U20 peilt bei WM Achtelfinal-Einzug an

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Österreichs U20-Auswahl tritt die Reise zur WM in Kolumbien mit einer gehörigen Portion Optimismus an.

So wie die Spieler gaben sich am Donnerstag, einen Tag vor dem Abflug nach Südamerika, auch Funktionäre und Trainer zuversichtlich, dass zumindest der Aufstieg ins Achtelfinale gelingen wird.

"Toll, wenn wir Gruppenphase überstehen würden"

"Es wäre toll, wenn wir die Gruppenphase überstehen würden. Das ist zwar schwierig, aber nicht unrealistisch", meinte ÖFB-Präsident Leo Windtner.

Sein Sportdirektor Willi Ruttensteiner zeigte sich etwas fordernder. "Vom ÖFB ist alles im konditionellen, mentalen und sportmedizinischen Bereich getan worden.

Ziel ist, die Gruppenphase zu überstehen. Und dann hat mir die Philosophie von 2007 (Anm.: 4. U20-WM-Platz) gefallen, einfach nur von Spiel zu Spiel zu denken."

Die ÖFB-Kicker starten am 29. Juli (Ortszeit) in Cartagena gegen Panama ins Turnier, es folgen die Partien gegen Brasilien (1. August/Barranquilla) und Ägypten (4. August/Cartagena) jeweils vor den Augen von Windtner, der nach der WM-Qualifikationsauslosung am 30. Juli in Rio de Janeiro nach Kolumbien jettet.

Die Top 2 sowie die vier besten Dritten der sechs Gruppen stehen in der Runde der letzten 16, wohin auch Teamchef Andreas Heraf mit seiner Mannschaft will.

"Ich kann auf jeden meiner 21 Spieler voll vertrauen. Das macht es mir auch schwierig, eine Aufstellung zu finden", sagte der Ex-Rapidler.

Hitze für ÖFB-Auswahl als große Herausforderung

Nach den jüngsten Diskussionen um die Abstellung von Spielern - David Alaba, Aleksandar Dragovic oder Raphael Holzhauser erhielten von ihren Clubs keine Freigabe, weshalb Windtner bei FIFA-Boss Joseph Blatter einen Wechsel der U17-WM in den den Juli und der U20-WM in den Juni anregte - ist Heraf froh, dass ab sofort der sportliche Aspekt in den Vordergrund rückt.

"Ich hätte gerne alle gehabt, aber wir haben trotzdem eine starke Mannschaft und werden uns gut präsentieren", betonte der 43-Jährige.

Der Coach sieht in der feucht-heißen Witterung von Cartagena und Barranquilla die größte Herausforderung für die ÖFB-Auswahl. "Wir müssen uns so schnell wie möglich an dieses Klima gewöhnen und versuchen, im Training die richtige Belastung zu finden."

Davor wartet auf Michael Schimpelsberger und Co. laut Heraf eine vom Hotel in Wien bis zum Hotel in Cartagena gerechnete Anreise von 24 Stunden.

"Und Panamas Team ist nicht nur diese Temperaturen gewohnt, sondern fährt glaube ich in einer halben Stunde mit dem Schiff nach Kolumbien", vermutete Heraf.

Eingewöhnungsphase in Kolumbien eingerechnet

Im Gegensatz zu Österreich hat Panama auch nicht mit der Zeitumstellung zu kämpfen. Dieses Problem will Heraf auf eine spezielle Art lösen.

"Wir kommen in Cartagena um Mitternacht Ortszeit an, deswegen werden wir schauen, dass wir die Burschen beim Flug wachhalten, damit sie dann bis in der Früh schlafen können", erzählte der ÖFB-Betreuer.

Am Samstag beginnt dann für die ÖFB-Nachwuchskicker die Eingewöhnungsphase.

"Die Spieler werden viel Zeit im Freien verbringen, zwar nicht in der prallen Sonne, aber draußen, um sich mit den äußeren Bedingungen vertraut zu machen", meinte Heraf, der zwei Trainingseinheiten pro Tag plant.

Der Teamchef sieht die Gruppengegner nicht nur wegen ihrer Erfahrung mit großer Hitze im Vorteil - auch die Vorbereitungsphase sei für Panama, Brasilien und Ägypten weit länger gewesen.

Als Beweis dafür rechnete der ÖFB-Coach vor, dass Panamas Mannschaft auf ein Jahr zurückgerechnet 171 Tage beisammen war und in dieser Zeit 33 Partien absolvierte.

Bei Brasilien lautet das Verhältnis demnach 110:22 und bei Ägypten 105:32, bei Österreich jedoch nur 16:1.

"Wir sind eine verschworene Gemeinschaft"

Allerdings ließ Heraf dabei unerwähnt, dass seine Truppe von 25. Mai bis 24. Juli 2010 im Rahmen der EM-Qualifikation und -Endrunde immerhin sechs Pflichtspiele absolvierte und dabei die WM-Teilnahme fixierte, während die WM-Quali-Turniere der ÖFB-Gruppengegner erst in diesem Jahr über die Bühne gingen.

Als Ausrede will der Ex-Teamspieler die fehlende Vorbereitungszeit aber ohnehin nicht verstanden wissen. "Ich mache mir deswegen keine großen Sorgen", beteuerte Heraf.

Diese Ansicht vertrat auch sein Kapitän Schimpelsberger. "Wir kennen uns schon lange, sind gut eingespielt und eine verschworene Gemeinschaft", betonte der Rapidler.

Angriffslustig präsentierte sich neben Schimpelsberger, Tobias Kainz und Andreas Weimann vor allem Marko Djuricin.

"Wir wollen ganz Österreich zeigen, was wir für eine gute Mannschaft sind", erklärte der Hertha-Stürmer, der das ÖFB-Team mit seinem Tor zum 1:0 gegen die Niederlande vor einem Jahr bei der U19-EM nach Kolumbien schoss.

Rot-weiß-rote Küche soll Sensation möglich machen

Um eine neuerliche Sensation wie 2007 in Kanada zu schaffen, reist der ÖFB sogar mit einem eigenen Koch nach Kolumbien.

Der 27-jährige, in Bad Goisern tätige Haubenkoch Fritz Grampelhuber wird in Südamerika die Lebensmittel beziehen und auf österreichische Art und Weise zubereiten.

Damit sollen mögliche Magen-Darm-Probleme, unter denen etwa ein Großteil der deutschen U17-Mannschaft bei der WM in Mexiko litt, ausgeschlossen werden.

Die Trainings-Gewänder und -Gerätschaften sowie die medizinischen Utensilien befinden sich bereits in Kolumbien, lediglich zwei oder drei medizinische Geräte und die frisch bedruckten Dressen werden am Freitag nach Südamerika geschickt.

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