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Meisterschafts-Entscheidung nach dem 16. Spieltag?

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„Dreizehn Punkte ist eine zu große Distanz. Wir kämpfen weiter um die Titel, aber die Meisterschaft ist nahezu unmöglich.“

Jose Mourinho schien nach dem neuerlichen Punkteverlust von Real Madrid endgültig das Handtuch geworfen zu haben.

Der portugiesische Star-Trainer eröffnete nach dem 2:2-Heimremis gegen Espanyol, dass er nicht erwartet hätte, „so viele Punkte liegen zu lassen“.

Mourinho kleinlaut

Mit drei Unentschieden und drei Niederlagen haben die „Königlichen“ in 16 Spieltagen schon so viele Partien nicht gewonnen wie zu Ende der abgelaufenen (Rekord-)Saison.

„Wir werden versuchen, die Liga so gut wie möglich zu Ende zu bringen“, übte sich „The Special One“ darum in Tiefstapelei.

Dass es sich bei Mourinhos Worten aber keineswegs um einen Kniff handelt, den Druck auf Tabellenführer FC Barcelona zu erhöhen, verdeutlichte ein Schwenk zum Rivalen in der spanischen Hauptstadt.

Simeone trotz Pleite zufrieden

„Wir schauen von Spiel zu Spiel, aber die Meisterschaft liegt nicht in unseren Händen“, verkündete Diego Simeone.

Der Argentinier zog mit Atletico Madrid nach der Derby-Niederlage auch im Duell mit dem katalanischen Leader den Kürzeren und liegt mit seinem Team als Tabellenzweiter nun auch bereits neun Punkte zurück.

Trotz des 1:4 in Barcelona fand „El Cholo“ aber lobende Worte für seine Equipe: „Mir hat das Spiel meiner Mannschaft gefallen, wir haben unsere Stärken ausgespielt, am Ende aber gegen eine Mannschaft verloren, die ihre eigene Meisterschaft abseits des Rests spielt.“

„Liga ist langweilig“

Simeone betonte die starke erste Hälfte, in der Falcao einen Stangenschuss verzeichnet und die „Rojiblancos“ wenig später sogar in Führung gebracht hatte:

„Falcao war überragend und das Team half ihm, Chancen zu kreieren. Wir hatten drei, das sind schon viele. In den zweiten 45 Minuten konnte die Mannschaft nicht mehr mit ihm mithalten."

Der FC Barcelona drehte den 0:1-Rückstand noch vor der Pause und sorgte bis Schlusspfiff mit eiskalter Chancenverwertung für ein deutliches Ergebnis. „Große Teile der Partie spielten wir gegen eine Mannschaft, die über alle zu stellen ist. Diese Liga ist langweilig", deshalb Simeones abschließendes Resümee.

Vilanova widerspricht

Beim großen Triumphator der Runde und der laufenden Meisterschaft widersprach man den Aussagen aus Madrid indessen.

„Wir spielen keine eigene Meisterschaft. Wir haben viele Spiele gewonnen, in vielen davon aber auch sehr gelitten. Deshalb glaube ich nicht, dass die Liga langweilig ist“, erklärte Tito Vilanova.

Der Barca-Coach attestierte, dass sein Team gegen Atletico „zu Beginn Schwierigkeiten hatte, Räume zu finden, was eher ein Verdienst des Gegners als unser Unvermögen war.“ Letzten Endes habe das Traumtor von Adriano dem Spiel aber die Wende gegeben.

Mit 46 Punkten aus 16 Spielen wandeln die „Blaugranes“ weiterhin auf Rekord-Pfaden. Kein anderes Team in der Geschichte von La Liga startete so gut.

Der Gewinn der Herbstmeisterschaft ist seit Sonntag fixiert, der 22. Meistertitel scheint für viele nur noch Formsache.


Christian Eberle

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