Alaba-Ausfall lässt Koller einige Optionen offen

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Motivator, Antreiber, Top-Torschütze, Führungsfigur.

David Alaba ist im ÖFB-Team das Um und Auf. Nun fällt der Superstar aber aufgrund seiner im CL-Spiel gegen Roma erlittenen Innenbandverletzung für das wichtige EM-Qualifikationsspiel gegen Russland aus.

Ganz Österreich stellt sich deswegen die Frage: Wie kann man Alaba ersetzen?

Die Antwort ist einfach: Gar nicht! Das Nationalteam muss versuchen, den Ausfall des Schlüsselspielers im Kollektiv zu kompensieren.

Leitgeb als wahrscheinlicher Ersatz

Bereits in den beiden Testspielen gegen Island (1:1) und Tschechien (2:1) trat Österreich heuer ohne den Bayern-Profi an. Davor fehlte Alaba zuletzt 2012 in der WM-Quali gegen Deutschland (1:2) und Kasachstan (0:0). Seit dem Debüt des 22-Jährigen am 14. Oktober 2009 gab es ohne ihn drei Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen.

ÖFB-Präsident Leo Windtner hebt die starke Leistung gegen das DFB-Team als Beispiel hervor, dass die Koller-Elf auch ohne Alaba bestehen könnte. „Da hat die Mannschaft bewiesen, dass sie den Ausfall von David verkraften und sich im Kollektiv aufbäumen kann. Ich hoffe, das gelingt ihr auch in den nächsten beiden Partien", meint der 64-Jährige.

Personell wird der zentrale Mittelfeldspieler wohl von Christoph Leitgeb ersetzt werden. Der Salzburger ist dem Wiener vom Spielertyp her am ähnlichsten. Auch Leitgeb besitzt als Achter eine hervorragende Technik, kann den Ball eng führen und das Spiel antreiben. Natürlich kommt er aber nicht an die Klasse von Alaba heran.

Im Falle einer Nachnominierung wäre auch Veli Kavlak ein Kandidat für die Position neben Julian Baumgartlinger. Der Besiktas-Profi ist genauso wie Stefan Ilsanker eine defensivere Option gegenüber Leitgeb. Kavlak bildete beim von Windtner angesprochenen 1:2 gegen Deutschland gemeinsam mit Baumgartlinger die Doppelsechs. Die beiden haben also schon einmal bewiesen, dass sie einen starken Gegner mit Angriffspressing in Verlegenheit bringen können.

Die wahrscheinlichste Aufstellungs-Variante für das Spiel gegen Russland:

Wer schießt die Tore?

Defensiv ist Alaba wohl einfacher zu ersetzen als in der Offensive. Als warnendes Beispiel gilt hier das 0:0 in Kasachstan. Ohne den Bayern-Akteur ließ das ÖFB-Team damals Kreativität vermissen. Auch als potenzieller Torschütze wird der 22-Jährige abgehen.

In den bisherigen drei Spielen der EM-Quali erzielte er bereits zwei Treffer, allerdings beide aus einem Elfmeter. Dennoch ist Alaba neben Marc Janko der wohl torgefährlichste Spieler im Nationalteam. Seit Beginn der letzten WM-Qualifikation erzielten die beiden den Großteil der Tore (siehe Tabelle).

Gegen Russland wird es deswegen darauf ankommen, dass endlich auch die restlichen Offensiv-Akteure zu treffen beginnen. Gerade beim letzten Spiel gegen Montenegro (1:0) zeigte sich, dass die Chancenverwertung zu den größten Schwächen des ÖFB-Teams zählt. Vor allem Marko Arnautovic, Zlatko Junuzovic und Martin Harnik sind nun gefordert.

Auch Liendl als Kandidat?

Alabas Ausfall bereitet Koller nicht nur auf der Achter-, sondern auch auf der Zehner-Position Kopfschmerzen. In den vergangenen Partien fungierte der Bayern-Akteur immer als Back-Up für Junuzovic, sobald dieser aufgrund seiner laufintensiven Spielweise ausgewechselt werden musste.

Für den Werder-Akteur hat Koller mit Ausnahme Alabas keinen Ersatz im Kader. Gut möglich, dass der Schweizer deswegen einen offensiveren Mittelfeldspieler als Kavlak nachnominiert. Auf der Acht hat er mit Ilsanker und Leitgeb schließlich schon jetzt genug Alternativen parat.

Optionen als Junuzovic-Ersatz für die Position hinter der Spitze wären Michael Liendl und Andreas Ivanschitz. Beide stehen genauso wie Kavlak auf der Abruf-Liste. Zudem würde Kollers Kader mit einer Einberufung von Liendl zumindest auf dem Papier an Torgefährlichkeit gewinnen. Der Mittelfeldspieler erzielte in dieser Saison immerhin schon drei Tore für Fortuna Düsseldorf. Auch puncto Standardsituationen wäre der 29-Jährige eine Verstärkung.

 


Russischer Riegel

Alternativ könnte Koller ohne Alaba auch das System umstellen. Gegen Tschechien probierte der Teamchef in der ersten Hälfte ein 4-1-4-1 aus, das allerdings nur mäßig funktionierte. Auch ein 4-4-2, mit Andi Weimann oder Lukas Hinterseer als zweiter Spitze, wäre ein Thema. Auswärts gegen Deutschland hat der Teamchef dieses System in der letzten Qualifikation mit Weimann und Harnik als Angreifer einmal spielen lassen.

Koller wird sich jedenfalls etwas einfallen lassen müssen. Gegner Russland setzt unter Fabio Capello auf eine sichere Defensive und eiskaltes Konterspiel. Ohne Alaba dürfte es noch schwerer werden, den russischen Riegel zu knacken.

Selbst einem Weltklasse-Kader wie jenem von Bayern München tut der Ausfall von Alaba weh. Beim ÖFB-Team wiegt sein Fehlen natürlich noch schwerer. Jetzt sind die anderen Teamspieler gefordert. Sie müssen beweisen, dass es auch ohne Alaba geht.

 

Jakob Faber

Gegner

Ergebnis

Torschütze(n)

Montenegro (h)

1:0

Okotie

Moldawien (a)

2:1

<span style=\'color: #ff0000;\'>Alaba, Janko

Schweden (h)

1:1

<span style=\'color: #ff0000;\'>Alaba

Tschechien (a)

2:1

Sabitzer, Baumgartlinger

Island (h)

1:1

Sabitzer

Uruguay (h)

1:1

<span style=\'color: #ff0000;\'>Janko

USA (h)

1:0

<span style=\'color: #ff0000;\'>Janko

Färöer (a)

3:0

Ivanschitz, Prödl, <span style=\'color: #ff0000;\'>Alaba

Schweden (a)

1:2

Harnik

Irland (h)

1:0

<span style=\'color: #ff0000;\'>Alaba

Deutschland (a)

0:3


Griechenland (h)

0:2


Schweden (h)

2:1

<span style=\'color: #ff0000;\'>Alaba, <span style=\'color: #ff0000;\'>Janko

Irland (a)

2:2

Harnik, <span style=\'color: #ff0000;\'>Alaba

Färöer (h)

6:0

Hosiner (2), Ivanschitz, Junuzovic, <span style=\'color: #ff0000;\'>Alaba, Garics

Wales (a)

1:2

<span style=\'color: #ff0000;\'>Janko

Elfenbeinküste (h)

0:3


Kasachstan (h)

4:0

<span style=\'color: #ff0000;\'>Janko (2), <span style=\'color: #ff0000;\'>Alaba, Harnik

Kasachstan (a)

0:0


Deutschland (h.)

1:2

Junuzovic

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