schon im Hinspiel gelegt, wo wir ähnlich couragiert gespielt haben und extrem aggressiv gegen den Ball waren. Die zwei Tore waren die Basis für den Aufstieg. Heute haben wir in der ersten Hälfte nahtlos fortgesetzt, früh attackiert, den Gegner zu Fehler gezwungen und zwei fantastische Tore gemacht",  analysierte der Deutsche, der sich nach einem Spiel ungewohnt in der Mixed Zone einem kurzen Interview stellte

Vielleicht hatte dies auch mit der Erleichterung zu tun. Schließlich endete die Saison nun doch mehr als nur versöhnlich. Mit Leipzig gelang der so wichtige Aufstieg in den deutschen Profifußball. 

Mit Liefering hat Salzburg nach drei Jahren wieder ein Team in der Ersten Liga. Einzig Salzburg, das im Europacup früh flog, die Meisterschaft sowie den Cupsieg verpasste, sticht nicht positiv heraus, wenngleich der RBS-Punkte- und Torrekord gebrochen wurde. Aber es zählen eben Titel.

Nur in Salzburg Ziele nicht erreicht

"Wir haben abgesehen von Salzburg alle Ziele erreicht, teilweise sogar übertroffen. Mit Leipzig sind wir ohne eine einzige Niederlage aufgestiegen, sollte Babelsberg eine Drittliga-Lizenz beantragen, steigen zudem auch die Amateure auf", spricht Rangnick die Lizenz-Verweigerung für die Kickers Offenbach an, die Eigentlich-Absteiger Babelsberg zum Klassenerhalt nutzen kann. Darmstadt , einen Platz vor Babelsberg, hätte hier allerdings das Vorrecht. 

Was Rangnick mit Liefering vorhat, liegt auf der Hand. 

"Wir haben nun eine Mannschaft in der zweiten Liga, die bei uns trainiert. Wir werden weiterhin verstärkt auf junge Spieler setzen und haben nun auch die Möglichkeit, Spielern, die bei uns weniger zum Zug kommen, Spielpraxis zu geben", so der Sportchef.

Was passiert mit Pasching?

Und was passiert mit dem ÖFB-Cup-Sieger Pasching, dem Plan B für eine Mannschaft in der Ersten Liga? Rangnick gibt sich diplomatisch, ist ja Red Bull eigentlich nur Sponsor. Eigentlich.

"Pasching wird weiterhin ein eigenständiger Verein bleiben, der natürlich von Red Bull unterstützt wird. Wir werden gemeinsam mit den Paschinger sprechen, wie die Mannschaft aufgestellt sein wird. Die Entscheidung liegt letztlich natürlich dort."

Ebenso soll das Sensationsteam, das am Samstag dank des oberösterreichischen Fußball-Verbandes als Titelverteidiger Cup-Quali spielen muss (!), weiter von Gerald Baumgartner angeführt werden. Die Trainer-Frage war nie eine, laut Rangnick.

"Gerald Baumgartner weiß, dass dort weiter mit ihm geplant wird und er Trainer bleiben soll."

Schmidt-Theater sollte vorbei sein

Was Roger Schmidt, Trainer von Red Bull Salzburg, betrifft, sollten die Tag für Tag aufkommenden Gerüchte auch ein Ende gefunden haben. Der 1. FC Köln wollte den 46-Jährigen unbedingt, führte auch Gespräche, verhandelte aber nicht. Dazu kam es nicht, denn zum einen wollte der Deutsche nicht wechseln, zum anderen wollte man ihn offensichtlich auch nicht gehen lassen.

So könnte Kontinuität nach dieser Saison tatsächlich auch in Salzburg einhalten. Das gilt wohl nicht für die Tormann-Position beim Vizemeister. Denn auf dieser hat man sich nun verstärkt.

Am Freitagvormittag gab man den ersten Neuzugang nach Saisonende bekannt: Goalie Peter Gulacsi kommt vom FC Liverpool. Der 23-jährige Ungar unterschreibt dabei für vier Jahre.

Konkurrenz für Walke und Gustafsson

Der Keeper absolvierte bereits im Frühjahr ein Probetraining in Salzburg und ist nun die neue Konkurrenz für Alexander Walke sowie Eddie Gustafsson, der Ende des Frühjahrs Nr. 1 wurde. "Ich möchte den Kampf um die Nummer 1 aufnehmen", so der 1,92 m große Gulasci.

Für Rangnick ist der Neuzugang ein Spieler mit großem Potential und "eine weitere qualitative Verbesserung".

Mit der man kommende Saison auch in Salzburg alle Ziele erreichen will.

 

Bernhard Kastler

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