Barca vs. Espanyol und der Traum vom "Delapenazo"

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Joan Capdevila verteidigte gemeinsam mit Carles Puyol und Gerard Pique.

Joan Verdu und Xavi zogen im Mittelfeld die Fäden.

Und an vorderster Front suchten sowohl Sergio Garcia als auch Cristian Tello den Abschluss.

Das Testspiel der katalanischen Auswahl am vergangenen Mittwoch gegen Nigeria verkam traditionell zu einem Schaulaufen aus Akteuren des FC Barcelona und RCD Espanyol.

Neben neun Spielern der „Blaugranes“ liefen sieben der „Perequitos“ auf. 16 Mann, die sich nach dem 1:1 verabschiedeten, um sich vier Tage später unter völlig anderen Umständen wiederzusehen.

>>> FC Barcelona vs. Espanyol, Sonntag, 19 Uhr, LIVE auf LAOLA1.tv <<<

Gegeneinander statt gemeinsam

Am Sonntag werden aus den Vertretern der katalanischen Nationalmannschaft wieder Erzrivalen, aus Espanyol der Underdog und aus Barca der hoch favorisierte Tabellenführer.

„Ich glaube, dass Barca großer Favorit ist, wie gegen jeden anderen Gegner. Der Unterschied ist, dass es ein Derby ist. Das bedeutet, wie in jedem anderen Land auch, dass Espanyol ein Extra an Motivation spüren wird. Das nivelliert die Voraussetzungen ein wenig“, bringt Jonathan Soriano die Voraussetzungen im Gespräch mit LAOLA1 auf den Punkt.

Der Salzburger stand beim Länderspiel-Remis nicht nur mit Vertretern beider Teams auf dem Feld, sondern gehört jener Spezies an, die sowohl für die Blau-Granatroten als auch für die Blau-Weißen die Schuhe schnürte.

Spiel gegen den Ex-Klub

Wie Soriano kann auch eine Reihe von Espanyol-Spielern auf eine Vergangenheit beim aktuellen Leader in La Liga zurückblicken.

Victor Sanchez, Raul Baena, Sergio Garcia und Joan Verdu durchliefen die Nachwuchsakademie „La Masia“, Simao absolvierte von 1999-2001 sein erstes Auslandsengagement im Camp Nou.

Allen gemein ist der Wunsch, sich so in den Derby-Annalen zu verewigen, wie das Ivan de la Pena in der Saison 2008/09 gelungen ist.

"Wie ein Orgasmus"

Der hoch veranlagte Mittelfeldspieler führte eine qualitativ klar unterlegene Espanyol-Mannschaft mit zwei Toren zu einem 2:1-Sieg und sorgte für den ersten Dreier des Außenseiters im Camp Nou seit 27 Jahren.

"Es war wie ein Orgasmus, eine spektakuläre Nacht", erinnert sich Kapitän Cristian Alvarez, damals in seiner ersten Saison in Barcelona, in der "Mundo Deportivo".

Der Doppelpack des bei Barca gescheiterten Spielmachers gegen seinen Ex-Klub wurde im kollektiven Gedächtnis sogar mit einem eigenen Ausdruck bedacht.

"Es wäre schön, den 'Delapenazo' von vor vier Jahren zu wiederholen", tönt etwa Verdu vor der Begegnung.

Derby-Time im Abstiegskampf

Auch Stürmer Garcia kommt um einen Vergleich mit der vergangenen Sternstunde in der Heimstätte des kommenden Gegners nicht herum:

"Vielen würde es gefallen, zwei Tore wie Ivan zu erzielen. Jeder will in solchen Stadien treffen. Ob ich es mache, oder ein Mitspieler - ich wäre gleich zufrieden."

Dass man diesen Worten Glauben schenken darf, liegt an der aktuellen Tabellensituation. Wie schon zu Zeiten des "Delapenazos" steckt Espanyol im Abstiegskampf und hat jeden Punkt bitter nötig.

"Man spürte damals den Druck auf dem Platz, weil es für uns um sehr viel ging, sehr ähnlich der aktuellen Situation", so Alvarez.

Erfolgsfaktor Aguirre

Im Jahr 2009 konnte die Klasse schließlich gehalten werden. Ein Unterfangen, dem man sich angesichts der Leistungssteigerung in den letzten Spielen auch heuer wieder annähert.

"Die Lage ist natürlich sehr angespannt. Sie spielen gegen den Abstieg, aber mit dem neuen Trainer scheint es wieder bergauf zu gehen", ist für den Exil-Katalanen Soriano der Verantwortliche gefunden.

Unter dem Mexikaner Javier Aguirre, der Ende November Mauricio Pochettino ablöste, ist der im Jahr 1900 gegründete Verein noch ungeschlagen.

Wie im Bernabeu

Einem Sieg im letzten Spiel 2012 gegen Deportivo La Coruna stehen drei Unentschieden gegenüber, eines davon gegen Meister Real Madrid.

Wie bei diesem hart erkämpften und letztlich etwas glücklichen 2:2 hoffen die Spieler auch diesmal, es allen zu zeigen, die wie Soriano oder die große Mehrheit eine Espanyol-Pleite erwarten.

Oder wie Verdu abschließend festhält: "Auch im Bernabeu hat keiner auch nur einen Cent auf uns gesetzt."

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Christian Eberle

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