Ein "Bauchgefühl" für Fuchs

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Koller kürt Fuchs zum neuen ÖFB-Kapitän

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Spätestens seit die Kapitäns-Schleife in der Teamchef-Ära von Didi Constantini, übertrieben formuliert, zu einer Art Wanderpokal wurde, gilt die Rolle des Spielführers im Nationalteam sprichwörtlich als „überbewertet“.

Einer muss das Amt jedoch offiziell ausfüllen, und das öffentliche Interesse an dieser Personalie ist naturgemäß riesengroß.

Nach monatelanger Beobachtung der internen Vorgänge hat sich nun auch Marcel Koller für „seinen“ Kapitän entschieden, und dieser heißt Christian Fuchs.

Janko nun „Vize-Kapitän“

Der Schalke-Legionär fungierte bislang als „Vize“ und vollzieht damit einen Rollentausch mit dem bisherigen Spielführer Marc Janko, der ab sofort als Ersatz von Fuchs dient.

Diese Entscheidung gab Koller im Rahmen der ÖFB-Pressekonferenz im Hinblick auf das Testspiel gegen die Türkei am Mittwoch bekannt.

Die Hintergründe wollte der Schweizer nicht näher erläutern, meinte nur: „Ich kenne Christian aus Bochum, habe dort ein Jahr intensiv mit ihm zusammengearbeitet, das war sicher auch ein kleiner Faktor.“

Zudem sei auch sein „Bauchgefühl“ entscheidend gewesen. Koller hatte bei seinem Amtsantritt letzten Herbst verkündet, dass er sich mit der endgültigen Kür des Kapitäns Zeit lassen wolle, und bis dahin Janko im Amt bliebe.

„Marcs Wort hat weiterhin Wichtigkeit“

Dass der Goalgetter nun ins zweite Glied rückt, sieht der 51-Jährige nicht als Degradierung. „Diese Entscheidung hat nichts mit Marc zu tun. Ich habe ihm meine volle Unterstützung zugesagt. Marc ist weiterhin ein sehr wertvoller Spieler, dessen Wort Wichtigkeit hat. Es ist ja nicht so, dass er nichts zu melden hat, nur weil er nicht mehr die Kapitänsbinde trägt.“

Gegen die Türkei hätte ohnehin Fuchs die ÖFB-Elf als Kapitän auf das Spielfeld geführt, denn Janko wird nur als Joker zur Verfügung stehen, wie der Teamchef verriet. Der Porto-Legionär versäumte bekanntlich Teile der Vorbereitung verletzungsbedingt und hat noch konditionellen Nachholbedarf.

Fuchs und Janko gehören naturgemäß auch dem von Koller bestimmten Spielerrat an, dessen weitere Mitglieder Paul Scharner, Andreas Ivanschitz, Sebastian Prödl und David Alaba heißen.

„Der Spielerrat ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Mannschaft und Vorstand, da es beim Team ja immer wieder auch um Prämien geht – da muss nicht das ganze Team vorsprechen. Auch wenn für mich kleinere Dinge anstehen, bespreche ich das mit dem Kapitän oder dem Spielerrat alleine, die das dann dementsprechend ins Team weiterbringen“, erläuterte Koller.

Konstanz im Kapitäns-Amt?

Dies soll jedoch keine Einbahnstraße sein, der Spielerrat könne auch auf ihn zukommen: „Wenn sie das Gefühl haben, es ist etwas nicht gut oder wir müssen etwas ändern, haben sie die Möglichkeit, das vorzubringen.“

Für ihn selbst sei es jedoch wichtig, weiterhin „mit jedem Spieler regen Kontakt zu haben und mich auszutauschen.“

Im Mittelpunkt des Interesses steht aber natürlich die Wahl von Fuchs zum Kapitän. Da Janko in der Vergangenheit bisweilen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stand, ist das Kapitänsamt für den 26-Jährigen ohnehin kein Neuland.

Der Linksverteidiger bestritt bislang 47 Länderspiele für Österreich und hat, da auf seiner Position unangefochten, gute Chancen, Konstanz in die Rolle des Kapitäns zu bringen.

Denn nach der Absetzung von Andreas Ivanschitz vor drei Jahren ist er nach Emanuel Pogatetz, Scharner und Janko bereits der vierte offizielle Spielführer.

Peter Altmann

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