Koller erwartet engen Titelkampf

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Teamchef Koller erwartet im Titelkampf offenes Rennen

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Österreichs Teamchef Marcel Koller hat vor dem Frühjahrsstart in der Bundesliga keinen echten Favoriten ausgemacht und erwartet ein offenes Rennen.

Dass nach 19 von 36 Runden die ersten sechs Teams innerhalb von nur fünf Punkten liegen, solle nicht als schlechtes Zeichen gesehen werden.

"Ich denke, man sollte nicht immer die eigene Liga grundsätzlich schlechter machen", sagte der 51-jährige Schweizer.

"Wenn man in der deutschen Bundesliga von den 18 Teams acht wegnimmt, sieht man das auch", ergänzte Koller.

Rapid führt die Liga punktegleich vor der SV Ried (je 32), Budget-Krösus Salzburg (30), der Austria (28), Aufsteiger Admira (28) und Titelverteidiger Sturm Graz (27) an.

"Es ist erst die Hälfte gespielt, jetzt geht es in die entscheidende Phase und da wird man sehen, wie sich die Liga weiterentwickelt", sagte Koller.

Enges Rennen an der Spitze

Ein einsames Rennen von Titelfavorit Salzburg erwartet sich der ÖFB-Teamtrainer nicht.

"Von der individuellen Qualität sind die Salzburger schon vorne mit dabei. Bei ihnen wird auch noch ein bisschen entscheidend sein, wie sie international spielen. Wenn sie in der Europa League weiter dabei sind, ist es eine zusätzliche Belastung und sie hatten ja auch schon in der Hinrunde Probleme mit vielen Verletzten", meinte Koller.

"Alles ist möglich"

Winterkönig Rapid habe sich im Herbst kontinuierlich gesteigert und sei voll dabei, Meister Sturm nicht all zu weit zurück und bei der Austria ist ein neuer Mann am Ruder und das sei eine neue Situation.

"Sie haben den Trainer gewechselt, da muss man schauen, ob es einen frischen Wind gibt", sagte der Schweizer. Auch Aufsteiger Admira sei nicht außer Acht zu lassen. "Die Admira hat eine super Hinrunde hingelegt. Es wird nicht einfach werden, dass sie es noch einmal so hinbekommen, aber alles ist möglich", sagte der ÖFB-Teamchef.

Dieses Sprichwort treffe auch auf Cupsieger Ried bestens zu. "Ried hat die Sache mit den vorhandenen Möglichkeiten sehr gut gemacht, da wissen wir, dass vieles möglich ist."

Vergleich mit der Schweiz

Koller war lange Zeit in der Schweizer Liga tätig, Vergleiche könne man durchaus ziehen.

"Die individuelle Qualität kann man schon auch mit der Schweizer Liga vergleichen", sagte Koller. Aufgrund der großen Unterschiede zwischen den verschiedenen Teams sei es aber schwierig, alles miteinander zu vergleichen.

Für die Zukunft wünschte sich der Schweizer vor allem eines - vollüberdachte Tribünen. "In Wiener Neustadt, Mattersburg oder Kapfenberg müssen die Zuschauer zum Teil im Regen stehen. Das hat sich in der Schweiz mittlerweile gedreht, die Zuschauer stehen im Trockenen, das bringt aus meiner Sicht auch eine ganz andere Atmosphäre rein", analysierte Koller.

Fehlende Atmosphäre

Laut dem ÖFB-Teamchef könne sich die fehlende Atmosphäre auch auf die Betrachtung des Spiels negativ auswirken.

"Es ist schwierig, dann auch das Spiel zu bewerten, ist es schlechter oder einfach schlechter, weil die Atmosphäre außen rum fehlt. Das muss man auch immer wieder bedenken, da lässt man sich schon auch beeinflussen", sagte Koller.

"Alles ruhig, keiner ruft, keine Stimmung"

Die zum Teil fehlende Stimmung ist aber nicht nur in Österreich, sondern auch in der Schweiz ein großes Problem.

"Wenn bei den Grasshoppers am Letzigrund mit der großen Laufbahn rundherum 3.000 Zuschauer sind, dann ist da auch keine Atmosphäre. Wenn deutsche Sportdirektoren oder Manager in die Schweiz gehen, sagen sie oft, bei euch ist es wie in der Oper. Alles ruhig, keiner ruft, keine Stimmung, in Deutschland ist hingegen immer etwas los", ergänzte Koller.

Vergleich mit Deutschland unmöglich

Ein Vergleich mit Deutschland sei hingegen nicht wirklich möglich. "Da ist der Druck viel größer, das Tempo viel höher und die Zweikämpfe sind sicher intensiver", meinte Koller. Dass ein österreichischer Spitzenclub in der deutschen Bundesliga mitspielen könnte, glaubt Koller aber schon.

"Aber für ganz vorne würde es sicher nicht reichen. Ich denke im Mittelfeld und nach unten zu wäre es sicher möglich, obwohl es schwierig ist, zu vergleichen."

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