Jovetic sorgt für Wirbel

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Montenegro: Mit oder ohne Jovetic?

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Laut Papierform ist Österreichs Fußball-Nationalteam in der EM-Qualifikation am Freitag (20.45 Uhr) in Podgorica gegen Montenegro Favorit.

Allerdings trifft die ÖFB-Auswahl auf eine Truppe, die in den vorangegangenen beiden Qualifikationen einer Turnier-Teilnahme deutlich näher kam als die rot-weiß-rote Equipe und sich noch Chancen auf die EM 2016 ausrechnet.

Platz zwei für Montenegro noch möglich

Die Österreicher, die das erste Kräftemessen vor einem Jahr in Wien mit 1:0 gewannen, sind als Gruppensieger für den derzeitigen Tabellenvierten unerreichbar. Doch auf den Zweiten Russland fehlen zwei Partien vor Schluss nur drei, auf den Dritten Schweden ein Zähler.

Mit sechs Punkten aus den Partien gegen das ÖFB-Team und zum Abschluss in Russland könnte es die Truppe von Coach Branko Brnovic zumindest noch ins Play-off und über diesen Umweg zur ersten Endrunden-Teilnahme schaffen.

Die aktuelle Nummer 72 der FIFA-Weltrangliste - Österreich ist 11. - sorgte vor allem in der Qualifikation für die EURO 2012 für Furore. Die Balkan-Truppe startete mit Siegen gegen Wales, Bulgarien und die Schweiz und rang danach England im Wembley-Stadion ein 0:0 ab.

Am Ende reichte es für den Weltmeister von 1966 gerade noch zum Gruppensieg, die Montenegriner wurden aber sensationell vor der Schweiz und Bulgarien Gruppenzweiter und kamen damit ins Play-off. Dort war man jedoch gegen Tschechien mit einem Gesamtscore von 0:3 chancenlos.

Hexenkessel wartet auf ÖFB-Team

In der Qualifikation für die WM 2014 war Montenegro lange im Rennen um einen Play-off-Platz. Erst ein 1:4 in der vorletzten Runde in England ließ die Träume von einem Brasilien-Trip endgültig platzen.

In der laufenden Quali setzte es vor allem zwei Rückschläge - in Liechtenstein reichte es nur zu einem 0:0, und das Heimspiel gegen Russland wurde mit 0:3 strafverifiziert, nachdem der russische Goalie Igor Akinfejew von einem Feuerwerkskörper getroffen worden war und es danach auch Ausschreitungen gegeben hatte.

Aus diesem Grund mussten die Montenegriner das darauffolgende Heimmatch gegen Liechtenstein vor leeren Rängen austragen. Gegen Österreich wird das Gradski-Stadion wohl wieder mit rund 11.000 Zuschauern ausverkauft sein.

Jovetic-Einsatz fraglich

Ob die Fans Stevan Jovetic zu sehen bekommen, ist noch offen. Montenegros Top-Star blühte zuletzt nach seinem leihweisen Wechsel von Manchester City zu Inter Mailand wieder auf, laboriert aber im Moment an einer Oberschenkel-Blessur. Der Einsatz des Stürmers gegen Österreich und drei Tage später in Russland ist fraglich.

Dennoch hat seine Einberufung in den letzten Tagen in Italien für Furore gesorgt. Medien berichteten von einem Zerwürfnis des Inter-Mailand-Stürmers mit seinem Trainer Roberto Mancini. Demnach sei der Coach erbost darüber, dass Jovetic trotz seiner Oberschenkelblessur zum Nationalteam gereist sei.

Der 25-Jährige wies diese Berichte zurück. "Ich lese verrückte Dinge über mich, die ich nicht verstehe. Es gibt kein Problem mit Inter und Mancini", schrieb Jovetic auf seiner Facebook-Seite. Dass er sich zuletzt in Deutschland von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt behandeln ließ, sei mit dem Club abgesprochen gewesen.

Auch Vucinic noch dabei

In den kommenden Tagen will sich Jovetic voll auf die EM-Quali-Partien am Freitag daheim gegen Österreich und am Montag in Russland konzentrieren. "Ich trainiere jetzt beim Nationalteam, und wir werden meine Fitness Tag für Tag beobachten."

Mit 15 Toren in 39 Länderspielen fehlt Jovetic nur ein Treffer auf Montenegros Top-Torschützen Mirko Vucinic, mit dem er jahrelang ein gefürchtetes Sturm-Duo bildete. In seiner Glanzzeit zählte der ebenfalls im aktuellen Kader aufscheinende Vucinic zu den besten Stürmern der Serie A, mittlerweile aber hat der zu Al-Jazira abgewanderte 32-Jährige einiges an Gefährlichkeit verloren.

Sowohl Vucinic als auch Jovetic waren beim ersten Länderspiel des jungen Staates dabei. Am 24. März 2007 gewann Montenegro in Podgorica gegen Ungarn 2:1, das erste Tor für die Gastgeber erzielte Vucinic aus einem Elfmeter. Die Montenegriner waren zu diesem Zeitpunkt zwar schon vollwertiges UEFA-Mitglied, gehörten aber noch nicht der FIFA an. Deswegen sprach der Weltverband diesem Match den offiziellen Status ab. Als erstes anerkanntes Länderspiel wird nun ein 0:2 gegen Japan am 1. Juni 2007 geführt.

Savicevic als Verbandspräsident

Gegründet wurde der montenegrinische Verband, nachdem sich die Föderation Serbien und Montenegro und damit auch die serbisch-montenegrinische Nationalmannschaft 2006 aufgelöst hatten. Bei der WM 2006 ging noch Serbien-Montenegro an den Start - da allerdings Serbien als Nachfolge-Verband gilt, kann sich Montenegro die WM-2006-Teilnahme nicht an die eigenen Fahnen heften.

Vucinic brachte es übrigens auch auf drei Länderspiele für Serbien-Montenegro und wäre im Kader für die Endrunde in Deutschland gewesen. Allerdings musste der Angreifer wegen einer Knieverletzung absagen.

Der prominenteste montenegrinische Fußballer hat nie für sein Nationalteam gespielt. Der frühere Milan-Star Dejan Savicevic beendete nach einem zweijährigen Engagement bei Rapid 2001 seine Karriere und fungiert mittlerweile als Verbandspräsident Montenegros.

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