Koller bezüglich Leitner "nicht abgeneigt"

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Die Cup-Sensation des FC Pasching hat auch ÖFB-Teamchef Marcel Koller ins Staunen versetzt.

"Eigentlich dachte ich, dass die Paschinger Siege gegen Rapid und Salzburg Weckrufe für die Austria waren. Aber das ist eben der Fußball, ich kenne solche Geschichten aus meiner eigenen Zeit als Spieler", meinte Koller am Freitag im ÖFB-Teamcamp in Stegersbach.

Der Schweizer sieht die 1:0-Finalsensation der Paschinger am Donnerstag gegen Meister Austria nicht als Armutszeugnis für den heimischen Fußball.

"Versuchen, sie wieder aufzubauen"

"Es war ein interessantes Finale, spannend zu beobachten." Koller weiß, dass die vier Austria-Kicker in seinem Teamkader nun einen heftigen Nackenschlag zu verdauen haben.

"Wir werden versuchen, sie wieder aufzubauen. Sie haben verdient den Meistertitel geholt, jetzt hat es eben einen herben Rückschlag gesetzt", betonte Koller.

Heinz Lindner, Manuel Ortlechner, Markus Suttner (im Finale aufgrund einer Sperre nicht dabei) und Philipp Hosiner werden am Sonntagabend zum Team stoßen und am Montag erstmals mittrainieren.

Rennen um Nummer eins offen

Lindner war zuletzt bei den Quali-Partien gegen die Färöer (6:0) und Irland (2:2) Kollers Nummer eins gewesen. Diesmal scheint in der Tormannfrage aber noch alles offen zu sein.

Robert Almer und Ramazan Özcan überzeugen Tormanntrainer Franz Wohlfahrt seit Mittwoch in Stegersbach mit Einsatz und Glanzparaden.

"Beide erfüllen die sehr hohen Ansprüche, die heutzutage an Torhüter gestellt werden", berichtete Wohlfahrt, der im April die Nachfolge des in die Politik abgewanderten Otto Konrad angetreten hat.

Kollektiv soll Ibrahimovic stoppen

Eine spezielle Vorbereitung auf Schwedens schussgewaltigen Starstürmer Zlatan Ibrahimovic hat Wohlfahrt nicht vorgesehen.

"Wenn sich das einer wünscht, dann werde ich es machen. Aber in Wirklichkeit ist es vollkommen egal, wer den Ball aufs Tor schießt. Das einzige Wichtige ist, dass der Schuss gehalten wird", meinte der 59-fache Teamtormann.

Koller möchte Ibrahimovic mit einem starken Defensivkollektiv kalt stellen.

"Es wird sich kein spezieller Manndecker an seine Fersen kleben. Denn Ibrahimovic ist erfahren genug, sich dem zu entziehen. Wir sind als ganzes Team gefordert, müssen uns gegenseitig unterstützen, kompakt stehen und die Räume eng machen", sagte der Chefcoach vor dem Duell mit dem 31-Jährigen von Paris Saint-Germain.

Leitner und Stojanovic ein Thema?

Den bei Bologna mittlerweile etablierten Jung-Goalie Dejan Stojanovic hat man im ÖFB offenbar noch nicht wirklich auf dem Zettel.

Der 19-Jährige, der beim Serie-A-Verein einen Vertrag bis 2016 erhalten hat, scheint nicht einmal im U21-Aufgebot auf. "Er ist es sicher wert, dass wir ihn beobachten. Und das werden wir auch machen", versicherte Wohlfahrt.

Ob sich der ÖFB und Moritz Leitner vom deutschen Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund noch einmal annähern werden, ist hingegen noch völlig offen. Leitner, der eine österreichische Mutter hat, ist auf den DFB sauer, weil er nicht für die anstehende U21-EM nominiert wurde.

Koller meinte zu diesem Thema: "Wir sind sicher nicht abgeneigt, wenn ein Spieler zu Österreich kommen will. Aber da muss der Spieler die Initiative übernehmen."

Duell Alaba vs. Harnik

Nach dem österreichischen Cupfinale wird Koller am Samstag auch das deutsche Pokalendspiel mit höchstem Interesse verfolgen.

Schließlich treffen in Berlin mit David Alaba (Bayern München) und Martin Harnik (VfB Stuttgart) zwei ÖFB-Stützen aufeinander, und das sogar im direkten Duell Mann gegen Mann.

"Das wird schon ein harter Fight. Aber die zwei mögen sich, und ich denke nicht, dass sie sich so Schmerzen bereiten werden, dass einer dann ausfällt. Denn das wäre natürlich nicht gut für uns", sagte Koller.

Am Montag beim Testspiel der Schweden in Malmö gegen Mazedonien wird Nick Neururer für den ÖFB live vor Ort die letzten Eindrücke von den Skandinaviern sammeln.

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