"Ein großes Ausrufezeichen!"

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"Brutale Qualität in der Offensive"

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„Das war ein großes Ausrufezeichen an alle anderen in dieser Gruppe“, grinst Michael Gregoritsch.

7:0 gegen Aserbaidschan (Spielbericht)! So hoch wie die ÖFB-U21 hat in der laufenden EM-Qualifikation noch keine Mannschaft gewonnen.

Davon war zur Pause überhaupt nicht auszugehen. Denn die Mannschaft von Teamchef Werner Gregoritsch tat sich gegen die kompakt stehenden Aseri schwer.

„Es war sehr schwierig. Sie haben mit einer Fünferkette und einer Viererkette davor verteidigt und wir haben es oft zu kompliziert gemacht“, so Gregoritsch junior. Sein Vater ergänzt: „Aber wir sind geduldig geblieben und haben sie müde gespielt.“

"Das war der Dosenöffner"

Erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durften die 850 in St. Pölten anwesenden Fans erstmals jubeln. Ein Schuss von Florian Grillitsch versprang sich und fand so glücklich den Weg ins Tor. „Das war der Dosenöffner“, sagt der Werder-Legionär.

Wirklich Bedenken hätten sie aber sowieso nie gehabt, meint Philipp Lienhart: „Wir haben gewusst, dass sich Chancen ergeben, wenn wir konzentriert weiterspielen.“

Michael Gregoritsch: „Mit dem Elfmeter zum 2:0 in der 49. Minute hat die Sache dann ihren Lauf genommen. Aserbaidschan musste aufmachen und man hat gesehen, welch brutale Qualität wir in der Offensive haben.“

"Burschen entwickeln eine unglaubliche Freude"

Fortan lief das Spiel der ÖFB-Youngster wie am Schnürchen. Die Bälle wurden früh erobert (Gregoritsch junior: „Da waren teilweise bis zu acht Spieler im Gegenpressing.“), die Kombinationen wurden flüssig vorgetragen und die Chancen verwertet.

„Wir haben genau das gespielt, was wir wollten. Die Burschen entwickeln eine unglaubliche Freude. Die Kreativität dieser Truppe ist riesig“, stellt der Teamchef zufrieden fest. Und noch etwas hat ihm besonders gut gefallen: „Ich finde es super, dass die Mannschaft nach 3:0 nicht aufgehört, sondern weitergespielt hat.“

Sein Sohn erklärt, warum: „Der Trainer von außen und unser Kapitän Dominik Wydra am Feld haben uns so gepusht, dass da kein Schlendrian reinkommen konnte.“

"Bescheiden bleiben!"

Letztendlich gaben die Österreicher 26 Torschüsse ab, die Gäste hingegen nur fünf, wovon kein einziger aufs Tor ging. „Die ganze Mannschaft hat sehr gut verteidigt“, freut sich Innenverteidiger Lienhart.

Der Coach strahlt: „Wir haben bestätigt, dass wir eine wirklich gute Mannschaft sind. Aber wir müssen bescheiden bleiben.“ Aktuell liegt der ÖFB mit drei Siegen aus drei Spielen auf dem ersten Platz der Tabelle, dahinter Deutschland, das in zwei Spielen sechs Zähler gesammelt hat.

Am 13. November empfangen die Österreicher in der Generali-Arena Finnland, am 17. November kommt es dann in Fürth zum ersten Showdown mit den Deutschen.

Bald im A-Team?

Ob da Michael Gregoritsch noch in der U21 oder schon im A-Team ist, ist ungewiss. Der Youngster stand diesmal schon auf Marcel Kollers Abrufliste. Mit seinem Dreierpack gegen Aserbaidschan empfahl sich der HSV-Legionär einmal mehr für höhere Aufgaben.

Sechs Treffer hat der Angreifer in der U21-EM-Quali mittlerweile erzielt. „Drei Tore in einem Spiel sind mir bisher noch nie gelungen“, jubelt der 21-Jährige.

„Ich hoffe, er steht mir noch länger zur Verfügung“, so der Trainer. Gregoritsch weiter: „Er spielt im Verein auf der Außenbahn, was nicht seine Ideal-Position ist. Für mich ist er ein Neuner oder Zehner. Er braucht Spielpraxis auf dieser Position.“

Nachsatz: „Es ist toll, wenn meine Spieler auch für das A-Team interessant sind, aber wenn man sich den A-Team-Kader ansieht, muss da schon viel passieren.“

Den Goalgetter beschäftigte inzwischen ein ganz anderes Thema: „Es nervt mich, dass ich den Ball nicht erwischt habe. Wenn man drei Tore schießt, darf man ja normalerweise den Ball mit nach Hause nehmen. Ich muss noch mit unserem Zeugwart sprechen, damit ich den Ball doch noch bekomme. Ich will meinen ersten Dreierpack ja gebührend würdigen.“

Harald Prantl

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