"Lionel ist der Beste, den ich je gesehen habe"

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König, Maestro, Genie, der neue Maradona - nach der atemberaubenden Endspiel-Show von Lionel Messi überschlugen sich die Beobachter mit Superlativen und selbst der eigene Trainer legte jede Zurückhaltung ab.

"Lionel ist der Beste, den ich je gesehen habe und wahrscheinlich auch der Beste, den ich jemals sehen werde", sagte Josep Guardiola nach Barcelonas überwältigendem 3:1-Erfolg gegen Manchester United.

"Lionel ist einzigartig"

Messi dribbelte und dirigierte in dieser berauschenden Fußball-Nacht wie von einem anderen Stern. Das Tor zum 2:1 steuerte der kleine Virtuose in der 54. Minute mit einem trockenen Schuss aus der Distanz selbst bei.

"Ohne ihn hätten wir nicht diese Qualität. Lionel ist einzigartig. Ich hoffe, dass er nie genug vom Fußball bekommt", schwärmte Guardiola nach Barcelonas viertem Champions-League-Titel.

Messis Teamkollege Pedro, der Barca mit 1:0 in Führung brachte (27.), hatte bereits vor der Partie gesagt: "Uns allen sind seit langem die Adjektive ausgegangen, um ihn zu beschreiben."

Einfache Wahl zum Man-of-the-Match

Messi zeigte den 87.695 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion und den mehr als 115 Millionen Menschen an den Fernsehschirmen weltweit, warum es in seiner Sportart keinen Besseren gibt.

"Messi macht uns froh, dass wir leben. Schöneres Lob kann es für einen Fußballer nicht geben", schrieb die schwedische Zeitung "Aftonbladet".

Wenig überraschend verlieh die UEFA dem 1,69 Meter großen argentinischen Nationalspieler den "Man-of-the-match-Award".

Messi mit Tor-Debüt

Der Weltfußballer der vergangenen beiden Jahre schraubte seine sagenhafte Trefferquote in dieser Saison auf 53 Tore in 55 Pflichtspielen.

Erstmals traf der Zauber-Floh dabei auf englischem Boden. "Wir wollen weiter Titel gewinnen. Um ehrlich zu sein, wir waren klar überlegen und haben diesen Sieg verdient", sagte der stille, fast schüchterne Superstar.

König Messi krönt sich selbst

Auf dem Rasen hatte der 23-Jährige seine schwerelose Spielkunst vorgeführt wie es nur wenige können.

Seine Pässe stellten selbst furchtlose Abwehrrecken wie Manchesters Nemanja Vidic vor unlösbare Probleme. "König Messi. Ein Fußball-Genie. Er ist der neue Maradona", schrieb die italienische Zeitung "Corriere dello Sport" am Sonntag.

Nach der Siegerzeremonie setzte sich Messi die silberne Henkeltrophäe auf den Kopf und trug sie die 107 Stufen von der Ehrentribüne runter auf den Rasen zurück.

Kritiker nach Gala verstummt

Was hatten sich die Kritiker Anfang des Jahres noch mokiert, dass nicht die Weltmeister und Barca-Teamkollegen Andres Iniesta oder Xavi die Trophäe des Weltfußballers erhielten.

Spätestens seit dem Auftritt in der Kathedrale des Fußballs kann es aber keinen Zweifel mehr geben: Er ist einfach der Beste der Welt.

Auf die Frage, welche Ziele er denn jetzt für die nahe Zukunft habe und ob er jetzt endlich eine Pause herbeisehne, antwortete Messi: "Ich will im Juli mit Argentinien die Copa America gewinnen."

Große Geste von Puyol bei Pokalübergabe

Die Ehre, den Pokal als Erster zu stemmen, hatte aber ein Mitspieler Messis.

Es war nicht der etatmäßige Barca-Kapitän Carles Puyol und auch nicht der abendliche Anführer Xavi, der um 22.48 Uhr in London die silberne Henkeltrophäe als Erster berühren durfte, sondern Eric Abidal.

Der Franzose hatte plötzlich die gelbe Binde am Oberarm und bekam auf der Tribüne von UEFA-Präsident Michel Platini den Pokal überreicht.

"Man darf nicht vergessen, dass unsere Spieler auch Menschen sind. Und gerade nach so einem Spiel darfst du den menschlichen Aspekt nicht vergessen. Das war eine ganz große Geste von Carles", sagte Guardiola.

Abidal überglücklich über Entscheidung

Noch vor wenigen Wochen hatte der 31-jährige französische Nationalspieler Abidal wegen einer Krebserkrankung um sein Leben gerungen, jetzt durfte er gegen ManUnited von Anfang an ran und feierte seinen größten sportlichen Erfolg.

"Ich kann meine Gefühle nicht beschreiben", sagte der 1,86 Meter große Abwehrspieler. "Es ist wunderbar. Ich bin so dankbar für diese Geste." "Diese Geste hat einen ewigen Symbolwert", meinte die Zeitung "El Periodico de Catalunya".

Xavis Eltern nicht mehr Spielverderber

Sonst feierte die spanische Presse den Erfolg der Katalanen überschwänglich.

"Das war das beste Barca der Geschichte", jubelte das Fachblatt "Sport". "El Mundo Deportivo" ernannte die Blau-Roten zum "besten Team der Welt".

"El Pais" adelte Barca-Regisseur Xavi zum "Sir". Die Zeitung erinnerte auch daran, dass der Spielmacher beim ersten Europacupsieg der Katalanen 1992 das Finale im Wembley-Stadion nicht ansehen durfte, weil seine Eltern ihm die Reise nach London verboten hatten.

"Jetzt war Xavi kein Zuschauer, sondern der Chef", schrieb das Blatt.

"Goldenes Zeitalter für spanischen Fußball"

Sogar die Madrider Presse, die sonst eher mit Barcas Erzrivalen Real sympathisiert, fand einen Grund zum Feiern.

"Superbarca: Der spanische Fußball ist weiterhin Weltspitze", titelte das Sportblatt "As.

Die Zeitung "El Mundo" ergänzte: "Der große Erfolg des FC Barcelona belegt, dass der spanische Fußball ein ‘Goldenes Zeitalter‘ erlebt."

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