Janko: "Es gibt einige interessante Sachen"

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Das Apartment in Sydney ist bereits aufgelöst und Marc Janko mit Sack und Pack wieder nach Österreich gezogen.

„In Australien ist nur noch Kleidung in einem Lagerraum zwischengelagert. Das wird alles nachgeschickt – je nachdem, wo ich meine Zelte aufschlagen werde“, erzählt der Stürmer.

Wo dies sein wird, ist die Preisfrage, auf die es im Moment noch keine richtige Antwort gibt.

Ein neues Gefilde ist das Thema Vereinssuche für den 31-Jährigen bekanntlich nicht, die Ausgangslage ist nach seinem erfolgreichen Engagement in Down Under jedoch eine ungleich einfachere als in vergangenen Transferzeiten.

„Ich denke schon, dass es Europa wird“

„Es gibt noch nichts Konkretes zu vermelden. Was mich positiv stimmt, ist jedoch die Nachricht meines Managements, dass die Rückmeldung vom Markt sehr positiv ist. Es gibt einige interessante Sachen, die sich vielleicht auftun können. Das freut mich natürlich. Ich denke, dass in diesem Sinne auch mein letztes Jahr sportlich honoriert wird. Ich bin auch relativ sicher, dass sich etwas Schönes und Gutes ergeben wird“, hofft Janko.

Derzeit sei er „um einiges ruhiger und relaxter“ als etwa noch vor einem Jahr. Nach 16 Toren in 22 Spielen und der Auszeichnung zum Spieler der Saison in der A-League ist dies auch wenig verwunderlich.

Im Vergleich zum Schrecken ohne Ende in Trabzon war Sydney eine wahre Wohlfühl-Oase für den Angreifer, wenngleich das Ende ebenfalls eines mit Schrecken war. Dass das Vertragsangebot zurückgezogen wurde, versteht Janko nach wie vor nicht:

„Das kann ich mir nicht erklären, aber es ist natürlich das gute Recht des Vereins, dass sie das gemacht haben. Vielleicht hat mir im Nachhinein die Bedingung, dass ich weiter Nationalspieler sein möchte, dort das Genick gebrochen. Aber das war von Anfang an Kriterium Nummer eins, dass ich das weiter sein darf. Sie haben es sich anders überlegt. Ob es der wahre Grund ist, weiß ich nicht. Es ist jedoch auch müßig darüber zu diskutieren, weil man es ohnehin nicht mehr ändern kann.“

„Ich bin kein wahnsinnig unbeschriebenes Blatt“

Eine Gelegenheit hat Janko bekanntlich noch, sich in dieser Spielzeit potenziellen Interessenten zu präsentieren. Die Vorfreude auf das EM-Quali-Gastspiel in Moskau ist jedenfalls schon groß:

„Das Heimspiel gegen Russland war ein schwieriges Spiel, aber ich denke, dass ich seither noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht habe, vor allem körperlich. Ich fürchte mich eigentlich überhaupt nicht vor den Duellen mit den russischen Verteidigern, sondern freue mich eher auf das Spiel.“

Ob in Moskau Scouts auf der Tribüne sitzen, um ihn zu beobachten, lässt den 45-fachen Internationalen jedoch eher kalt: „Ich denke, mittlerweile kennt man mich, meinen Lebenslauf und auch meine Statistiken. Ich bin jetzt nicht mehr ein wahnsinnig unbeschriebenes Blatt.“

Peter Altmann

Ein Vereinswechsel innerhalb Australiens ist für den Niederösterreicher im Moment jedoch nur schwer vorstellbar: „Ich denke schon, dass es Europa werden wird.  Australien wird für das kommende Jahr nicht in Frage kommen, weil das System dort so ist, dass nur ein Spieler mehr verdienen darf und die anderen sind in meinen Augen auch im Vergleich zu Österreich komplett unterbezahlt. Insofern gibt es dort auch gar keinen Platz.“

„Ich schließe in Moment gar nichts aus“

Höchste Priorität hat bei der Vereinssuche das Nationalteam. Gerade im EURO-Jahr wollen sich Teamspieler Sorgen bei ihrem Arbeitgeber ersparen, dies gilt auch für Janko:

„Das war eigentlich auch der Grund, warum ich mich relativ früh entschlossen habe, dass ich meinen Vertrag verlängern will, weil mir Sydney sichtlich gut getan hat und ich im Jahr vor der EURO nicht neue Abenteuer eingehen wollte. Deshalb ist es für mich jetzt unbefriedigend, wenn man es von diesem Aspekt betrachtet.“

Deswegen lässt sich der 1,96-Meter-Riese alle Optionen offen. Auch eine endgültige Rückkehr nach Österreich, wo er zuletzt mit Austria Wien in Verbindung gebracht wurde, sei denkbar: „Ich schließe im Moment gar nichts aus. Im Jahr vor der EURO ist es für mich wichtig, einen Verein zu finden, bei dem ich mich gut fühle und bei dem man mich auch willkommen heißt. Deswegen ist für mich momentan alles denkbar.“

Wenig Verständnis für Sydney

Eine kleine Einschränkung gibt es jedoch, und zwar die Türkei. „Aufgrund meiner Erfahrungen dort ist die Wahrscheinlichkeit nicht sehr hoch“, grinst der ehemalige Trabzonspor-Legionär.

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