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Drogba im Stil eines Champions zum 1. großen Titel

Didier Drogba hat es geschafft.

Der Stürmerstar des Chelsea FC hat zum ersten Mal in seiner langen Karriere ein bedeutendes Finale gewonnen. Und er hat es im Stile eines wahren Champions gemacht.

Drogba war am Samstag beim Triumph seines Clubs im Champions League-Finale gegen Bayern München (4:3 im Elfmeterschießen, 1:1 nach 120 Minuten) der Matchwinner.

Der Torjäger rettete den Londoner Club mit einem sehenswerten Kopfball zwei Minuten vor dem Abpfiff der regulären Spielzeit in die Verlängerung.

Den letzten und entscheidenden Elfmeter im Nervenkrimi verwandelte der Ivorer in der Münchner Allianz Arena höchstpersönlich.

Zeit der Unvollkommenheit ist zu Ende

Drogbas Zeit der Unvollkommenheit ist zu Ende. Als Kapitän der Elfenbeinküste konnte er Pleiten in zwei Afrika-Cup-Endspielen (2006 und 2012) nicht verhindern.

Als er noch bei Olympique Marseille spielte, unterlag er 2004 im UEFA-Cup-Endspiel dem FC Valencia. Last but not least: Die Elfmeter-Niederlage 2008 im Endspiel der Champions League gegen Manchester United.

"Das ist schon lange vorher geschrieben worden"

Damals konnte er nicht mehr vom Elfmeter aus treffen, Drogba hatte wegen einer Tätlichkeit zuvor Rot gesehen (116.). Beim ersten Triumph von Chelsea in der Königsklasse wurde Drogba zum Spieler des Matches gewählt. Vielleicht bekommt er nun auch noch einen neuen Vertrag.

"Mein Ausgleich hat das Spiel geändert. Das Leben ist fantastisch. Ich glaube sehr an das Schicksal. Das ist schon lange vorher geschrieben worden. Dieses Team ist wunderbar, ich widme diesen Pokal allen Trainern und Spieler, die wir hatten", sagte Drogba nach dem vollbrachten Coup.

Schlechte Erinnerung an Afrika Cup

Beim Endspiel des Afrika Cups im Februar, das seine Elfenbeinküste gegen Sambia verlor, vergab Drogba noch einen Elfmeter. Er gab zu, dass das durchaus in seinem Hinterkopf war, als er sich auf den langen Weg zum Elfmeterpunkt begab.

"Ich hatte Selbstvertrauen, aber in meinem Kopf kreiste immer noch der Afrika Cup herum, als ich für meine Mannschaft den Pokal hätte holen können. Daher war es sehr schwierig. Petr Cech ist der beste Torwart der Welt und hat einige tolle Paraden abgeliefert. Ich wollte es für ihn und alle anderen machen. Ich wollte jeden lachen lassen und habe es geschafft."

Offene Zukunft

Ob der verwandelte Strafstoß gleichzeitig die letzte Aktion im Chelsea-Dress war, blieb an diesem Abend unbeantwortet.

"Das Wichtigste ist nicht meine Zukunft, das Wichtigste ist, was wir zusammen erreicht haben, die Art und Weise, wie die Spieler diesen Pokal erkämpft haben und wie die Fans uns unterstützt haben, selbst als wir das Gegentor kassiert hatten. So wie wir in dieser Saison in der Chamions League gespielt haben, wie wir Spiele gedreht haben und gegen Napoli und Barcelona gespielt haben, haben wir den Sieg verdient und wir sind große Champions."

Lobende Worte von di Matteo

Chelsea-Coach Roberto di Matteo, dessen Zukunft bei den Londonern trotz des größen Erfolgs der Vereinsgeschichte ungewiss ist, lobte den mittlerweile 34-jährigen Matchwinner in den höchsten Tönen. 

"Didier war immer so wichtig für diesen Klub. Es überrascht mich deshalb auch nicht, dass er das auch im Champions-League-Finale war. Sein Tor in der 88. Minute hat uns ins Spiel zurückgebracht. Und dann hat er auch noch den entscheidenden Penalty verwandelt. Ich ziehe vor ihm meinen Hut", so der in der Schweiz geborene Italiener.

Ballack schwärmt

Auch Ex-Chelsea-Akteur Michael Ballack war vom Auftritt seines ehemaligen Kollegens begeistert.

"Drogba ist eine Weltklasse-Spieler. Wir vergeben diese Bezeichnung in letzter Zeit recht schnell, aber bei ihm trifft es absolut zu", meinte der Deutsche.

Weltklasse war auch Drogbas ausgiebige Feier. Selbst eine Stunde nach Spielschluss posierte der Ivorer für die Fotografen mit dem Pokal vor dem Fan-Block der "Blues".

Verübeln konnte es ihm niemand, schließlich hat er endlich ein bedeutendes Finale gewonnen...

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