Die neue 3. Kraft – oder mehr?

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Atletico Madrid und der Vater des Erfolgs

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Real Madrid und FC Barcelona und dann lange nichts.

So sah das Kräfteverhältnis in Spanien in den letzten Jahren stets aus.

Ab und an gelang es einem Verein, die Kluft zwischen den Erzrivalen und dem Rest der Liga ein wenig zu schließen oder sogar wie der FC Villarreal 2007/08 eines der beiden Top-Teams in der Endtabelle hinter sich zu lassen.

In den letzten drei Jahren füllte der FC Valencia die Rolle des ersten Jägers aus und beendete das Jahr stets als „Best of the rest“ auf Platz drei. Der Abstand zu Barca und Real betrug dabei jedoch stets mindestens 20 Punkte.

Neuer alter Rivale

Nach den ersten neun Runden der aktuellen La-Liga-Saison hat es den Anschein, als sei diese duale Dominanz vorerst vorbei und ein neuer alter Rivale bereit für einen Dreikampf.

Mit aktuell 25 Punkten bei acht Siegen und einem Unentschieden liegt Atletico Madrid zurzeit punktegleich mit dem FCB an der Tabellenspitze.

Gelingt am Samstag, um 22 Uhr, beim FC Valencia der nächste volle Erfolg, wäre der beste Saisonstart in der Vereinsgeschichte perfekt. Der bisherige Rekord rührt aus der Saison 1995/96 – dem Jahr, das man mit dem Doublegewinn krönen konnte.

>>> FC Valencia – Atletico Madrid, heute 22 Uhr, LIVE auf LAOLA1.tv <<<

Der Vater des Erfolgs

„Die Gegner sehen uns nun mit anderen Augen“, erklärt Diego Simeone, Trainer der „Rojiblancos“ und für die meisten Vater des aktuellen Laufs.

Der 42-Jährige übernahm die Hauptstädter von Gregorio Manzano am 23. Dezember 2011 an zehnter Stelle liegend und kehrte damit zu dem Verein zurück, für den er als Spieler von 1994-1997 bzw. von 2003-2005 aufgelaufen war.

Simeone führte das nach einem enttäuschenden Copa-Aus gegen Drittligist Albacete desillusionierte Team in wenigen Monaten in der Meisterschaft auf Rang fünf und obendrein zum zweiten Europa-League-Titel nach 2010.

Simeone „kein Protagonist“

Trotz einer Serie von wettbewerbsübergreifend sage und schreibe 23 ungeschlagenen Spielen bleibt der Erfolgscoach bescheiden. „Ich sehe mich nicht als Protagonist. Das sind die Spieler. Es herrscht ein gegenseitiger Respekt untereinander, um dem gemeinsamen Weg zu folgen.“

Der Kader des aktuellen Tabellen-Zweiten lässt sich zwar mit den Star-Ensembles in Madrid und Barcelona nicht vergleichen, Simeone steht aber ein qualitativ hochwertiges Kollektiv zur Verfügung.

Um Superstar Falcao und die spanischen Teamspieler Juanfran und Adrian scharen sich erfahrene Internationale wie Godin (Uruguay), Tiago (Portugal) oder die beiden Türken Emre und Arda Turan. Für die nötige Breite sorgt zudem die gute Nachwuchsarbeit, aus der mit Oliver Torres ein 17-Jähriger aktuell hervorragt.

„Schwierig für einen Trainer“

„Das Potenzial der Truppe macht uns wettbewerbsfähiger, aber für einen Trainer ist das schwierig“, weist Simeone auch auf seine Qual der Wahl hin und gibt offen zu: „Es schmerzt mich, wenn ich Costa, Raul Garcia, Koke oder Emre draußen lassen muss.“

„El Cholo“, wie der langjährige argentinische Teamspieler seit Jugendtagen genannt wird, gilt als Kumpeltyp auf dem Platz, dem ein enges Verhältnis zu seinen Schützlingen nachgesagt wird.

„Er war der Spieler, der mir am Platz am meisten geholfen hat“, erinnert sich auch WAC-Spielmacher Jacobo im Gespräch mit LAOLA1 an die guten Eigenschaften seines ehemaligen Mitspielers bei Atletico.

Neue Sympathien

Die Trainings-Arbeit des einstigen Abräumers im Mittelfeld trägt sichtbare Früchte. „Man sieht, dass sich unter Simeone etwas entwickelt“, so Jacobo.

Eine Entwicklung, die Atletico neue Sympathien in und außerhalb von Spanien verschafft.

Allen voran, weil viele La-Liga-Fans nur danach trachten, dass es endlich wieder ein Klub mit Barca und Real aufnehmen kann.

 

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Christian Eberle

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