Der Horror-Monat des Cristiano R.

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„Er ist nicht wiederzuerkennen und in der schwächsten Form seit seinem Wechsel 2009 nach Madrid“, titelte die spanische „Marca“ in fetten Buchstaben am Wochenende.

Keine Frage, Cristiano Ronaldo hat schon bessere Zeiten erlebt. Das Kalenderjahr 2015 entpuppte sich für den erfolgsverwöhnten Portugiesen bisher mit kleinen Ausnahmen als reinster Horror.

Dabei fing es am 12. Jänner, als der 30-Jährige zum mittlerweile dritten Mal nach 2008 und 2013 zum Weltfußballer des Jahres gewählt wurde, verheißungsvoll an.

Doch bereits auf der Gala schien das Unheil seinen Lauf zu nehmen, nachdem Gerüchte über eine Trennung von Langzeit-Freundin Irina Shayk die Runde machten.

Beziehungsende nach fünf Jahren

Fünf Tage später, am 17. Jänner, bestätigte ein Sprecher des russischen Topmodels  in der „New York Post“ die Trennung des Traumpaars nach fünf Jahren.

„Irina Shayk hat die Beziehung zu Cristiano Ronaldo beendet“, so das nüchterne Statement. Zwar steuerte der Real-Star einen Tag nach dem offiziellen Ende seiner Liaison beim 3:0-Auswärtssieg gegen Getafe zwei Tore bei, es sollten dies jedoch bis dato seine letzten Treffer und Erfolgserlebnisse sein.

Schon eine Woche später, am 24. Jänner, verlor der frischgebackene Weltfußballer in Cordoba (2:1) völlig die Nerven. In der 83. Minute, beim Stand von 0:1 aus Sicht Reals, fühlte sich Ronaldo nach einer Freistoßflanke von Gegenspieler Edimar bedrängt, trat daraufhin diesem zunächst gegen das Schienbein und verpasste anschließend dem herbeigeilten Fausto Rossi einen Schlag ins Gesicht.

Fünfter Ausschluss

Die Rote Karte nahm der Ausnahmekönner mit einer gehörigen Portion Arroganz zur Kenntnis. Nach seinem bereits fünften Ausschluss in Spanien erhielt er eine Zwei-Spiele-Sperre.

Wer daraufhin gedacht hat, dass dem Weltfußballer die Zwangspause gut tun und er in alter Stärke zurückkehren würde, wurde maßlos enttäuscht.

Denn der 7. Februar erwies sich für den 118-fachen Internationalen als rabenschwarzer Tag. Beim Comeback am Feld setzte es im „derbi madrileno“ bei Atlectico Madrid ein 0:4-Debakel. Die höchste Niederlage für das „Weiße Ballett“ seit dem 0:5 gegen Barcelona im November 2010. Ronaldo agierte so wie die ganze Mannschaft unterirdisch und war 90 Minuten nicht zu sehen.

„Partygate“

Doch als wäre das nicht genug, veranstalte der Superstar am selben Abend  ein rauschendes Fest anlässlich seines 30. Geburtstags.

Fotos von der Fete mit 150 geladenen Gästen (darunter zahlreiche Teamkollegen) machten am nächsten Tag im Internet die Runde und trugen ihren Teil dazu bei, dass die Stimmung bei Real mehr als angespannt war.

Mehrere spanische Medien berichteten daraufhin sogar von einem Zerwürfnis innerhalb des Teams. Iker Casillas und Sergio Ramos (beide nicht auf der Party) forderten eine Erklärung von Ronaldo und den Partygehern.

Diese Aussprache soll stattgefunden haben, wenngleich es über den Inhalt keine Informationen gab. Sportlich kehrte zumindest Real Madrid mit einem 2:0-Sieg gegen Deportivo La Coruna am vergangen Samstag auf die Siegerstraße zurück.

207 Minuten ohne Torerfolg

Und Ronaldo?

Der spielte zwar, bereitete auch das 2:0 von  Benzema vor, ging aber selbst wieder leer aus und wartet damit schon seit 207 Minuten auf einen Torerfolg – für einen Mann seines Kalibers eine halbe Ewigkeit.

"Es fehlt ihm die Freude und Lockerheit, die ihn besonders machen. Man hätte sich mehr erwartet von einem Cristiano Ronaldo, der nach einer schweren Woche eine große Antwort geben muss“, rätselt die spanische Tageszeitung „AS“ über die aktuelle Form des Offensiv-Künstlers.

Sinnbildlich dazu steht die Performance von Real. Zwar steht der Rekordmeister nach wie vor am ersten Tabellenplatz. Die Souveränität und Dominanz, die das Team von Trainer Carlo Ancelotti vor dem Jahreswechsel ausgestrahlt hatte, ist jedoch verloren gegangen.

Gelingt gegen Schalke Turnaround?

Der Leistungsabfall sowohl spielerisch als auch physisch ist augenscheinlich. Dazu kommt auch noch Verletzungspech.

Ein Punkt beträgt nur mehr der Vorsprung in La Liga auf Erzrivale FC Barcelona, in der Copa del Rey kam gegen Atletico Madrid bereits das Aus.

Bleibt noch die Champions League. Der Gegner im Achtelfinale heißt Schalke 04. In der vergangenen Saison eliminierten die Madrilenen mit den „Königsblauen“, Bayern München und Dortmund drei deutsche Klubs.

Vielleicht schaffen die „Königlichen“ dank der „Königsklasse“ den Turnaround – auch Ronaldo, der in elf Duellen mit Klubs aus der Bundesliga starke zwölf Treffer erzielte.

Gelingt ihm ein Treffer, wäre seine persönliche Horror-Zeit beendet, steigt die Partie doch exakt einen Monat nach seinem letzten Torerfolg.

 

Martin Wechtl

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