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"Die Slowakei ist vom Kollektiv her stärker"

20 Länderspiele hat Dusan Svento für die Slowakei bestritten.

Im Aufgebot für das Testspiel am Mittwoch (20.30 Uhr) in Klagenfurt gegen Österreich steht der 26-jährige Flügelspieler zwar nur auf Abruf, das slowakische Nationalteam stellte der Legionär von Red Bull Salzburg aber über das österreichische.

Ein Mitgrund dafür sei die starke WM, die die Slowaken im Vorjahr in Südafrika gespielt hatten.

Österreichische Liga besser

"Die Slowakei ist vom Kollektiv her stärker. Die Mannschaft ist besser zusammengespielt und seit der WM gibt es rund um das Nationalteam einen kleinen Hype", erklärte Svento.

Seine Landsleute hatten in Südafrika das Achtelfinale erreicht, sind auch in der EM-Qualifikation vor Russland und Irland Tabellenführer. Die österreichische Liga sei aber weiterhin deutlich über die slowakische zu stellen, betonte der Salzburg-Offensivspieler.

Blumen für Hamsik

Über Spieler von Weltformat verfügt die Slowakei allerdings mehr als Österreich - allen voran Spielmacher Marek Hamsik. "Er wird nicht mehr lange für Napoli spielen", versicherte Svento.

"Er ist ein überragender Mittelfeldspieler, der Spiele durch seine individuelle Klasse alleine entscheiden kann. Er hat eine große Zukunft vor sich." Hamsik ist kein Einzelfall. Die Slowakei verfügt über eine Reihe von Legionären, die ihren Weg in Topligen gemacht haben.

Die einzige Überlebenschance

"Slowakische Spieler wechseln viel früher ins Ausland und entwickeln sich dort", sagte Svento. "Sie werden dort qualitativ viel besser ausgebildet." Der Grund dafür liege laut dem Legionär auch in der Struktur der Vereine.

"Für slowakische Clubs ist es die einzige Chance, Geld zu machen. Sie müssen frühzeitig Talente finden, die in der B-Mannschaft aufgebaut werden. Dann geht es darum, sie möglichst bald ins Ausland zu bringen."

Die Ausbildung von Talenten als einzige Überlebenschance - schon im Kindesalter werden slowakische Kicker daher individuell gefördert. "Es wird ein schneller, technisch anspruchsvoller Fußball gelehrt", verriet Svento, der mit 20 von seinem Heimatclub Ruzomberok zu Slavia Prag und 2009 nach Salzburg gewechselt war.

Weiss ist der richtige Mann

Gern würde er auch wieder für das Nationalteam spielen. Seit der WM-Vorbereitung im Mai 2010 ist er nicht mehr dabei gewesen.

Wegen Verletzungen habe er Teamchef Vladimir Weiss einige Male absagen müssen. "Es gibt aber auch sehr starke Spieler auf meiner Position", erinnerte Svento. Mit Weiss, der mittlerweile auch Double-Gewinner Slovan Bratislava betreut, habe er kein Problem.

"Er ist der richtige Mann zur richtigen Zeit und am richtigen Ort. Er hat auch das Glück gehabt, zur WM gefahren zu sein." Seither genieße Weiss ein sehr gutes Standing in der Öffentlichkeit.

Das große Wir-Gefühl

Das Turnier in Südafrika, bei dem man unter anderem Titelverteidiger Italien (3:2) eliminiert hatte und erst am späteren Finalisten Niederlande (1:2) gescheitert war, sei eine "Initialzündung" für den slowakischen Fußball gewesen.

"Es herrscht ein großes Wir-Gefühl. Jeder kommt gerne zum Team", berichtete Svento. In Österreich ist das unter der Führung von Teamchef Dietmar Constantini nicht immer der Fall. Jüngstes Beispiel ist Sventos Clubkollege Christoph Leitgeb.

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