Heraf fordert "gewisse Cleverness"

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Die Gelassenheit des Andreas Heraf war kurzfristig dem Bluthochdruck gewichen.

„In den letzten Wochen war ich sehr ruhig, aber heute war es auf der Bank unglaublich“, sagt der U20-Teamchef.

Kein Wunder, strapazierten die ÖFB-Spieler beim 2:1-Sieg gegen Panama (Spielbericht) im zweiten WM-Gruppenspiel die Nerven des Wieners doch über Gebühr.

"Kunst, es so spannend zu halten"

„Es war fast die größere Kunst, ein Spiel gegen einen dezimierten Gegner und mit zwei vergebenen Elfmetern bis zur letzten Minute so spannend zu halten, als höher zu gewinnen. Wir sind hier bei einer Weltmeisterschaft und auf diesem Niveau muss man eine gewisse Cleverness an den Tag legen“, stöhnt der 47-Jährige.

Verständlicher Nachsatz: „Die Erleichterung ist sehr groß.“ Denn die ÖFB-Talente sind nach dem Erfolg ungeschlagen, halten bei vier Punkten und haben die Tür zum Achtelfinale weit aufgestoßen.

Gute Ausgangsposition

Ghana liegt nach dem 3:2-Sieg über Argentinien punktegleich an der Spitze der Gruppe B – die Afrikaner haben zwar dieselbe Tordifferenz, aber einen Treffer mehr erzielt. Argentinien und Panama haben je einen Punkt auf dem Konto. Allerdings steigen auch die vier besten der sechs Gruppendritten auf.

Die Chance auf das Weiterkommen ist also groß. So sieht es auch Lukas Gugganig: „Mit vier Punkten sind wir gut dabei, ich denke, wir sind schon ziemlich sicher im Achtelfinale.“

Heraf ist ebenfalls zuversichtlich: „Wir hoffen, dass wir mit unseren vier Punkten bereits durch sind, aber wir müssen noch die anderen Ergebnisse abwarten.“

"Viele dreckige Fouls"

Anstatt sich auf Rechenspiele einzulassen, freuen sich die Österreicher viel lieber über den Sieg gegen die Mittelamerikaner. „Wir haben verdient gewonnen“, spricht Kapitän Francesco Lovric aus, was praktisch alle denken.

Gugganig wurmt es indessen doch ein bisschen, dass der Sack nicht früher zugemacht werden konnte: „Wir haben die Partie unnötig spannend gemacht und hätten das Spiel schon viel früher entscheiden müssen. Aber wir haben uns gegen einen starken Gegner viele Chancen herausgespielt.“

Der Innenverteidiger nimmt auch zum teilweise überharten Spiel Panamas Stellung: „Sie haben für ihr Land gekämpft. Es waren viele dreckige Fouls dabei, aber auf diesem hohen Niveau muss man damit umgehen können. Wir haben es trotzdem sehr gut gemeistert.“

"Warum nicht auch gegen Argentinien?"

Im finalen Gruppenspiel wartet am Freitag (6 Uhr MEZ) Argentinien, wo ein Remis reichen würde, um fix zumindest Gruppenzweiter zu sein. „Die schätze ich auf jeden Fall stärker ein als Panama“, meint Lovric.

Heraf: „Wir waren heute gegen Panama klar besser, also warum sollte im letzten Gruppenspiel gegen Argentinien nicht auch etwas drin sein. Wenn wir in dieser sogenannten ‚Todesgruppe‘ bestehen können, ist vieles möglich.“

Gegen die „Gauchos“ steht übrigens Philipp Lienhart, der wegen seiner beim 1:1 gegen Ghana erlittenen Gehirnerschütterung pausieren musste, wieder zur Verfügung.

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