Mit freiem Kopf zum Durchbruch

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Das hat Seltenheitswert.

Es kommt nicht alle Tage vor, dass sich Thomas Schaaf vor Journalisten explizit zu den Vorbereitungs-Leistungen eines einzelnen Spielers äußert.

Und wenn es sich dabei noch dazu um einen erst 19-Jährigen handelt, ist das schon etwas ganz Besonderes.

"Er war sehr auffällig"

Diese Ehre wurde zuletzt Lennart Thy zuteil. „Er war in der Vorbereitung sehr auffällig“, lobte der Werder-Coach den Angreifer.

Und er legte nach: „Er spielt mit viel Einsatz, kann den Ball behaupten, hat eine gute Trefferquote – er ist in allen Punkten vorne dabei.“ Man kann fast davon sprechen, dass der sonst so kühle Coach ins Schwärmen gerät, wenn er seinen Schützling beurteilt.

Liga-Debüt im Dezember

Bereits in der vergangenen Saison hat Schaaf dem Mittelstürmer im Dezember zu seinem Bundesliga-Debüt verholfen. In Dortmund durfte der Deutsche mit dänischen Wurzeln 21 Minuten ran, wenige Tage danach im Heimspiel gegen Kaiserslautern waren es 29 Minuten.

Darüber hinaus stand er in der Champions League an der White Hart Lane gegen Tottenham zwölf Minuten auf dem Feld.

Zudem lief der Blondschopf bei den Amateuren in der dritten Liga 35 Mal auf, erzielte fünf Treffer und steuerte einen Assist bei.

Der Kopf ist frei

Es muss jedoch erwähnt werden, dass der Youngster vor allem im Frühjahr auch andere Sorgen hatte.

Der Schulabschluss musste gemacht werden. Diese Hürde hat Thy erfolgreich gemeistert. Am Morgen nach dem Abi-Ball ging es dann mit den Bremer Profis nach Norderney ins Trainingslager. Mit freiem Kopf.

„Ich bin sehr neugierig, wie er und Florian Trinks sich präsentieren. In dieser Situation waren sie noch nie, sich einfach ohne Belastung durch Abitur und Auswahlmannschaft auf den Profifußball zu konzentrieren. Immerhin gehören sie zu den besten Spielern in ihrem Jahrgang“, meinte Sportdirektor Klaus Allofs.

Apropos Auswahlmannschaft: Bei der U17-EM 2009 errang der Stürmer nicht nur den Titel, sondern wurde ex aequo mit dem Niederländer Luc Castaignos auch Torschützenkönig – er erzielte drei Treffer. Im selben Jahr war er übrigens auch erfolgreichster Goalgetter der U17-Bundesliga.

Mit Marins Hilfe

Doch die Zeiten im Nachwuchs sind vorbei. Nun will sich der Teenager bei den Profis einen Namen machen. Auch mit der Hilfe von Marko Marin, wie er verrät: „Er unterstützt mich, treibt mich an, kommt immer zu mir und fordert ein Tor, dann mache ich auch meistens eins.“

Die Konkurrenz ist jedoch groß. Mit Claudio Pizarro, Markus Rosenberg, Marko Arnautovic, Sandro Wagner, Denni Avdic und Marko Futacs stehen sechs weitere Angreifer im Kader der Norddeutschen.

Auch deswegen bleibt das Talent am Boden. Trotz Schaafs Sonderlob weiß Thy: „Noch habe ich nichts erreicht. Ich muss einfach weitermachen.“

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