Drei Real-Torhüter, vier Fragen

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Die Antworten zur Torhüter-Rochade bei Real Madrid

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Drei Real-Goalies, vier Fragen

Vor einem Jahr sprach man bei Real Madrid noch von einem Luxus-Problem auf der Torhüter-Position.

Mit Diego Lopez und Iker Casillas verfügten die „Königlichen“ über zwei hervorragende Optionen.

Nun sind die beiden aber scheinbar nicht mehr gut genug. Denn mit Keylor Navas holten die Madrilenen einen dritten Torhüter. Das lässt einige Fragen offen. LAOLA1 versucht diese zu beantworten:

  • WER IST NAVAS?

In der letzten Saison wurde der damalige Levante-Profi zum besten Torhüter der Liga gewählt. „Er hat uns in fast jedem Spiel zwei, drei unhaltbare Bälle rausgezogen“, bestätigt sein nunmehriger Ex-Kollege Andreas Ivanschitz diese Einschätzung. Der ÖFB-Internationale beschreibt Navas wiefolgt: „Er ist sowohl auf der Linie als auch bei hohen Bällen stark. Außerdem ist er ein toller Fußballer, hat eine unglaubliche Technik.“

Der WM-Held aus Costa Rica gilt als penibler Arbeiter. Mit unzähligen Videos bereitet er sich auf das jeweils nächste Spiel vor. Sorgfältig studiert er die Stärken und Schwächen der gegnerischen Angreifer. Zudem schöpft der 27-Jährige, der 2010 aus seiner Heimat zum spanischen Zweitligisten Albacete kam, enorm viel Kraft aus seinem Glauben. „Ich weiß, dass Gott mir keine Herausforderungen stellt, die über meinem Vermögen liegen“, geht Navas ganz ruhig an seine zukünftige Aufgabe bei Real heran.

  • WARUM NAVAS?

Real stellt den Anspruch an sich selbst, die besten Spieler der Welt unter Vertrag zu haben. Mit Navas haben die „Königlichen“ einen Weltklasse-Tormann zum Schnäppchen-Preis bekommen. Aufgrund einer Ausstiegklausel bezahlte man „nur“ zehn Millionen Euro für den 1,84 m großen Goalie. Der Mittelamerikaner wurde mit einem Sechsjahres-Vertrag ausgestattet. Es scheint also so, als würde Real mit Navas langfristig als Nummer 1 planen.

Lopez und Casillas, die sich im letzten Jahr den Platz im Kasten von Real teilten, sind mit jeweils 33 Jahren nicht mehr die Jüngsten. Zudem zeigten beide im Saison-Finish die ein oder andere Unsicherheit. Man denke nur an die Fehler von Casillas im Champions-League-Finale oder bei der WM gegen die Niederlande. Aus kaderstrategischen Gründen bot es sich für Real also an, einen neuen, jüngeren Schlussmann zu kaufen, um einen der Routiniers abzugeben. Treffen wird es dabei aller Voraussicht nach Lopez.

  • WAS PASSIERT MIT LOPEZ?

Der 1,96-m-Hühne hatte sich seinen Sommer ruhiger vorgestellt. „Diego geht nirgendwo hin. Er will bei Real Stammtorwart bleiben und wird dafür hart arbeiten“, hatte Manager Manolo García-Quilón erst unlängst verlautbaren lassen. Nach der Verpflichtung von Navas scheint für Lopez aber kein Platz mehr zu sein. Der 33-Jährige wurde deswegen schon mehrmals mit Monaco, Napoli und Chelsea in Verbindung gebracht.

Einem Transfer von Lopez steht derzeit jedoch noch eine kleine Fehde im Weg. Laut „Marca“ streitet der Ex-Villarreal-Goalie mit Real über die Auflösung seines Vertrages. Ursprünglich hätten die „Königlichen“ ihm seinen bis 2016 laufenden Kontrakt auszahlen wollen, mittlerweile würden sie ihm jedoch nur noch einen ablösefreien Transfer anbieten. Solange diese Causa nicht geklärt ist, muss Lopez auf einen Wechsel warten. Ein Abgang gilt dennoch als sehr wahrscheinlich.

  • WIE GEHT ES MIT CASILLAS WEITER?

In der letzten Saison musste sich Casillas in der Liga hinter Lopez anstellen. Am Weg zum zehnten CL-Triumph des „Weißen Balletts“ hütete der 33-Jährige aber in allen Spielen den Kasten. Auch beim Supercup am 12. Auguste gegen den FC Sevilla wird „San Iker“ wieder im Tor stehen. Das kündigte Carlo Ancelotti bereits an. „Danach werden wir weitersehen“, meinte der Italiener, der sich nicht in die Karten schauen lässt, ob er mit Casillas oder Navas als Nummer 1 in die neue Saison geht.

Mit einem Patzer im Testspiel gegen ManUnited, als er vor dem Hernandez-Treffer eine Kagawa-Flanke schlecht berechnete, lieferte der Kapitän nicht gerade ein Empfehlungsschreiben ab. Denkbar scheint die gleiche Variante wie in der letzten Saison. Dem 156-fachen Internationalen würde dann in der Liga wieder nur der Platz auf der Bank bleiben. Ob sich Casillas bis zu seinem Vertragsende 2017 mit der Rolle als Nummer 2 zufrieden gibt, ist fraglich. Nicht umsonst machen in Madrid immer wieder Abwanderungsgerüchte die Runde.

 

Jakob Faber 

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