Der "Cruyff des Balkans" kehrt zurück

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Standing Ovations im Estadio Santiago Bernabeu.

Beim Stand von 3:3 gegen Schalke verlässt Sami Khedira den Platz.

Doch der Deutsche war nicht der Grund für die Jubelstürme der Madrider Fans. Vielmehr lag es an der Einwechslung von Luka Modric. Nach knapp vier Monaten Verletzungspause feierte der Kroate sein Comeback im Dress der „Königlichen“. „Die einzig gute Nachricht an diesem Abend“, meinte Trainer Carlo Ancelotti nach der 3:4-Niederlage.

Für die „Madridista“ ist seine Rückkehr so etwas wie das Sinnbild für den Weg aus der spielerischen Krise zurück zum Jubel-Fußball aus der ersten Saisonhälfte.

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 „FIFA-Virus“ schlug zu

Am 16. November des vergangenen Jahres musste Modric beim Länderspiel zwischen Kroatien und Italien vorzeitig vom Feld. Die Diagnose lautete Sehnenriss im linken Oberschenkel, mindestens drei Monate Pause. Damals war sein Klub gerade mitten in einer historischen Siegesserie.

22 Mal in Folge ging das „Weiße Ballett“ als Sieger vom Feld, gerade am Anfang wusste man auch spielerisch zu überzeugen. Die letzten sieben Siege feierte man ohne den Mittelfeldspieler, doch schon da war absehbar, dass ein elementares Puzzle-Stück im Spiel fehlt.

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Je länger die Saison fortschritt, umso mehr spürte man das Fehlen von „Lukita“. Seine Kreativität, seine Ballsicherheit und sein Spielverständnis wurden im Mittelfeld vermisst. Spieler wie Sami Khedira, Asier Illaramendi oder Neuzugang Lucas Silva konnten ihn nicht ansatzweise ersetzen. Folglich setzte es fünf Niederlagen für die „Königlichen“ seit dem Jahreswechsel.

Hohe Erwartungshaltung

Am Wochenende gegen Levante kehrte Modric wieder in die Startelf zurück, prompt leitete er beide Treffer durch schnelle Steilpässe ein. Auch sonst war er im Spiel Reals wieder allgegenwärtig, forderte die Bälle und verteilte diese auf das Sturmtrio „BBC“. „Modric hat einen erheblichen Beitrag für die Mannschaft geleistet“, schwärmte auch Carlo Ancelotti.

„Ich bin nicht der Heilsbringer, im Fußball gibt es keine Heilsbringer“, betonte der Spielmacher allerdings bereits nach dem Spiel gegen Schalke. Dennoch, für die Fans stellt er genau das dar. Nach der Krise in den letzten Wochen sahen einige bereits Schwarz für den „El Clasico“, nun gibt es wieder neue Hoffnung.

Ein weiterer Nebeneffekt des Modric-Comebacks: Gareth Bale blühte im Spiel gegen Levante mit einem Doppelpack wieder auf. „Natürlich fühlt sich Bale an der Seite von Modric auf dem Feld wohler, denn sie kennen sich noch aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Tottenham“, weiß Ancelotti.

Auch unabhängig von seinen zwei Treffern war der Waliser der auffälligste Mann am Sonntag. Sieben Schüsse, 88% Passquote sowie weitere Chancen eingeleitet, beispielsweise den Lattentreffer Cristiano Ronaldos. Seine Kritiker, die sich in den letzten Wochen zahlreich zu Wort meldeten, verstummten.

Auch Luka Modric richtet seinen Blick lieber nach vorne: „Der Clasico wird ein kompliziertes Spiel. Was wir versuchen werden, ist ein gute Partie zu machen, unsere Identität zu bewahren, ein Tor zu erzielen, wenn wir die Möglichkeit dazu besitzen und als Team zusammenzuhalten, sowohl defensiv wie auch offensiv.“

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Noch nicht bei 100%

Denn allein wird er der Mittelfeldspieler das wahrscheinlich wichtigste Spiel in diesem Jahr nicht entscheiden können. Dafür ist er noch nicht lang genug im Training: „Mir fehlt noch ein wenig die Luft, aber das ist normal. Die Partie gegen Levante tat mir gut und jetzt muss ich den Rhythmus finden.“

Wie wichtig ein fitter Modric ist, zeigt auch ein Blick auf den letzten Clasico. Jeder einzelne seiner 42 Pässe fand einen Abnehmer aus den eigenen Reihen. Das sichere Passspiel war eines der Erfolgsrezepte beim 3:1-Erfolg. Selbst wenn die Kraft am Ende, wie gegen Levante, nur für 78 Minuten reicht, die Chancen Real Madrids steigen mit dem Kroaten an.

Bei seiner Auswechslung im Camp Nou sollte er sich zwar keine Standing Ovations erwarten, Ruhe wäre aber ohnehin die größte Bestätigung seiner Leistung.

 

Julian Saxer

Kriselnder Kroos

Einen ähnlichen Effekt erhofft man sich auch bei Weltmeister Toni Kroos. Gegen Levante wurde dem Deutschen eine Pause verordnet, die auch zwingend notwendig war. Abgesehen von den Copa-Spielen gegen Drittligist Cornella kam er in jeder Partie zum Einsatz, zum Großteil über 90 Minuten.

Die Leistungen des 25-Jährigen haben im Laufe der Spielzeit nachgelassen. Es bleibt Spekulationssache, ob Kroos die Müdigkeit zu schaffen machte oder doch seinen genialen Mittelfeldpartner vermisste.

Zum Saisonbeginn überschlug sich die spanische Presse noch mit Lobesliedern. Stimmen wie „Kroos ist der beste deutsche Export seit Claudia Schiffer“ oder „Kroos ist wie eine Küchenmaschine. Er kocht alles gut“ waren an der Tagesordnung. In den letzten Wochen änderte sich das, seine Form passte sich gnadenlos der Leistung Reals an.

Zuversicht vor Schlager

Gegen den FC Barcelona wird man wieder einen Kroos in Topform brauchen. Deshalb saß er auch 90 Minuten auf der Bank. „Kroos konnte sich ausruhen. Wir wollten nicht riskieren, dass er sich eine Gelbe Karte holt und im Clásico fehlt“, spricht Ancelotti die Kartensituation an.

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