"Wohlfahrt wird die Bedenken rasch zerstreuen"

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Nachdem die Austria fündig wurde, muss sich der ÖFB auf die Suche machen.

Franz Wohlfahrts Bestellung zum Sportdirektor der Violetten bedeutet, dass das Nationalteam einen neuen Coach für seine Keeper braucht. Darüber hinaus ist durch Wohlfahrts Abgang auf der Posten des Tormann-Trainer-Ausbildners im Fußball-Verband vakant.

„Die Prämisse ist, einen Österreicher zu bestellen“, sagt ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner im LAOLA1-Interview.

Der 52-Jährige spricht über Wohlfahrts Qualifikation und die Suche nach einem Nachfolger.

LAOLA1: Hat es Sie überrascht, dass Franz Wohlfahrt Sportdirektor der Austria wurde?

Willi Ruttensteiner: Nein, in keinster Weise. Nachdem ich mitbekommen habe, dass sie einen Sportdirektor suchen, war er ein potenzieller Kandidat. Nachdem er signalisiert hat, dass er das machen will, war mir klar, dass er Spitzenkandidat ist.

LAOLA1: Hat es Sie wiederum überrascht, dass die öffentliche Wahrnehmung dieser Wahl nicht unbedingt positiv ist? Man hat von Freunderlwirtschaft und mangelnder Qualifikation gesprochen.

Ruttensteiner: Er wird diese Bedenken in Zukunft relativ rasch zerstreuen. Man tut ihm oft Unrecht. Er ist ein sehr ruhiger und korrekter Mensch. Ich habe ihn beim ÖFB als Freund kennengelernt. Er wird mit diesen Vorurteilen aufräumen und zeigen, dass er strategisch arbeiten kann.

LAOLA1: Man könnte ja auch sagen, er hat lange Zeit beim ÖFB „hospitiert“, wie man einen Kader richtig zusammenstellt.

Ruttensteiner: Seine Arbeit beim ÖFB war überhaupt nicht mit dem, was ihn bei der Austria erwartet, zu vergleichen. Das ist ein völlig anderer Beruf, der ihn völlig anders fordern wird.

LAOLA1: Wird der ÖFB seinen Posten intern nachbesetzen?

Ruttensteiner: Das ist noch nicht entschieden. Wir bauen auf unserem Anforderungsprofil auf. Es geht um einen Mann, der sowohl auf dem Platz sehr stark ist, als auch in der Ausbildung unterrichten kann. Wir sondieren den gesamten Markt, schauen aber natürlich auch auf die Leute, die bei uns arbeiten. Der Teamchef und ich werden dann versuchen, die beste Lösung zu finden.

LAOLA1: Muss es ein Österreicher sein?

Ruttensteiner: Die Prämisse ist schon, einen österreichischen Trainer zu bestellen. Auf der anderen Seite ist die Ausbildung ein Muss. Die Ausbildung muss gewährleistet sein, weil wir sonst als ÖFB unglaubwürdig sein würden.

LAOLA1: Gibt es einen Zeitrahmen?

Ruttensteiner: Wir haben uns keinen gesetzt. Aber natürlich ist das erste wichtige Spiel gegen Liechtenstein Ende März eine „Bedrohung“. Im Vorfeld eines Spiels gibt es, gerade in der Beobachtung, sehr viel Arbeit. Wenn ein Jahr neu beginnt, muss man sich anschauen, wie sich die Torleute präsentieren, wie ihre Situation im Verein ist. Es ist sehr viel Arbeit, die Torhüter zu kontaktieren und zu besuchen. Deshalb wollen wir so rasch wie möglich eine Lösung.

Das Gespräch führte Harald Prantl

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