"In einem Finale gibt es keinen klaren Favoriten"

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Der dritte Double-Gewinn nach 2012 und 2014 ist das klare Ziel von Meister Red Bull Salzburg im ÖFB-Cup-Finale.

Als Selbstläufer sehen die "Bullen" das Duell mit der Wiener Austria am 3. Juni (20.30 Uhr) im Klagenfurter Wörthersee-Stadion aber keinesfalls.

"In einem Finale gibt es keinen klaren Favoriten", sagte Salzburg-Trainer Adi Hütter am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Wien.

"Keine klare Favoritenrolle"

Salzburg gegen die Austria sei ein Aufeinandertreffen zweier Top-und Traditionsvereine.

"Deshalb sollte man von einer klaren Favoritenrolle sehr großen Abstand nehmen", betonte der Vorarlberger.

Seine Truppe war im laufenden Bewerb mit 30:3-Treffern die Tormaschine, doch auch die in der Meisterschaft extrem enttäuschenden Wiener waren im Cup mit 22:0-Toren extrem souverän unterwegs.

"In einem Spiel kann viel passieren", warnte Hütter vor dem Gegner im 80. Cup-Finale der Geschichte.

Historische Chance für Salzburg

Die Salzburger würden bei einem Erfolg erst als dritte Mannschaft überhaupt das Kunststück zustande bringen, das Double erfolgreich zu verteidigen.

Das haben zuvor nur die beiden Wiener Topclubs Rapid (1920) und Austria (1963) geschafft.

"Deshalb ist es schon ein besonderes Spiel für uns", meinte Hütter. "Und die Mannschaft ist auch hungrig."

Hütter selbst könnte mit einem Titelgewinn auch seine eigene Cup-Bilanz als Trainer aufbessern. Während seiner Stationen bei den Red Bull Juniors, in Altach sowie Grödig blieb das Finale bisher immer in weiterer Ferne.

Hütter will ersten Cup-Titel

"Als Trainer hatte ich vor dieser Saison noch nie das Frühjahr gesehen", erinnerte der Salzburg-Coach an seine bisher wenig erfolgreichen Cup-Auftritte. Als Spieler gelang dem 45-Jährigen mit dem GAK (2002) ein Cupsieg, allerdings spielte er da keine Rolle.

Sein Gegenüber Andreas Ogris hat demgegenüber drei Cupsiege mit der Austria (1990, 1992, 1994) zu Buche stehen.

"An das Cupfinale habe ich durchwegs positive Erinnerungen, ich kann mich nicht an viele Niederlagen erinnern. Jetzt als Trainer ist die Ausgangsposition aber anders. Es ist ein sehr entscheidendes Spiel für uns, weil wir nur mehr über den Cup einen internationalen Bewerb erreichen können", sagte Austrias Interimstrainer.

Austrias Chance auf den Europacup

Der Druck sei durch die schlechte Ausgangslage aber nicht größer als sonst. "Die Mannschaft weiß, worum es geht, was auf sie zukommt. Die Burschen sind topmotiviert und sehr fokussiert", blickte Ogris durchaus optimistisch nach vorne.

Für den 50-Jährigen selbst ist es vorerst das letzte Highlight als Chefcoach auf der Betreuerbank der Wiener, in den nächsten Tagen soll ja der neue Trainer präsentiert werden. Sportdirektor Franz Wohlfahrt wollte sich am Mittwoch aber zu dieser Thematik nicht äußern.

"Wir sind, was den Kader betrifft, schon sehr weit, müssen aber natürlich auf den Trainer noch ein paar Tage warten und werden dann noch in die entscheidenden Gespräche gehen", ließ sich der Ex-Goalie nichts Wesentliches entlocken.

10.000 Tickets abgesetzt

Bisher wurden mehr als 10.000 Tickets für das ÖFB-Cup-Finale abgesetzt. Die "Bullen" rechnen mit 2.000 bis 3.000 eigenen Fans, die Austria verkaufte bisher mehr als 1.000 Karten an die eigenen Anhänger.

"Wir brauchen in unserer Situation auch die Unterstützung der Fans dringend", hofft Wohlfahrt auf dem Weg zur großen Überraschung auf den zwölften Mann.

Eine verkorkste Saison mit nur Platz sieben nach 35 Runden und einem da klar verpassten Europacupplatz kann für die Wiener nur der Cupsieg retten.

"Wir können mit einem Sieg im Finale vieles reparieren, der Cupsieg kann aber nicht alles ersetzen", sagte Wohlfahrt.

"Können vieles reparieren"

Kapitän Markus Suttner sah das ähnlich: "Uns ist bewusst, dass wir vieles reparieren können, aber nicht alles."

Die Salzburger haben im Gegensatz dazu das größere Saisonziel mit dem Meistertitel schon erreicht.

"Eine Niederlage würde die Saison nicht trüben, aber das Double zu schaffen, ist immer noch mehr wert als nur die Meisterschaft", schilderte Hütter seine Sicht. Geleitet wird die Partie von Oliver Drachta.

"Wir haben das Duell Meister gegen einer der beiden Topclubs aus Wien. Deshalb haben wir einen unserer drei stärksten Referees aufgeboten", sagte Schiedsrichter-Chef Robert Sedlacek, der auch Vorsitzender des Cup-Komitees ist.

Viele Entscheidungen fallen

ÖFB-Generaldirektor Alfred Ludwig freute, dass im Endspiel noch viele Entscheidungen fallen.

So geht es nicht nur um den Titel, sondern zwischen der Austria und dem WAC (der auf einen Salzburg-Sieg hoffen muss) noch um den letzten freien internationalen Startplatz.

Auch die Cup-Wertungen Torschützenkönig und Fair-Play-Wertung sind noch nicht entschieden. "Wir haben weiters, speziell für das 80. Endspiel, das Rahmenprogramm erweitert", sagte Ludwig.

So wird am Tag vor dem Endspiel im Casineum in Velden eine Cup-Night über die Bühne gehen.

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