Shooting-Star Onisiwo: "Das ist ein Riesen-Aufstieg"

Aufmacherbild

Im Fußball geht es manchmal schnell. Vor vier Monaten spielte Karim Onisiwo mit Austria Salzburg noch in der Regionalliga.

Nun gilt er bei Mattersburg als der Shooting-Star schlechthin und wurde von Werner Gregoritsch ins U21-Nationalteam berufen.

„Das ist ein Riesen-Aufstieg. Den hätte ich mir so nicht erträumt“, erzählt der 22-jähriger Wiener im Gespräch mit LAOLA1. „Vor ein paar Jahren war ich noch in der vierten Liga bei Straßwalchen. Es ist ziemlich schnell gegangen. Aber ich bin sehr froh darüber. Jetzt will ich dem U21-Nationalteam helfen.“

„Manchmal geht es eben über Umwege“

Im Gegensatz zu vielen anderen seiner ÖFB-U21-Kollegen absolvierte der Außenstürmer keine der hochgelobten Nachwuchs-Akademien. Stattdessen kämpfte sich der Sohn einer Wienerin und eines Nigerianers vom Amateur-Fußball nach oben.

„Ich habe immer daran geglaubt, dass ich es schaffen werde“, gibt Onisiwo zu Protokoll. Als Nachteil empfindet er den Werdegang ohne Akademie nicht: „Schließlich ist mir schlussendlich auch der Sprung in den Profifußball gelungen. Manchmal geht es eben über Umwege.“

Der pfeilschnelle Flügelflitzer hat in seiner jungen Karriere schon viele Vereinswechsel hinter sich. Alleine im Nachwuchs spielte er für sieben unterschiedliche Wiener Klubs, darunter auch die Austria und Rapid. „Es hat hier und da einfach nicht zusammengepasst, ob das jetzt mit dem Trainer war oder ob ich einfach nicht gespielt habe. Das gab es verschiedene Gründe“, erklärt Onisiwo seine schnelllebige Vita.

Wegen Grödig nach Salzburg

Sein fußballerisches Glück hat der Linksaußen letztendlich in Salzburg gefunden. Von der Vienna wechselte er im Sommer 2011 zum TSV Neumarkt in die Regionalliga West. Eigentlich lotste ihn aber der damalige Erste-Liga-Klub Grödig in das Bundesland an der Salzach.

„Ich hatte dort ein Probetraining, als Heimo Pfeifenberger noch Trainer war. Dann hat es geheißen, dass ich in der Nähe bleiben soll, damit sie mich im Auge behalten können“, begründet Onisiwo sein Engagement bei Neumarkt, das er nach einem halben Jahr in Richtung Straßwalchen verließ.

Zu einem Profi-Vertrag bei Grödig reichte es jedoch nie. Nachdem Pfeifenberger dort entlassen wurde, verlor sich der Kontakt zum mittlerweile in der Bundesliga aufspielenden „Dorf-Klub“. „Manchmal kommt es eben anders, als man sich das vorstellt“, weiß die derzeitige Mattersburger Nummer zwölf nur allzu gut. 

Austria Salzburg wird zum Sprungbrett

Statt Grödig wurde mit Austria Salzburg ein anderer prominenter Klub auf ihn aufmerksam. Nach einem starken Frühjahr in Straßwalchen zog es Onisiwo zum violetten Traditionsverein. Dort spielte er in den letzten beiden Jahren groß auf und zog damit das Interesse vieler Scouts auf sich.

„Wir sind einmal Zweiter geworden und einmal erst in der Relegation am Aufstieg gescheitert. In diesem Fall werden die Vereine oben natürlich hellhörig.“ Aufgrund seiner starken Leistungen konnte Onisiwo zwischen einigen Offerten wählen. Letztlich entschied er sich für Mattersburg.

„Ich hatte auch Angebote aus der Bundesliga, aber ich wollte es ‚Step by Step‘ angehen und versuche mich nun erst einmal in der Ersten Liga durchzusetzen. Dort will ich konstant meine Leistungen bringen.“

In Mattersburg läuft es gut

Das gelingt dem 1,88 Meter großen Außenspieler momentan sehr gut. Zwei Tore und fünf Vorlagen verbuchte er bereits in dieser Saison. Damit trug er erheblich zum guten Saisonstart seiner Mattersburger bei, die derzeit in der Ersten Liga Platz zwei belegen.

Onisiwo berichtet nur das Beste aus dem Burgenland: „Mir gefällt es hier super. Ich bin vom ersten Tag sehr gut aufgenommen worden. Auf diese Weise tut man sich leichter, solche Leistungen abzurufen.“

Sein Vertrag in Mattersburg läuft noch bis Ende der Saison. Aufgrund seiner derzeitigen Leistungen darf aber davon ausgegangen werden, dass die Burgenländer die vereinsseitige Option in Onisiwos Vertrag ziehen.

Gregoritsch-Anruf war „ziemlich überraschend“

Nun steht aber sowieso einmal die U21-Nationalmannschaft im Vordergrund. Nach nur acht Spielen im Profi-Fußball kam der Anruf von Teamchef Werner Gregoritsch. „Das war ziemlich überraschend. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Es ist doch recht schnell gegangen“, sagt der Wiener.

Am Freitag gegen Bosnien und Herzegowina sowie am Dienstag gegen Spanien soll die Qualifikation für die U21-EM-Playoffs geschafft werden. Dazu braucht es mindestens vier Punkte aus den beiden letzten Spielen. Nur so gehört man zu den vier besten Gruppen-Zweiten, die sich neben den zehn Siegern für die Playoffs qualifizieren.

Onisiwo könnte beim Spiel gegen die Bosnier in St. Pölten (20:30 Uhr) sein ÖFB-Debüt feiern. „Ich hoffe, dass ich dabei bin. Aber natürlich ist es die Entscheidung des Trainers“, meint der 22-Jährige.

Ein Einsatz wäre der nächste Schritt auf der Karriere-Leiter. Der Aufstieg fände eine Fortsetzung.

 

Jakob Faber

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen