Osim: ÖFB-Team ist "moderner" geworden

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Für Österreichs Nationalmannschaft hat es vor dem Testspiel am Dienstag (20.30 Uhr) gegen Bosnien-Herzegowina Lob aus berufenem Munde gegeben.

Ivan "Ivica" Osim sprach in höchsten Tönen von der ÖFB-Auswahl und sieht David Alaba und Co. im Wiener Happel-Stadion als klaren Favoriten.

EM-Quali wäre "fast ein Wunder"

"Die Österreicher spielen daheim und haben ein eingespieltes Team. Ihre Spielweise ist moderner geworden, sie laufen und kämpfen viel", sagte der frühere Meistermacher von Sturm Graz der APA. Deswegen gehe er auch davon aus, dass die Schützlinge von Marcel Koller bei der EM 2016 dabei sein werden.

Eine Teilnahme Bosnien-Herzegowinas an der kontinentalen Endrunde in Frankreich wäre hingegen laut Osim "fast ein Wunder". Der WM-2014-Starter liegt in Gruppe B nach fünf Runden nur an fünfter Stelle.

"Wir haben in der Qualifikation ein paar Mal schlecht gespielt. Diese Punkte fehlen uns jetzt. Wir haben sehr unangenehme Gegner, gegen die wir jetzt fast alles gewinnen müssen", sagte der 73-Jährige.

"So eine Partie kann entscheidend für eine Karriere sein"

Osim lebt zwar die meiste Zeit in Graz, arbeitet aber auch in Sarajevo als Berater für den bosnischen Verband und steht in regelmäßigem Kontakt mit Teamchef Mehmed Bazdarevic, den er als Spieler bei Zeljeznicar Sarajevo betreute.

In Wien erwartet Osim eine hochmotivierte Gäste-Mannschaft. "In diesem Spiel werden viele Junge eine Chance bekommen, die wollen sich beweisen. Aber auch die Routiniers können zeigen, dass sie nach wie vor wichtig für das Team sind."

Die ÖFB-Auswahl bezeichnete Osim als "idealen Gegner. Da können wir beweisen, dass wir noch immer gut Fußball spielen können und auch junge Spieler ausprobieren." Auftritte wie jener am Dienstag haben für die bosnischen Internationalen eine besondere Bedeutung.

"Sie wissen genau, dass Länderspiele die einzige Chance für sie sind, ins Ausland zu kommen. So eine Partie kann entscheidend für eine Karriere sein. Es wird interessant sein zu sehen, wie die Spieler damit umgehen."

Osim im Jahr 2002 als Sturm-Trainer

Lob an Bundesliga

In der laufenden EM-Qualifikation wurde noch keine Eigenwerbung betrieben, was Osim auf mangelnde Einstellung zurückführte. "Nach der WM haben viele geglaubt, wir haben einen Schritt nach vorne gemacht. Aber dann haben einige Spieler nur für sich selbst gespielt."

Diese Gefahr drohe auch der österreichischen Mannschaft, sobald sich die ganz großen Erfolge einstellen sollten. "Dann werden einige zeigen wollen, dass sie auch alleine spielen können und große Stars sind", vermutete Osim.

Derzeit schätzt die Trainerlegende den Zustand des rot-weiß-roten Teams noch als äußerst positiv ein - was laut Osim auch mit der heimischen Bundesliga zusammenhängt. "Das Niveau in der Meisterschaft ist in den letzten Jahren klar gestiegen. Alles ist viel schneller geworden, die Jungen haben schnell gelernt, worauf es im modernen Fußball ankommt."

Osim wünscht sich mehr Duelle

Der frühere Straßburg-Profi würde sich mehr Länderspiele gegen Österreich wünschen, auch weil in der Alpenrepublik viele Menschen mit bosnischen Wurzeln leben. "Es wäre sehr schön, wenn wir jedes Jahr ein Match gegeneinander hätten. Österreich hat früher immer gegen Ungarn gespielt, warum nicht jetzt immer gegen uns?"

Der frühere jugoslawische und japanische Teamchef verfolgt den österreichischen Kick via TV und lässt sich auch das eine oder andere Mal bei Sturm-Heimspielen im Stadion blicken. Mit seinem Ex-Klub, den er von 1994 bis 2002 betreute und in dieser Zeit zu zwei Meistertiteln, drei Cupsiegen und drei Champions-League-Teilnahmen führte, fiebert Osim nach wie vor mit.

"Sturm hat gute Junge und viele Fans. Der Verein sollte versuchen, seine besten Spieler zu halten, denn er hätte es verdient, wieder um den Titel zu spielen und international erfolgreich zu sein", sagte der frühere Trainer der "Blackys".

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