Weder Sixpack, noch Wamp'n

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Selbstvertrauen ja, abheben nein

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Keine Glanzleistung, aber ein Schritt nach vorne.

Nach dem 3:1-Erfolg über Finnland gaben sich die ÖFB-Protagonisten in Klagenfurt durchaus selbstkritisch.

"Das Spiel war nicht das Gelbe vom Ei, gegen die Ukraine waren wir besser", meinte Teamchef Marcel Koller, der in seinem zweiten Spiel den ersten Sieg einfuhr.

Verdienter Sieg

Darüber, dass das Ergebnis in dieser Form in Ordnung ging, waren sich aber alle einig. "Wir haben das ganze Spiel dominiert und hatten klar die besseren Chancen", wusste Franz Schiemer.

Andreas Ivanschitz sah es nicht anders: "Natürlich hat vieles nicht so ruhig ausgeschaut, aber es war auch nicht so einfach, gegen die dicht stehenden Finnen. Aber unterm Strich denke ich: Drei Tore zu Hause, das ist völlig in Ordnung."

Schiemer überrascht

Das ÖFB-Team präsentierte sich gegenüber der Teamchef-Premiere Kollers leicht verändert. Markus Suttner gab etwa sein Debüt im Nationalteam, Schiemer spielte in der Innenverteidigung.

Vor allem Letzteres überraschte ein wenig. Der Salzburg-Profi war erst am Montag nachnominiert worden, die ursprünglich schon im Kader stehenden Innenverteidiger Georg Margreitter und Manuel Ortlechner mussten unterdessen auf der Bank Platz nehmen.

"So schnell geht es im Fußball. Dass es für die Startelf reicht, habe ich nicht erwartet, ich war etwas überrascht", hatte selbst Schiemer nicht damit gerechnet.

"Kein alltägliches Tor"

Weitaus weniger überraschend war da schon, dass Marc Janko für das 1:0 der Österreicher sorgte. Die Art und Weise des Treffers mutete indes ziemlich kurios an. Der Porto-Legionär wurde von Finnland-Keeper Lukas Hradecky angeschossen, der Ball flog im hohen Bogen ins Netz.

"Dass es ein sehr glückliches Tor war, weiß ich, aber man muss da erst einmal nachsetzen und richtig stehen. Aber natürlich ist mir bewusst, dass es kein alltäglicher Treffer war", sagte der Torschütze, der zur Pause aufgrund von Wadenproblemen ausgewechselt wurde.

Weder Sixpack, noch Wampe

Von ungefähr kam es nicht, dass er dort stand, wie Schiemer verriet: "Wir haben uns vorgenommen, Druck zu machen, wenn solche Bälle zum Tormann kommen. Das war eine klare Vorgabe des Trainers. Dass das so aufgeht, ist wunderschön."

Mit welchem Körperteil er letztlich getroffen habe, wurde Janko gefragt. "Mit meinem Bauch", antwortete der Blondschopf. Und ließ es sich nicht nehmen, diesen zu beschreiben: "Ein Sixpack ist es vielleicht nicht, aber auf jeden Fall habe ich keine Wamp‘n."

Spielerisch nicht zufrieden

Auch der zweite Treffer war kein gewöhnlicher. Martin Harnik wurde vom Finnland-Keeper umgemäht, nachdem er das Leder mit dem Kopf ins Tor befördert hatte. "Es war nicht schmerzhaft. Wenn du ein Tor schießen willst, dann musst du auch mal in so einer Szene dahin gehen", so der Torschütze.

Während es an der Effektivität wenig auszusetzen gab, waren die ÖFB-Kicker mit ihrer spielerischen Leistung wenig zufrieden. "Wir haben versucht, die Finnen spielerisch auszukombinieren, das ist uns leider nur ganz selten gelungen, wir haben viele Fehlpässe drinnen gehabt", meinte Ivanschitz.

David Alaba: "Wenn wir unsere Ziele erreichen und nach vorne schauen wollen, müssen wir noch eine Schippe drauflegen. Ich denke, dass wir noch viel Luft nach oben haben."

Coach Koller sprach von "vielen kleinen Pass- und Flüchtigkeitsfehlern". Sein Gegenüber, Mixu Paatelainen, hatte am Spiel seiner Mannen Ähnliches zu bekritteln: "Ich bin sehr enttäuscht. Unser Passspiel war sehr schlecht. Deswegen haben wir uns selbst unter Druck gesetzt. Dann bist du natürlich anfälliger auf individuelle Fehler."

Das Selbstvertrauen ist gestiegen

Doch während die Nordeuropäer mit einer Niederlage leben müssen, hatte der ÖFB verdienterweise das bessere Ende für sich.

"Natürlich wichtig für das Selbstvertrauen, dass wir gewinnen. Auch, wenn die Spiele nicht so gut laufen", war Koller bewusst.

"Heute zählt auch einmal nur das Ergebnis, das muss man so mitnehmen. Sicher eine positive Sache für uns – der Weg geht weiter", sagte Ivanschitz.

Die Aussagen lassen folgenden Schluss zu: Ein Sieg fürs Selbstvertrauen, der aber gewiss niemanden abheben lässt.


Harald Prantl/Peter Altmann/Jakob Faber

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