Stille Freude bei der ÖFB-U21

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Stille Freude bei der ÖFB-U21

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„Trainer, in die Kabine! Unser Ritual…“

Wenn die Mannschaft ruft, unterbricht U21-Teamchef Werner Gregoritsch auch schon mal kurz seine Analyse des 2:0-Heimsiegs gegen Bosnien-Herzegowina (Spielbericht).

Dass aus der Kabine dann – abgesehen von einem kurzen „Zicke Zacke!“ – keine lauten Töne zu hören sind, verwundert ein wenig.

„Nicht sonderlich ausgelassen“

Nach zwei Minuten stellt sich der Coach wieder den Medien und erklärt: „Es ist mehr eine stille Freude, nicht sonderlich ausgelassen. Sie sind alle sehr fokussiert auf das Spanien-Spiel.“

Zum „Ritual“ gehört übrigens auch das Singen der inoffiziellen Hymne „I am from Austria“. Wer der beste Sänger innerhalb der Mannschaft sei, will Gregoritsch nicht verraten. Immerhin meint er: „Farkas ist der emotionalste.“

Dass die Freude nach dem fünften Erfolg im siebenten EM-Quali-Spiel ein wenig gedämpft ist, liegt auf der Hand. Am Dienstag geht es zum großen Finale nach Spanien, wo aufgrund der Konstellation in den anderen Gruppen ein Punkt reichen kann, aber nicht einmal ein Sieg reichen muss.

Unweigerlich erinnern sich alle an die 1:3-Heimniederlage gegen Albanien im März. „Was für eine Chance…“, ärgert sich Gregoritsch immer noch ein bisschen.

„Wir müssen mehr Tore machen“

Aber die Hoffnung auf die Teilnahme am Quali-Playoff lebt, weil gegen die Bosnier die Pflicht erfüllt wurde. „Es war unser Ziel, die Chance am Leben zu halten, und das ist uns gelungen“, stellt Kapitän Patrick Farkas zufrieden fest. Christian Gartner ergänzt: „Es war souverän. Wir waren nie in Gefahr, das Spiel zu verlieren.“

Daran, wohin der Weg in diesem Spiel in St. Pölten gehen soll, ließen die ÖFB-Talente von der ersten Minute an keinen Zweifel aufkommen. Robert Zulj (1.) und Marco Djuricin (3.) vergaben Riesenchance, ehe die Bosnier mit den Köpfen überhaupt so richtig in der NV-Arena angekommen waren.

Für Gregoritsch ein wenig ärgerlich: „Wir müssen in der ersten Hälfte mehr Tore machen, hatten in den ersten zwei Minuten zwei Hundertprozentige.“ Gartner: „Wir haben in der ersten Hälfte sehr gut gespielt, Gegner und Ball laufen lassen. Da hätten wir durchaus höher führen können.“

„Von der Fitness her nachgelassen“

Die Vorentscheidung gelang dennoch schon vor der Pause. Zuerst traf Kevin Stöger per Freistoß (10.), danach Djuricin nach guter Drehung mit staubtrockenem Abschluss (33.).

Nach der Pause hatte so mancher ÖFB-Kicker nicht nur mit dem Gegner, sondern auch mit dem eigenen Körper zu kämpfen, wie der Trainer feststellt: „In der zweiten Hälfte hat man gesehen, dass vor allem die zentralen Spieler, aber auch Djuricin, der sehr viel gelaufen ist, von der Fitness her nachgelassen haben.“

Extra-Lob für Stankovic

Wenn es die Bosnier, bei denen Rapid-Legionär Srdjan Grahovac als Kapitän eine ordentliche Vorstellung ablieferte, dann doch einmal vor das Tor der Österreicher schafften, war Grödig-Keeper Cican Stankovic zur Stelle.

Für den Tormann hat Gregoritsch Extra-Lob parat: „Stankovic hat einen hervorragenden Quali-Einstand gefeiert. Der hat auch ein paar fast Unmögliche gehalten. Da reift ein großes Torhüter-Talent heran.“

Das Selbstvertrauen ist nach der Heimpleite gegen Albanien also wieder zurück. Und die Chance lebt, wenngleich es freilich leichtere Aufgaben geben könnte, als ein Auswärtsspiel in Spanien.

„Aufgeben tun wir sicher nicht!“, gibt Gregoritsch das Motto vor.

Harald Prantl/Jakob Faber

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