"Djuricin wird oft für seine Spielweise belohnt"

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„Team-Babys“ zählen unter Teamchef Marcel Koller nicht zur Gewohnheit, das Länderspieljahr 2015 startet mit einem.

Marco Djuricin rückt für das EM-Qualifikations-Spiel in Liechtenstein (27. März) und den Test gegen Bosnien-Herzegowina (31. März) erstmals in den Kreis des A-Teams auf.

Ermöglicht wurde diese Beförderung durch das Fehlen von Rubin Okotie. Der Legionär von 1860 München laboriert weiterhin an Knieproblemen und steht nach seinem starken ÖFB-Herbst diesmal nicht zur Verfügung.

„Marco nimmt immer wieder Risiko“

Für Djuricin ist dies die Belohnung für ein starkes Kalenderjahr 2014 im Dress von Sturm Graz, das ihm nach seinem Winter-Transfer zu Red Bull Salzburg nun auch die Chance auf sein Debüt im Nationalteam bietet.

„Marco ist ein Spieler, der seine Stärken im Sechzehner und kurz davor hat. Man kann mit ihm kombinieren. Er ist auch einer, der immer wieder Risiko nimmt, natürlich auch einmal hängenbleiben kann, aber der für seine Spielweise auch oft belohnt wird“, charakterisiert Koller den 22-Jährigen.

„Bei Sturm hat er das umgesetzt und versucht das nun auch bei Salzburg, wo er jetzt das erste Tor gemacht hat. Wir hoffen natürlich für uns, dass er mit sehr viel Selbstvertrauen einrückt, sich präsentieren kann und zeigt, was er drauf hat“, so der Schweizer weiter.

Ansonsten halten sich die Veränderungen gegenüber der letzten Zusammenkunft wie gehabt in Grenzen. Bayern-Star David Alaba kehrt nach seiner Verletzungspause ebenso ins Aufgebot zurück wie Linksverteidiger Markus Suttner, dafür muss Christoph Leitgeb aufgrund seiner Knieprobleme passen. Auch für Andreas Weimann ist diesmal nur auf der Abrufliste Platz.

„Wollen Pogatetz zeigen, dass wir ihn nicht vergessen haben“

Auf dieser findet sich die eine oder andere interessante Personalie wieder - vor allem Emanuel Pogatetz, der nach seinem Wechsel in die USA zu Columbus Crew erstmals seit dem Frühjahr 2014 wieder im Dunstkreis des Nationalteams auftaucht.

„Wir wollen ihm zeigen, dass wir nicht auf ihn vergessen haben, auch wenn er jetzt ein bisschen weiter weg ist“, betont Koller.

Vor Ort beobachtet wurde der routinierte Innenverteidiger bislang noch nicht. Dafür gab es auch noch nicht allzu viele Gelegenheiten. Im Herbst kam der Steirer beim Team aus Ohio kaum zum Zug. In der Vorbereitung für diese Saison erkämpfte sich der 32-Jährige jedoch einen Stammplatz und war in den bisherigen zwei Saison-Spielen gesetzt.

Der Teamchef hat den MLS-Legionär via TV unter die Lupe genommen: „Wir müssen ihn in dem Sinne auch nicht beobachten, er war ja lange Zeit bei uns mit dabei. Für mich war wichtig, falls mit den vier Innenverteidigern, die wir mit dabei haben, etwas passieren sollte, dass wir noch einen erfahrenen Mann zumindest auf Abruf nehmen. Er hat jetzt zwei Spiele gespielt. Im letzten halben Jahr ist er nicht so richtig zum Zug gekommen, da hatte er aber auch keine Vorbereitung. Die hat er jetzt absolviert.“

„Dass er Tore schießen kann, hat Janko schon früher gezeigt“

Freude bereitet dem Teamchef natürlich, dass sich diverse Legionäre wie Alaba, Christian Fuchs, Zlatko Junuzovic oder Marc Janko zuletzt in guter Form präsentiert haben.

„Bei den Legionären ist es so, dass es immer Spaß macht, wenn sie in ihren jeweiligen Vereinen spielen. Wenn sie dann noch gut spielen, ist das natürlich noch besser für uns, weil sie mit Selbstvertrauen einrücken und wir das nicht immer eintrichtern müssen“, kann sich der 54-Jährige diese Aufbauarbeit diesmal beim einen oder anderen ersparen.

Genugtuung, Janko auch während dessen Durststrecke auf Vereinsebene das Vertrauen ausgesprochen zu haben, verspürt Koller jedoch keine:

„Es ist schön, vor allem für Marc, dass er das wieder abrufen kann und in Topform ist. Wenn ich sehe, dass er Qualitäten hat, die auf diesem Level wichtig sind, kriegt er dementsprechend das Vertrauen. Er hatte eine schwierige Zeit, aber dass er Tore schießen kann, hat er früher schon gezeigt, genau wie bei uns in den letzten drei Jahren. Er war körperlich nicht immer voll im Saft. Wenn er jetzt, wie es aussieht, voll bei Kräften ist, ist es schön für uns. Wir hoffen natürlich, dass er das auch hier weiterführen kann.“

„Zähe“ Liechtensteiner Defensive

Für den FC Sydney hält der Stürmer bei 16 Saisontreffern. Sein Torriecher wird gegen einen mit Mann und Maus verteidigenden Kontrahenten wie Liechtenstein definitiv gefragt sein.

Koller hat sich diverse DVDs der Truppe des steirischen Teamchefs Rene Pauritsch angesehen und hat vor allem für den Abwehrriegel Liechtensteins lobende Worte parat:

„Sie haben eine gute Defensive, stehen sehr massiv am eigenen Strafraum mit vier Verteidigern und fünf Mittelfeldspielern davor – sehr eng, also praktisch mit neun Mann am Sechzehner. Das macht das Ganze natürlich ein bisschen zäh.“

Die Elf aus dem Fürstentum würde zudem eine gewisse Abgeklärtheit auszeichnen: „Sie sind sehr geduldig, nicht hektisch und sie versuchen auch Fußball zu spielen. Natürlich können sie das Spiel nicht so bestimmen, aber immer wenn die Möglichkeit besteht und es der Gegner zulässt, probieren sie Konter zu fahren oder über Standards nach vorne hin für Gefahr zu sorgen.“

Der Begriff „Fußballzwerg“

Immer wieder betont Koller, dass seine Schützlinge konzentriert und fokussiert sein müssten, nicht überheblich sein dürfen, dafür jedoch demütig an die Sache herangehen müssen – Vokabeln, die man in den Tagen vor der Partie vermutlich noch öfter hören wird.

Was nichts an deren Wichtigkeit ändert. Denn ein 1:0-Sieg in Moldawien oder das 0:0 gegen Montenegro belegen, dass Liechtenstein durchaus für Überraschungen gut sein kann.

Dass der Gegner in der Öffentlichkeit jedoch als „Fußballzwerg“ wahrgenommen wird, ist Koller bewusst, dies könne er auch nicht ändern:

„Egal ob ich den Ausdruck mag oder nicht, ich glaube nicht, dass ihn die Leute aus ihrem Repertoire verschwinden lassen. Das wird immer wieder kommen. Dies stimmt aber nicht mehr so. Ab und zu gibt es noch Ergebnisse aus der Steinzeit, das sind jedoch wenige geworden. Gerade die letzten Ergebnisse von Liechtenstein haben aufhorchen lassen. Österreich ist für sie ein Topspiel, das Stadion ist ausverkauft. Sie werden alles unternehmen, um positive Werbung für sich zu machen.“

Peter Altmann

Namen

Verein

Länderspiele

Tore

TOR:

Robert Almer

Hannover 96

20

Heinz Lindner

Austria Wien

7

Ramazan Özcan

FC Ingolstadt

3

ABWEHR:

Aleksandar Dragovic

Dynamo Kiew

35

1

Christian Fuchs

Schalke 04

65

1

György Garics

FC Bologna

40

2

Martin Hinteregger

RB Salzburg

7

0

Florian Klein

VfB Stuttgart

25

0

Kevin Wimmer

  1. FC Köln

1

0

Sebastian Prödl

Werder Bremen

48

4

Markus Suttner

Austria Wien

13

0

Andreas Ulmer

RB Salzburg

2

0

MITTELFELD:

David Alaba

Bayern München

35

8

Marko Arnautovic

Stoke City

40

7

Julian Baumgartlinger

Mainz 05

34

1

Stefan Ilsanker

RB Salzburg

6

0

Martin Harnik

VfB Stuttgart

48

10

Zlatko Junuzovic

Werder Bremen

37

4

Veli Kavlak

Besiktas

30

1

Marcel Sabitzer

RB Salzburg

9

2

ANGRIFF:

Marc Janko

FC Sydney

44

18

Lukas Hinterseer

  1. FC Ingolstadt

4

0

Marco Djuricin

RB Salzburg

0

0

AUF ABRUF:

Thomas Gebauer

Ried

0

Cican Stankovic

Grödig

0

Stefan Lainer

Ried

0

0

Michael Madl

Sturm Graz

0

0

Emanuel Pogatetz

Columbus Crew

61

2

Christopher Trimmel

Union Berlin

3

0

Andreas Ivanschitz

Levante

69

12

Jakob Jantscher

FC Luzern

16

1

Valentino Lazaro

RB Salzburg

4

0

Michael Liendl

Fortuna Düsseldorf

1

0

Deni Alar

Rapid Wien

0

0

Andreas Weimann

Aston Villa

13

0

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