Vastic ist kein Spekulant

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„Man muss stärker zurückkommen“

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Nichts wurde es mit der nächsten Sensation.

Nach dem klaren 4:0-Sieg der Austria Amateure gegen die Vienna in der ersten Runde des ÖFB-Cups setzte es gegen den nächsten Erste-Liga-Klub ein Heim-Debakel: Der LASK gewann 5:0.

Damit wurde es für Amateure-Coach Ivica Vastic auch nichts mit einem Erfolg über seinen Ex-Klub.

„Der LASK hat verdient gewonnen, auch in dieser Höhe. Sie sind die routiniertere Mannschaft und das hat sie eiskalt ausgenützt“, resümierte der 41-Jährige nach den 90 Minuten.

LASK-Fans mit Vastic-Sprechhören

Vastic war dennoch ein gefeierter Mann, die rund 60 Linzer Anhänger würdigten ihren ehemaligen Aufstiegshelden von 2007 nach Schlusspfiff mit „Ivo, Ivo“-Sprechhören.

Diese hallten schon zuvor durch das mit 247 Zuschauern schütter besuchte Stadion, in dem jeder Ruf der Protagonisten zu hören war.

Als der LASK in Minute 63 einen Elfmeter zugesprochen bekam, wurde Vastic von den Gäste-Fans als Elfertorschütze gefordert – so wie jedes Mal in dessen LASK-Jahre von 2005 bis 2009.

Der 50-fache Nationalspieler winkte den Fans nach dem Spiel zu und wünscht seinem Ex-Klub auch den Aufstieg: „Das Potenzial ist da und für mich ist der LASK einer der Top-Favoriten.“

Sein Team kann zwar auch Meister werden, aber als Amateur-Mannschaft nicht aufsteigen. Aktuell rangieren die Jungveilchen hinter Horn auf dem zweiten Platz in der Regionalliga Ost.

Zufrieden ist Trainer Vastic aber nie.

„Es geht immer besser. So muss es auch sein. Die Jungs wollen nach oben, dafür muss viel investiert und gearbeitet werden. Alleine mit Spaß geht es nicht“, erklärt der Coach, der 2009 bei Waidhofen/Ybbs seine zweite Karriere begonnen hatte und als Meister 2010 zur Austria wechselte.

Sturm? „Alles Spekulationen“

Gerüchten zufolge soll er bald wieder wechseln und Sturm-Trainer werden, falls Franco Foda ÖFB-Teamchef wird.

„Das sind alles Spekulationen, an denen ich mich nicht beteilige. Ich bin hier und konzentriere mich alleine auf meine Arbeit“, hält Vastic klipp und klar fest.

Der Job bei der Austria mache ihm Spaß, solche Ergebnisse gehören für ihn dazu. An diesem Abend war für den einzigen EM-Torschützen Österreichs das Resultat auch nur Nebensache.

Sein Keeper hatte sich kurz vor dem 0:1 verletzt, Günther Arnberger musste nach siebenminütiger Behandlung auf dem Feld abtransportiert werden. Die erschütternde Diagnose: Schienbeinbruch.

„Der Schock während der Partie saß schon tief. Er wird am Donnerstag operiert. Es ist natürlich bitter, er wird jetzt leider einige Zeit fehlen.“

„Toni muss stärker zurückkommen“

Einige Zeit fehlen wird auch Vastic-Sohn Toni dem FC Bayern. Der 18-Jährige hat sich nach seinem guten Saisonstart bei den Bayern-Amateuren in der Regionalliga Süd, in der er in sieben Spielen drei Tore erzielte, zwei Bänder im Sprunggelenk gerissen. Am Mittwoch muss er unter das Messer.

„Er hat gut angefangen, aber es ist ein Teil vom Beruf und da muss man durch. Man muss das Beste daraus machen und stärker zurückkommen“, gibt ihm der Vater mit auf den Weg.

Erst in diesem Sommer wechselte Toni von den Blackburn Rovers nach München.

„Die Nähe war sicher mit ein Grund und wohl auch die Mentalität in Deutschland. Bayern ist zudem eine gute Adresse, er hat einen guten Trainer (Andries Jonker, Anm.) und da kann er sicher sehr viel mitnehmen. Es ist wichtig, dass er spielt und Erfahrungen sammelt“, begründet „Daddy Cool“.

Was für seinen Sohn gilt, gilt auch für seine Mannschaft: „Wir sind jung, das braucht Zeit.“

Ein 0:5 gehört in der Entwicklung dazu: „Es war ein lehrreiches Spiel für uns.“

Und ein Debakel gegen den Ex-Klub, dessen Fans Vastic ungebrochen Sympathien entgegenbringen, ist wohl eher zu verschmerzen…

 

Bernhard Kastler

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