Cup-Kritik und Kampfansage

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Maierhofer: "Das ist kein Freundschaftsspiel!"

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In der Red Bull Arena kommt es ab 19 Uhr (bei LAOLA1 im LIVE-Ticker) zu einer historischen Begegnung: Zum vermutlich letzten Mal tritt ein Amateur-Team eines Bundesliga-Klubs im ÖFB-Cup an.

Die Red Bull Juniors treffen dabei ausgerechnet auf Red Bull Salzburg. Ein Cup-Viertelfinale als besseres Trainingsmatch?

„Sicher nicht“, wenn es nach RBS-Stürmer Stefan Maierhofer geht. „Ich glaube, dass die Jungs von den Juniors extrem motiviert sein werden. Sie dürfen gegen die Großen ran und wollen sich dementsprechend in den Mittelpunkt spielen.“

„Das ist kein Freundschaftsspiel und es gibt intern auch keine Vorgabe, dass das Profi-Team weiterkommen muss“, stellt der 2,02-Meter-Hüne klar. „Wir müssen trotz allem zeigen, dass wir die A-Mannschaft sind und uns erst verdienen weiterzukommen. Dennoch gehe ich von einem Aufstieg aus, weil wir alle Profi genug sind, um die Juniors nicht zu unterschätzen.“

In Deutschland top, in Österreich Flop?

Mit einem Zuschaueransturm rechnet der baumlange Stürmer aber nicht und kritisiert gleichzeitig den Spieltermin: „Wenn es ein paar Hundert werden, können wir froh sein! Die Ansetzung des Spieltermins ist nicht die glücklichste: Fast zeitgleich spielt in der deutschen Bundesliga Dortmund gegen Bayern. Da werden wohl viele Tausend daheim vor dem Fernseher sitzen, anstatt zu uns ins Stadion zu kommen.“

Apropos Deutschland: Dort lockt der Cup (offiziell „Pokal“ genannt) bekanntlich die Massen in die Stadien und wird auch von den Medien entsprechend in Szene gesetzt.

Maierhofer durfte den schwarz-rot-goldenen Pokal-Wahnsinn im Vorjahr selbst miterleben, als er mit Zweitligist MSV Duisburg im Endspiel im Berliner Olympiastadion vor 75.000 Zuschauern Schalke 04 herausforderte und als Underdog die Partie zumindest 17 Minuten offen halten konnte (Endstand 5:0 für S04).

Leidige Zuschauer-Misere

ÖFB-Cup: Kein Zuschauermagnet

Diese ließ der ÖFB-Cup zuletzt vermissen. Zu den Achtelfinalspielen verirrten sich – trotz Heimspielen von Rapid, Sturm und Salzburg – im desaströsen Schnitt nur 2.257 Zuseher in die Stadien. Der ÖFB reagierte darauf vorerst mit einer Verbannung der Amateur-Teams.

Für den 29-Jährigen nur bedingt nachvollziehbar: „Ich finde das schade. Das sind wichtige Spiele, in denen man viel lernen kann. Es ist für die Jungen immer schön, auch mal gegen die großen Teams ran zu dürfen und sich zu beweisen.“

„Schritt in Richtung Cup-Sieg“

Die wohl letzte Gelegenheit zum Kräftemessen Amateure gegen A-Team bietet sich den Juniors um 19 Uhr. Wohl letzte, weil Maierhofer und seine Salzburger Kollegen nichts anbrennen lassen wollen: „So leid es mir für die Jungs tut: Aber für uns ist dieses Viertelfinale ein weiterer Schritt in Richtung Cup-Sieg. Und wir werden hochkonzentriert in das Spiel gehen.“

Seine eigene Ladehemmung tritt für den Angreifer derzeit in den Hintergrund: „Ich habe in dem Frühjahr leider noch nicht getroffen. Aber ich hoffe, dass in den nächsten Spielen von meiner Seite her auch wieder das Erfolgserlebnis kommt.“

„Für mich ist es in erster Linie wichtig, dass wir als Team am Ende des Jahres ganz oben stehen – hoffentlich in der Meisterschaft und im Cup.“

Michael Höller

Erinnerungen an das Vorjahr

Dass derselbe Bewerb in den Nachbarländern Deutschland und Österreich einen dermaßen anderen Stellenwert hat, erklärt sich der Stürmer vor allem mit der unterschiedlichen Mentalität: „Der Fußball an sich steht bei uns bei weitem nicht so im Vordergrund wie in Deutschland.“

„Dort oben kann eine einzige Cup-Sensation eine unglaubliche Euphorie auslösen, vor allem im Ruhrpott, wo die Leute extrem fußballbegeistert und hungrig auf Erfolge sind. Das habe ich im Vorjahr bei unserem Erfolgslauf bis ins Finale mitbekommen.“

„Wir haben mit Köln und Kaiserslautern auch zwei Bundesligisten rausgeschmissen. Mit so etwas kannst du als unterklassiger Verein in Deutschland richtig gutes Geld in die Kassen holen“, erklärt Maierhofer. „Da helfen die Sponsoren, aber auch die dementsprechenden Zuschauerzahlen.“

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