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Die ersten Worte des neuen Teamchefs

Da war er nun. Kurz vor 13 Uhr nahm Marcel Koller am Podium Platz.

Mit schwarzem Anzug, weißem Hemd und schwarzer Krawatte schlicht gekleidet. Flankiert von ÖFB-Präsident Leo Windtner und Sportdirektor Willi Ruttensteiner.

Nach der kurzen Einleitung von ÖFB-Pressesprecher Peter Klinglmüller nahm der Verbands-Boss Stellung zur Entscheidung, Koller zum neuen Teamchef zu machen.

Vertrag für zwei Jahre

„Ich darf feststellen, dass diese Teamchefsuche ein profundes und absolut professionelles Verfahren hatte. Wir haben uns ganz klar und deutlich an das Anforderungsprofil gehalten“, stellte Windtner fest.

Der Oberösterreicher sagte: „Mit ihm haben wir eine Lösung gefunden, die unseren Anforderungen am besten gerecht wird.“ Das Direktorium habe sich am Dienstag einstimmig für den 50-Jährigen entschieden. Er hat einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben.

„Er hat den Vorteil, unvorbelastet mit einer neuen Sicht in den Job gehen zu können“, meinte Windtner.

Kontakt seit 14 Tagen

Offiziell wird der Schweizer am 1. November sein Amt antreten. Zum ersten Mal auf der Trainerbank des ÖFB-Teams wird der neue Coach am 15. November beim Testspiel in der Ukraine sitzen.

In Kasachstan und Aserbaidschan ist der zweifache Schweizer Meistertrainer noch nicht mit von der Partie. „Weil ich den Umzug nach Wien vorbereiten, so schnell wie möglich eine Wohnung finden möchte. Das wäre zu hektisch“, gab er zu verstehen.

Der Eidgenosse wird nun also so rasch wie möglich von Zürich nach Wien übersiedeln. Seit 14 Tagen habe Kontakt mit dem ÖFB bestanden, verriet Koller.

"ÖFB-Team spielt sehr guten Fußball"

Er habe sich dann intensiv mit der Mannschaft auseinandergesetzt: „Mir ist aufgefallen, dass die Mannschaft einen sehr guten Fußball spielt. Ich habe gesehen, dass junge Spieler mit dabei sind, die das Talent haben, sich zu entwickeln.“

„Aus meiner Sicht hat es meistens an Kleinigkeiten gefehlt, dass man nicht die entscheidenden Tore gemacht hat. Hinten haben individuelle Fehler dazu geführt, dass man Tore kassiert hat.“

Daran, dass er sich für die WM 2014 in Brasilien qualifizieren will, ließ der Trainer keinen Zweifel: „Ich will als Trainer dort dabei sein, wo die Musik spielt.“

"Ich bin keiner, der abwartet"

Zudem nahm er zu seiner Spiel-Philosophie Stellung: „Ich lege Wert auf Offensive und Defensive. Es kann nicht sein, dass wir nur nach vorne rennen und nicht nach hinten schauen. Es muss sich jeder immer und überall einschalten.“

„Ich bin keiner, der abwartet. Ich will das in die Hand nehmen. Die Spieler sollen nicht zögerlich agieren. Wir sollen immer schnell in Ballbesitz kommen, dann hat der Gegner Probleme.“

Noch kein Co-Trainer

Wer dem Trainerteam sonst noch angehören wird, ist bislang unklar. „Wir haben auch über einen Co-Trainer gesprochen. Es braucht aber noch Zeit, bis wir Personen präsentieren können“, erklärte Koller.

Windtner meinte bereits zuvor: „Wir werden im Betreuerstab in Zukunft einiges ändern.“ Er fügte hinzu, dass sich auch in Sachen Spielbeobachtungen etwas ändern werde.

Angepasste Strukturen

Darüberhinaus wird der ÖFB seine Strukturen verändern. „Wir wollen die Struktur anpassen. Der Teamchef soll den Gesamtfußball Österreichs im Auge haben und der Sportdirektor das koordinierende Element sein“, sagte Windtner.

Es soll eine durchgängige Spielphilosophie von den Nachwuchs-Teams bis zur A-Mannschaft installiert werden. „Wir sind mit dem Gesamt-Konzept noch nicht fertig. Da sind noch Details offen. Die Spielphilosophie, die den ganzen Mannschaften übertragen werden soll, wird in der nächsten Zeit noch angeglichen“, so Ruttensteiner.

Der neue Teamchef ist also da, einige Detailfragen aber noch offen.

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