"Ich bin kein Heilsbringer"

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Alaba: "Ich lasse mich nicht verrückt machen"

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Der Hoffnungsträger nach der Enttäuschung von Kasachstan.

Seit Samstag befindet sich David Alaba wieder im Kreis des Nationalteams und ob seines bevorstehenden Comebacks auch im Zentrum des öffentlichen Interesses.

Eine Rolle, die dem bescheidenen Bayern-Legionär bekanntlich nur bedingt recht ist. „Ich bin kein Heilsbringer“, betont der 20-Jährige, dass die Performance des ÖFB-Teams nicht von einer Person abhängig sei.

Den Rummel um seine Person und die damit einhergehende Erwartungshaltung begegnet Alaba mit der ihm eigenen Abgebrühtheit: „Sicher sind die Erwartungen sehr hoch, aber ich lasse mich von dem Ganzen nicht verrückt machen und versuche mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, einfach ich selbst zu bleiben.“

„Froh, wieder mit dem Ball spielen zu dürfen“

Bei aller Zurückhaltung ist deutlich spürbar, dass Alaba nach zwölf Wochen Verletzungspause wegen eines Ermüdungsbruchs auf seine Rückkehr brennt.

„Ich bin einfach froh, wieder mit dem Ball spielen zu dürfen. Sicher fehlt es mir noch ein bisschen an Präzision und Genauigkeit, aber ich fühle mich auf dem Platz wirklich ganz wohl“, erklärt der Wiener.

Noch sei es jedoch zu früh darüber zu spekulieren, ob er beim „Rückspiel“ gegen die Kasachen bereits wieder in der Startelf stehen werde.

Darüber, wie glücklich Jupp Heynckes über einen Einsatz Alabas im ÖFB-Dress wäre, wurde in den vergangenen Tagen viel geschrieben. Der Bayern-Coach wurde mit den Worten zitiert, dass sein Schützling noch nicht so weit sei, ein Match auf ganz hohem Niveau zu bestreiten.

„Ich bin Gott wirklich dankbar“

Einen Tag, nachdem Teamchef Marcel Koller in dieser Causa beschwichtigt hat, hält auch der 19-fache Internationale selbst dieses Thema für überbewertet:

„Im Gespräch mit mir war Heynckes sehr positiv. Er hat sich für mich gefreut, dass ich wieder zur Nationalmannschaft reisen kann, er hat es mir auch erlaubt. Mit dem Teamchef hatte er wirklich gute und positive Gespräche, sonst würde das alles auch nicht zustande kommen.“

„Wir sind wie Brüder“

„Man hat in den letzten Monaten gesehen, dass unser Pfeil nach oben geht“, will Alaba die Fortschritte der jüngeren Vergangenheit nicht aufgrund eines unglücklichen Resultats vergessen wissen, „wir müssen einfach nach vorne schauen. Wenn wir weiter versuchen, mutig aufzuspielen und durchzuziehen, was wir trainieren, ist noch alles drinnen.“

Denn die Qualität der ÖFB-Elf stimme nach wie vor: „Wir sind eine Mannschaft, die sehr hungrig ist. Wir haben viele Legionäre, sind auf fast jeder Position doppelt besetzt. Jeder einzelne Spieler bringt in seinem Verein das, was er bringen muss, nämlich Leistung. Und wir sind eine junge Mannschaft, die sich auch außerhalb des Feldes sehr gut versteht, wir sind wie Brüder.“

Wenn die Trainings gut verlaufen, kann Alaba der „ÖFB-Familie“ am Dienstag vielleicht schon am Platz weiterhelfen…

Peter Altmann

Für Alaba war dieser Ermüdungsbruch die erste wirklich lange Verletzungspause seiner Karriere. Die bis dahin längste Auszeit waren vier Wochen nach einem Bänderriss.

„Es war sicher nicht die schönste Zeit, aber ich konnte viel daraus lernen“, meint der Bayern-Jungstar, „ich hatte viel Zeit nachzudenken, musste jeden Tag sehr hart arbeiten, viele Stunden in der Kraftkammer sein. Aber ich bin Gott wirklich sehr dankbar, dass er mir die Kraft gegeben hat, um diese Zeit zu überstehen und wieder am Platz stehen zu können.“

„Man darf das nicht zu kritisch sehen“

Auch bei den Bayern, wo er weiterhin als Linksverteidiger eingeplant sei, hätten ihn die Kollegen bestens unterstützt: „Die meisten Spieler haben mir Mut zugesprochen und gesagt, dass ich ruhig bleiben soll und einfach hart arbeiten muss, um wieder da hinzukommen, wo ich einmal war.“

Die Situation beim ÖFB-Team beurteilt er trotz der Nullnummer in Astana positiver, als dies aktuell vielerorts geschieht.

„Im Großen und Ganzen war das Spiel okay, man darf das nicht zu kritisch sehen“, fordert Alaba und analysiert das 0:0 wiefolgt: „Wir haben ganz guten Fußball gezeigt, speziell in der zweiten Halbzeit. Wir sind auswärts sehr hoch gestanden, haben uns genug Chancen rausgespielt, aber der Ball wollte einfach nicht reingehen. Das muss am Dienstag besser werden.“

Natürlich seien in der WM-Qualifikation nun Punkte von Nöten, aber innerhalb der Mannschaft würden alle die Ruhe bewahren.

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