Viktoria lehrt Ried das Fürchten

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Die Viktoria bot den Riedern starke Gegenwehr

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Tri tra trallala - Tor für die Viktoria."

Wie der Torschrei des Platzsprechers blieb am Dienstag auch das von Toni Polster herbeigesehnte Cupwunder aus.

Polster ist stolz auf seine Truppe

Der Viertligist aus Wien durfte aber erhobenen Hauptes den Sportklubplatz verlassen, auf dem man dem Vorjahresfinalisten SV Ried im Achtelfinale einen tollen Kampf geliefert hatte.

"Hut ab, ich bin stolz auf meine Jungs", meinte ÖFB-Rekordtorschütze Polster nach einer 0:1-Niederlage, bei der der gravierende Klassenunterschied oft nicht zu sehen war.

Die Kunstrasen affinen Amateure der Meidlinger ließen sich auch vom ungewohnten und rutschigen Terrain auf dem eigens angemieteten Sportclubplatz nicht aus der Ruhe bringen, die ideenlosen Rieder wankten zumindest 45 Minuten lang - wie schon Erstligist Kapfenberg in der Runde zuvor.

Rieder haken Leistung ab

"Schlecht. Das Spiel sollten wir aber sofort wieder abhaken", urteilte denn auch Heinz Fuchsbichler, Coach der Rieder, die fast in Bestbesetzung angetreten waren.

"Typisch Cup. Die Spieler wissen von Beginn an, dass sie hier eigentlich nur verlieren können", ergänzte Manager Stefan Reiter und zollte dem Gegner Lob: "Die hatten ja sogar die zweite Luft."

Polster, der Stunden zuvor die UEFA-Pro-Trainerlizenz erworben hatte, fand die Leistung seiner Truppe jedenfalls "fantastisch. Das hätte ich mir nicht gedacht. Da wäre sogar mehr drin gewesen", erklärte der 48-Jährige.

Wetter spielte nicht mit

"Ein Spiel auf Augenhöhe, wir waren in manchen Phasen des Spiels die bessere Mannschaft. Eigentlich haben wir ein Gurkentor bekommen."

Der Goleador von einst war einer Meinung mit Viktoria-Präsident und Alkbottle-Frontman Roman Gregory, für den die Besucherzahl (ca. 850) einziger Wermutstropfen blieb.

"Schön, dass wir überhaupt so weit gekommen sind."

Polster war mit der Leistung hochzufrieden

Kein Hauptsponsor in Sicht

Weil man auch noch ohne Hauptsponsor dasteht, zierten die Dressen eigens für das Cupspiel Alkbottle-Logos, die nun einen Monat lang auf der Viktoria- und Alkbottle-Homepage zur Versteigerung angeboten werden.

Das Geld geht an das Viktoria-Sozialprojekt, dank dessen Obdachlose in den Wintermonaten in den Kabinen übernachten können.

Dass der Verein sich selbst als "Kultklub mit Engagement" bezeichnet, mag, was den ersten Teil des Slogans betrifft, etwas übertrieben sein - mit dem Engagement nimmt es der Grätzlclub aber ernst.

Soziale Komponente wichtig

"Mir ist die soziale Komponente wichtiger als die sportliche", umriss Obmann Roman Zeisel, der seit 2006 gemeinsam mit Gregory an einer Neupositionierung der Viktoria arbeitet, die Mission des Clubs.

Ihm gehe es vor allem darum, im Wiener Amateurfußball "ein bissl was zu verändern". Polsters Verpflichtung war dabei mehr als hilfreich, bescherte der Viktoria viel mediale Beachtung.

Doch Eile ist geboten. Denn "Toni Doppelpack", der in der Regionalliga auch schon die LASK Juniors betreute, macht aus seinen Ambitionen, höhere Trainerweihen anzusteuern ("Ich werde die Chance nützen"), kein Hehl. "Der Klub muss schauen, dass der Hype nicht abreißt. Denn wenn er geht, ist die Sonne weg", betonte Zeisel.

Ziel Regionalliga

Dann müsste man sich vielleicht auch wieder von den Gedanken an einen Stadionneubau verabschieden, der an der Stätte des ehemaligen Wacker-Platzes nahe Schönbrunn realisiert werden soll.

Mittelfristiges sportliches Ziel des aktuellen Stadtligadritten bleibt jedenfalls der Aufstieg in die Regionalliga:

"Mit einheitlichem Konzept ist es möglich, im Wiener Fußball die Nummer fünf zu werden", sagte Zeisel, der den Club also hinter Rapid, der Austria, der Vienna und dem Sportklub positionieren will.

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