Der Trabzonspor-Legionär geht zumindest teamintern vom richtigen Umgang mit diesem Negativerlebnis aus: „Wir haben ja nicht zum ersten Mal verloren. Das ist schon das eine oder andere Mal in unserer Karriere vorgekommen, dementsprechend gut können wir damit umgehen. Die Jungs können das auch richtig einschätzen. Natürlich war am Tag danach die Enttäuschung sehr groß und ist nach wie vor groß, aber je näher es zum Irland-Spiel geht, weiß jeder, dass es nicht nachzutrauern gilt, sondern dass der Blick nach vorne gerichtet werden muss. So handhabt das auch jeder Spieler bei uns.“

„Es gibt keinen Grund, Trübsal zu blasen“

Im Kampf um den zweiten Platz in der Qualifikations-Gruppe C seien die Karten zudem nur bedingt neu gemischt worden: „An der Ausgangslage hat sich nichts geändert. Wir wollen weiter zu Hause gegen Irland drei Punkte einfahren und in Schweden auch etwas mitnehmen. Dann sind wir wieder voll im Rennen. Deswegen gibt es keinen Grund, Trübsal zu blasen.“

Ungünstig war am Freitag aus ÖFB-Sicht der Sieg Schwedens in Irland. Janko baut jedoch darauf, dass Deutschland zum Qualifikations-Ausklang gegen die Skandinavier auch dann alles geben wird, wenn die Reise zur WM nach Brasilien schon längst gebucht ist:

„Ich glaube, dass unsere deutschen Freunde bis zum Schluss hundertprozentig spielen und, wenn alles normal läuft, gegen Schweden gewinnen werden. Sie sind faire Sportsmänner und werden auch den Schweden das Leben schwer machen.“

Viele Gründe für einen Sieg

Damit diese Partie für Österreich noch Bedeutung hat, muss man zuvor ohnehin selbst seine Hausaufgaben erledigen. Dem 1,96-Meter-Hünen fallen zahlreiche Punkte ein, die gegen Irland für die ÖFB-Elf sprechen:

„Wenn man die Geschichte von Trapattoni studiert, spielen seine Mannschaften nie bedingungslose Offensive. Er ist von Natur aus so geprägt, dass die Null stehen muss und vorne wird schon irgendetwas passieren. Man hat auch bei unserem Spiel in Dublin gesehen, dass die Iren defensiv sehr gut stehen. Wir gehen auch diesmal nicht von einem Offensivspektakel aus.“

Janko vermutet, dass Trapattoni über der Kritik an seiner Spielweise, die derzeit auf ihn einprasselt, steht, und zwar aus gutem Grund: „Dieser Mann hatte in seiner Karriere so viel Erfolg. Er wird sich selbst fragen: Warum sollte ich etwas ändern, wenn ich so viel Erfolg hatte?“

„Dann werde ich mich auch nicht aufhängen“

Nichts ändern konnte Janko in der abgelaufenen Übertrittszeit bezüglich seines Arbeitgebers. Ein Last-Minute-Wechsel kam nicht mehr zustande, weshalb er auch in der Herbst-Saison bei Trabzonspor angestellt sein wird.

Janko stellte schon am letzten Transfertag klar, dass ein Verbleib in der Türkei kein Beinbruch sei. Dies gilt nach wie vor. Er wolle weiterhin um seine Chance kämpfen. Was, wenn dies nicht zum gewünschten Erfolg führt?

„Dann werde ich mich auch nicht aufhängen, sondern probieren, bis zum Winter auf Top-Level zu kommen und schauen, dass ich dann den Absprung schaffe, falls es so weiter geht wie bisher. In den Verhandlungen mit anderen Vereinen war meine Verletzung natürlich hinderlich.“

Vorerst ist das Nationalteam die beste Gelegenheit für Janko, Eigenwerbung zu betreiben. Gegen Schweden gelang dies bestens, gegen eine Wiederholung dieses Kunststücks gegen Irland hätte niemand etwas einzuwenden.

Peter Altmann

„Dass wir den Sieg mehr wollen, die größere Qualität in unseren Reihen haben, aus unseren Fehlern gelernt haben, den vor knapp zwei Jahren eingeschlagenen Weg erfolgreich weitergehen wollen und jeder genau weiß, was am Dienstag zu tun ist, um auf die Erfolgsspur zurückzufinden. Noch einmal: Es war ein Dämpfer, den wir in München erlitten haben, aber keiner, der uns aus der Bahn wirft. Jeder weiß nach wie vor, wo die Reise hingehen soll und was er dafür tun muss.“

Im ausverkauften Happel-Stadion wird es zum Duell zweier Teams kommen, deren Selbstbewusstsein zuletzt ein wenig gelitten hat. In Irland steht Teamchef Giovanni Trapattoni nach dem 1:2 gegen Schweden massiv in der Kritik.

Janko kennt den Italiener aus der gemeinsamen Zeit bei Red Bull Salzburg natürlich bestens und glaubt, dass der 74-Jährige sich von der schwierigen Lage nicht aus der Ruhe bringen lässt: „Er ist sich der Situation voll bewusst und hat sie in seiner Karriere schon mehrfach erlebt. Ich denke, er wird ruhig damit umgehen. Wenn man ihn feuert, ist das die Entscheidung Irlands, ich würde das nicht tun.“

„Man muss Trapattoni Respekt zollen“

Der ÖFB-Stürmer betont zudem, dass es nicht selbstverständlich gewesen sei, dass Trapattoni Irland zur EURO 2012 geführt habe. Zudem kontert er in perfektem Englisch die Kritik irischer Journalisten an der schwierigen Kommunikation mit dem Trainer-Oldie, dessen Englisch nur schwer verständlich ist: „Er hat auch in Salzburg versucht, Deutsch zu sprechen. Das ist natürlich nicht seine Muttersprache, aber man muss ihm Respekt zollen, dass er versucht, in dieser Sprache zu sprechen.“

Auf dem Platz habe in Salzburg immer jeder Spieler genau über seine Aufgaben Bescheid gewusst. Diese waren bei „Trap“ naturgemäß meist defensiv geprägt, daran habe sich laut Janko wenig geändert:

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