Derbi Valenciano - Levante fordert den FC Valencia

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Neun Spieltage lang blieb die UD Levante ungeschlagen.

Sieben Siege in Folge besorgten sogar die Tabellenführung - vor den Starensembles aus Madrid und Barcelona.

Zwar endete dieser Erfolgslauf mit der Niederlage bei Osasuna am vergangenen Wochenende, mit 23 Punkten liegt die Elf von Trainer Juan Ignacio Martinez aber immer noch zwei Zähler vor dem großen Stadtrivalen FC Valencia.

Zum ersten Mal seit einem halben Jahrhundert, genauer genommen seit der Saison 1963/64 sind vor dem „Derbi Valenciano“ (Samstag, 22:00 Uhr LIVE auf LAOLA1.tv) die Vorzeichen also zugunsten des kleineren Klubs aus der Mittelmeerstadt geändert.

Das „verflixte“ siebte Jahr 

Die Union Deportiva Levante gilt als Folgeverein des 1909 gegründeten FC Levante und ist somit um exakt zehn Jahre älter als der weitaus bekanntere FC Valencia.

Trotz des Vorsprungs einer ganzen Dekade standen die „Blaugranas“ (Bei Levante spricht man einen Dialekt des Katalanischen und trägt darüber hinaus dieselben Farben wie der FC Barcelona) stets im Schatten des Drittplatzierten der letztjährigen Saison in „La Liga“.

Während der im Stadion Mestalla beheimatete Klub unter anderen sechs Meistertitel und sieben Mal die Copa del Rey bejubeln durfte, erlebt Levante gerade einmal seine siebte Saison in der höchsten spanischen Spielklasse. Dabei fällt neben der bereits angesprochenen Debüt-Saison nur noch die folgende Spielzeit 1964/65 ins 20. Jahrhundert.

Im siebten Jahr scheint der Klub mit dem geringsten Budget der Liga (20 Millionen) aber endgültig in der Primera Division etabliert zu haben, wenn auch die Ziele vorerst unverändert bleiben.

Klassenerhalt als Saisonziel

„Wir befinden uns in einer Lage, die sich deutlich von der in den letzten Saisonen unterscheidet. Nichtsdestotrotz bleibt unser erklärtes Ziel der Klassenerhalt“, formuliert Kapitän Sergio Ballesteros das Vereins-Credo klar.

Auch Trainer Martinez freut sich wie die Fans über den derzeitigen Tabellenrang, sieht darin aber nur einen weiteren Schritt in die richtige Richtung.

Der 47-Jährige weiß, dass der Kader auf lange Sicht wohl nicht die Qualitätskriterien erfüllt, um bis zum Schluss ganz vorne mitzuspielen.

Dennoch ist es bemerkenswert, wie aus ausgemusterten Kickern wie Asier del Horno (Ex-Valencia, Ex-Chelsea) oder Arouna Kone (Leihgabe vom FC Sevilla) und Profis deutlich jenseits der 30 ein schlagkräftiges Team geformt wurde.

Klare Vorzeichen vor dem Derby

Diese Mannschaft muss nun beweisen, auch Rückschläge wegstecken zu können. „Wenn du ein Spiel verlierst ist es wichtig, so schnell wie möglich wieder ein positives Resultat einzufahren“, erklärt Ballesteros, verliert aber nicht den Respekt vor dem kommenden Rivalen:

„Wir gehen nicht als Favorit in ein Match, noch weniger, wenn der Gegner in der Champions League spielt. Das wäre lächerlich. Der FC Valencia hat den Kader, die nötigen Mittel und die Fans. Die Unterschiede sind brutal.“

Selbige Attribute treffen jedoch auf Rekordmeister Real Madrid ebenso zu. Und die Mourinho-Elf hatte am vierten Spieltag im Estadio Ciutat de Valencia mit 0:1 das Nachsehen.

Wieso sollte nicht auch im Kampf um die Vorherrschaft in der Stadt mit der Fledermaus als Wappenvogel der Underdog die Nase vorne haben?

>>> Levante – Valencia, Samstag, 22:00 Uhr LIVE auf LAOLA1.tv <<< 

Valencia ersatzgeschwächt

Beim FC Valencia herrscht vor dem Prestige-Duell alles andere als eitel Wonne. Zwar gewann die Elf von Trainer Unai Emery das wichtige Champions-League-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen mit 3:1, der Erfolg hatte aber einen bitteren Beigeschmack.

Mittelfeldstratege Ever Banega zog sich im Aufeinandertreffen mit der Werkself eine Verletzung des Seitenbandes zu und fällt vier bis sechs Wochen aus. Nach Sergio Canales, für den die Hinrunde nach einem Kreuzbandriss bereits beendet ist, fehlt damit ein weiterer Offensivmann.

Gerade gegen das defensivstarke Levante, das mit sieben Gegentreffern nach Barca und Real den drittbesten Wert vorweisen kann, könnte das zu einem Problem werden.

„Wir müssen behutsam in das Spiel gehen“, erklärt Valencia-Coach Unai Emery, fügt jedoch zugleich hinzu: „Wir sind besonders motiviert, weil es erstens gegen Levante geht und wir sie zweitens bei einem Sieg in der Tabelle überholen können.“

Dann wären die Dinge wieder zurechtgerückt in Valencia.


Christian Eberle

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