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"Alaba ist meiner Meinung nach eine Sensation"

Die Negativbilanz setzt sich fort.

Im sechsten Länderspiel des Jahres 2011 gibt es die fünfte Niederlage. In Klagenfurt unterliegt Österreich der Slowakei mit 1:2.

Teamchef Didi Constantini hadert bei der Pressekonferenz nach dem Spiel wieder einmal mit mangelnder Chancenverwertung.

Dabei sprach der Tiroler auch über die eigene Ineffizienz, Unserien von Torjägern, mögliche Überraschungen im nächsten Kader und den übermachtigen Gegner Deutschland.

TEAMCHEF DIETMAR CONSTANTINI ÜBER...

…DAS MATCH:

"Das Ergebnis ist negativ, das Spiel selbst war nicht so negativ. Aber davon kann man sich nichts kaufen. Schade, denn das hätte heute ein sehr schönes Spiel werden können. Wir hätten unsere Chancen in der ersten Halbzeit gleich nutzen müssen. Dann wären wir mit zwei Toren in die Pause gegangen. Da haben wir dann aber aus dem Nichts zwei Gegentore kassiert. Nach dem Anschlusstreffer von "Jimmy" (Hoffer, Anm.) haben wir zwar versucht, den Ausgleich zu erzielen, das ist uns aber leider nicht gelungen. Ich glaube nicht, dass wir schlecht kombiniert haben, aber die Tore wären das Salz in der Suppe gewesen."

…DIE MENTALE SITUATION NACH DEM 0:2-RÜCKSTAND:

"Es ist nicht leicht, mit so einem Ergebnis in die Halbzeit zu gehen. Da ist es dann auch für den Trainer schwer, ihnen etwas zu erklären. Schlussendlich ist es eben so, dass wir die Tore im Gegensatz zu den Slowaken eben nicht gemacht haben. Im Endeffekt waren wir einfach zu ineffizient, und so kann man eben kein Spiel gewinnen."

…DIE MANGELHAFTE CHANCENAUSWERTUNG:

"Wir haben sicherlich fünf gute Chancen gehabt, bei denen wir alleine auf das Tor gerannt sind. Dagegen, dass wir diese nicht nützen, kann man wenig machen. Da muss ich leider sagen, dass das in ein, zwei Tagen oder einer Woche Vorbereitung auch nicht wegzubringen ist. Entweder hast du das Glück, oder du hast es nicht. Momentan haben wir es eben nicht."

…TEAMKAPITÄN MARC JANKO:

"Marc ist ein sehr guter Fußballer, und ich glaube, er hat eine gute Leistung gebracht. Es ist nicht einfach, gegen solch große Leute wie die slowakischen Innenverteidiger zu spielen. Aber er hat Chancen aufgelegt. Sei es mit dem Kopf oder mit dem Fuß. Er war immer gefährlich, aber daraus ist leider nichts geworden. Immer kann er auch nicht treffen. Torjäger haben eben einfach auch öfter eine Phase, in der sie nicht in jedem Spiel einen Treffer erzielen."

…DEN STARK AUFSPIELENDEN DAVID ALABA:

"Der Junge ist meiner Meinung nach eine Sensation. Ein echter Ausnahmefußballer. Er spielt mit seinen 19 Jahren wie ein Routinier."

…DEN GEHEMMT WIRKENDEN JUNUZOVIC:

"Das ist aber nicht meine Schuld. Oder soll ich es etwa auch auf mich nehmen, wenn jemand gehemmt wirkt?"

…DEN PATZENDEN ALEKSANDAR DRAGOVIC:

"Drago ist ein Teil der Mannschaft, darum will ich die Niederlage nicht an ihm aufhängen. Solche Stellungsfehler passieren jedem einmal, und daraus können eben gleich Tore fallen."

…ZU EINFACHE GEGENTORE:

"Das ist so, weil wir uns nicht schnell genug umstellen."

…DIE SPIELANLAGE DER SLOWAKEN:

"Im Grunde genommen ist es so, dass sie hinten auf den Gegenangriff warten. Wenn dann nach einem Ballverlust zu wenige zurück laufen, dann steht den Slowaken zu viel Platz zur Verfügung. Da können die drei, vier die hinten dabei sind, schon einmal unglücklich aussehen."

…DIE LEISTUNG DES SCHIEDSRICHTERS:

"Das zweite Tor der Slowaken war Abseits, aber das kann passieren, dass der Schiedsrichter das übersieht. Nicht nur die Unparteiischen machen Fehler, sondern auch wir Trainer."

…TAKTISCHE ÜBERLEGUNGEN VOR DEM SPIEL:

"Junuzovic hat bei der Austria im Mittelfeld bereits überall gespielt. Harnik war zuletzt als hängende Spitze ganz stark, darum habe ich ihn in der Mitte und Juno rechts aufgestellt. Ich habe ihnen aber gesagt, dass sie, wenn wir gerade nicht im Ballverlust sind, jederzeit die Positionen tauschen können. Aber wenn man ihnen alles vorgibt, geht sowieso nichts weiter. Auch wenn mir jetzt wieder vorgeworfen werden wird, dass ich ein schlechter Taktiker bin, aber das macht mir nichts."

…(S)EINEN SICHEREN ARBEIITSPLATZ:

"Mein Arbeitsplatz braucht nicht gefestigt zu sein. Alles worum es geht, ist die Mannschaft, und da ist die Basis gegeben. Aber wie Präsident Windtner bereits gesagt hat: Wichtig ist, dass die Ergebnisse stimmen."

…DIE WEITERENTWICKLUNG DES TEAMS IN SEINER ÄRA:

"
Im spielerischen Bereich sind wir stärker als beispielsweise vor einem halben Jahr. Mit den richtigen Ergebnissen bekämen wir noch zusätzliche Kraft, aber das haben wir uns diesmal selbst verhaut. So schwer wäre es nicht gewesen, in der ersten Halbzeit ein oder zwei Tore zu machen."

…SEIN OFFENSICHTLICH VERLOREN GEGANGENES GLÜCK:

"Momentan heftet sicherlich das Pech an mir. Darum bin ich momentan nicht sonderlich glücklich."

…PERSONELLE ÄNDERUNGEN FÜR DAS NÄCHSTE SPIEL:

"Ich sehe keinen Grund, viel zu verändern. Paul Scharner ist, wenn fit, sicher wieder dabei, auch wenn er gegen Deutschland noch gesperrt ist. Ob es Überraschungen geben wird, werde ich jetzt noch nicht verraten."

…DIE MÖGLICHE KADER-ÜBERRASCHUNG ANDREAS IVANSCHITZ:

"Der Andi ist ein sehr guter Fußballer. Klar habe ich die Überlegung, dass Ivanschitz in der Zentrale torgefährlicher ist als etwa ein Junuzovic. Aber ich habe ihn jetzt nie dabei gehabt, und ich weiß nicht, ob seine Nominierung den Unterschied ausmacht."

…DAS DURCHZIEHEN SEINER LINIE:

"Ich würde lieber gewinnen, als meine Linie durchzuziehen."

…SCHLÜSSE FÜR DEUTSCHLAND:

"In erster Linie müssen wir abgebrühter ins Spiel gehen. Beim ersten Duell in Wien sind wir zu brav gewesen. Irgendwann musst du eben, wenn du im Ballverlust bist, eine Gelbe Karte riskieren, damit der Konter unterbrochen wird. Das haben wir aber nicht gemacht. In Deutschland wird es ein ganz anderes Spiel werden."

…ZIELSETZUNG FÜR DEUTSCHLAND:

"Wir fahren nach Gelsenkirchen um einen Punkt zu holen. Oder drei. Das mag nach diesem Spiel zwar etwas überheblich klingen, aber es ist ein neuer Anlauf. Da probieren wir erneut ob wir die Tore machen können."

…VERGLEICH MIT DEUTSCHLAND: 

"Im Vergleich zu Deutschland sind wir im Grunde genommen ein Niemand. Sie sind die Nummer drei der Welt und uns um einiges überlegen. Aber ich hoffe, dass wir trotzdem konzentrierter zu Werke gehen."

…EINFACHERE SPIELE GEGEN TOPTEAMS:

"Gegen Teams wie Deutschland ist es einfacher ins Spiel zu gehen als gegen vermeintlich gleichwertige Teams. Das ist so, weil es als Außenseiter immer einfacher ist, befreit aufzuspielen. Das war schon immer so."

…TEAMS AUF AUGENHÖHE:

"Bei Belgien ist es so, dass ganz Österreich glaubt, dass wir besser sind als die Belgier. Wenn man sich aber ansieht wo deren Spieler unter Vertrag stehen, muss man anerkennen, dass sie eine sehr starke Mannschaft sind."

Aufgezeichnet von Christoph Walter

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