Der Aufsteiger

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"Wir haben über 90 Minuten dominiert und das Spiel bestimmt, am Ende hat uns das Quäntchen Glück gefehlt. Im Abschluss waren wir ein bisschen schlampig", ärgert sich Marko Kvasina.

Das 0:0 im zweiten EM-Gruppenspiel gegen Gastgeber Griechenland wurmt die Kicker der U19-Auswahl des ÖFB.

Zumal Kvasina in der zweiten Hälfte sogar ins Tor getroffen hat, der Treffer aber wegen einer angeblichen Abseitsstellung aberkannt wurde. "Aus meiner Sicht war es kein Abseits, in der Situation habe ich mir sogar gedacht, dass ich hinter dem Gegenspieler war. Im Endeffekt war es dann gleiche Höhe. Wir hatten Pech, aber das müssen wir abhaken", sagt der Stürmer.

"Das ist noch machbar"

Teamchef Hermann Stadler ergänzt: "Natürlich sind wir auch ein bisschen enttäuscht, weil wir uns unter Wert verkauft haben."

Kvasina hakt das torlose Remis ab: "Jetzt blicken wir nach vorne, gegen die Ukraine (heute, 20 Uhr) zählt nur ein Sieg. Ich glaube, dass das noch machbar ist." Doch die Ausgangsposition ist verzwickt. Denn die ÖFB-Youngster müssen nicht nur gegen die Ukraine gewinnen, sondern auch noch auf einen Sieg der Franzosen, die bereits fix im Halbfinale stehen, gegen Griechenland hoffen, um als Gruppen-Zweiter in die Vorschlussrunde einzuziehen.

Stadler: "Wir schauen nur auf uns. Wir sind es uns selbst schuldig, dass wir jetzt alle noch einmal an unsere Leistungsgrenze gehen. Die theoretische Chance auf das Halbfinale lebt."

Der Teamchef rechnet aber mit einem starken Gegner: "So wie ich die Ukrainer einschätze, werden sie sich nicht wehrlos ergeben. Sie wollen sicherlich erhobenen Hauptes in die Heimat zurückfliegen können. Vielleicht gelingt uns ein schnelles Tor, das würde vieles einfacher machen."

Der Aufstieg

Dass Kvasina erneut von Beginn an auflaufen darf, steht dabei praktisch außer Zweifel. Der Austrianer hat sich zu einer Stütze der Mannschaft entwickelt. Doch das war nicht immer so.

Bei der U17-EM 2013 war er nur auf Abruf, also gar nicht dabei. Bei der U17-WM 2013 war er dann schon mit von der Partie, brachte es aber lediglich auf 22 Einsatzminuten. Auch bei der Wiener Austria war der Angreifer mit kroatischen Wurzeln zunächst kein Stammspieler in dieser Generation.

In der UEFA Youth League saß er in den ersten beiden Partien nur auf der Bank, danach kam er zu drei Joker-Einsätzen, ehe er im Achtelfinale gegen Benfica 90 Minuten lang ran durfte und beim 1:4 den einzigen FAK-Treffer erzielte.

Stadler stellt zufrieden fest, wie sich sein Schützling entwickelt hat: "Das ist extrem schnell gegangen. Er hat eine sehr positive, professionelle Einstellung und gibt immer Gas. Es freut mich total für den Burschen. Man sieht, wohin man kommen kann, wenn man mehr macht als alle anderen und zusätzlich trainiert."

"Hoffentlich zählt der neue Trainer auf mich"

Doch mittlerweile ist alles neu bei den Violetten. "Ja, es sind viele neue Gesichter da. Wir wollen die letzte Saison abhaken und einen Neustart machen", sagt der Stürmer.

Die ersten Eindrücke von Neo-Coach Thorsten Fink seien "sehr positiv". Kvasina stellt fest: "Er will uns beibringen, offensiv zu spielen. Ich hoffe, dass meine Chancen so sind wie in der vergangenen Saison. Hoffentlich zählt der neue Trainer auf mich und ich komme zu Einsatzminuten."

Dass er wegen der U19-EM einen Teil der Vorbereitung verpasst, ärgert ihn nicht: "Jeder will bei einer EM dabei sein, das ist ein Kindheitstraum. Das, was ich bei der Austria verpasse, werde ich nachholen."

Doch zunächst hat er gegen die Ukraine noch etwas zu erledigen…

Harald Prantl

Auch bei den Amateuren hatte so mancher Altersgenosse schon lange einen Stammplatz, ehe "Kvasi" aufrückte. Erst im März 2014 feierte der 1,94 Meter große Blondschopf sein Debüt in der Regionalliga Ost.

Danach ging alles sehr schnell. Die 5:1-Gala in der U19-EM-Quali gegen Deutschland mit einem Doppelpack von Kvasina war praktisch die Initialzündung. "Ich habe mir zu Saisonbeginn eigentlich nichts erwartet. Nach dem Spiel gegen Deutschland kam dann der Anruf von Trainer Gerald Baumgartner und seitdem ist es bergauf gegangen", berichtet er.

"Ich war einer der Gewinner"

Am 22. November 2014 folgte das Bundesliga-Debüt gegen die Admira, bei seinem zweiten Einsatz am 13. Dezember erzielte er wenige Tage vor seinem 18. Geburtstag daheim gegen Grödig das späte Goldtor zum 1:0. In weiterer Folge war der Teenager fixer Bestandteil der FAK-Profis.

"Man kann schon irgendwie sagen, dass ich einer der Gewinner der letzten Saison war. Ich hatte viele Einsatzminuten und ein paar Tore geschossen", grinst Kvasina. Letztendlich waren es 20 Pflichtspiele, vier Tore und zwei Assists.

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