LAOLA1 checkt die neue La-Liga-Saison

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Muy caliente war die letzte Saison der Primera Division. Hochspannung bis zuletzt und ein echtes Endspiel um die Meisterschaft am finalen Spieltag machten La Liga im vergangenen Mai wohl zur interessantesten der großen Ligen.

Zumal mit Atletico Madrid ein Außenseiter die Dominanz des Duos FC Barcelona/Real Madrid durchbrach. Ob Erfolgstrainer Diego Simeone und die Seinen ihren Coup aus der Vorsaion wiederholen können, steht in den Sternen.

Dass die "Colchoneros" ihren Titel nicht kampflos abgeben werden und trotz namhafter Abgänge erneut ein ungangenehm zu bespielender Gegner bleiben, bewiesen sie bereits in der Supercopa gegen Real (Rückspiel Fr., 22 Uhr im LIVE-Video bei LAOLA1.tv).

Indes versuchen Barca und Real mit neuen Stars ihre alte Vormachtstellung zurückzuerobern. Einem neuerlich spannenden Dreikampf um die Krone des spanischen Fußballs steht also auch 2014/15 nichts im Wege. La Liga im LAOLA1-Check:

Atletico Madrid

Atletico musste einige namhafte Abgänge hinnehmen: Diego Costa, Filipe Luis und Thibaut Courtois gingen zu Chelsea. Auch Diego (Fenerbahce), David Villa (New York City) und Adrian (Porto) verließen Madrid. Wie schon in den vergangen Jahren wurde dieser Aderlass jedoch klug kompensiert. Mario Mandzukic, Antoine Griezmann, Youngster Angel Correa und der Mexikaner Raul Jimenez kamen für den Angriff. Ex-Benfica-Torhüter Jan Oblak und Getafes Miguel Angel Moya sollen sich um die Fußstapfen von Courtois streiten. Zudem wurde mit Koke, Godin und Co. ein Großteil des letztjährigen Erfolgsteams gehalten, darunter mit Coach Diego Simeone der wohl wichtigste Mann. Die "Rojiblancos" könnten also auch heuer wieder ganz vorne mitmischen. Die Frage, ob es zur Titelverteidigung reicht, ist ein Fall für Pro und Contra (siehe unten).

>>>Auftakt-Spiel: Vallecano vs. Atletico - Mo., 22 Uhr im LIVE-Video bei LAOLA1.tv<<<

FC Barcelona

Alles neu beim FC Barcelona! Luis Enrique ersetzte den glücklosen Tata Martino auf der Trainerbank. Der Ex-Profi kennt den Verein als ehemaliger Coach der B-Mannschaft bestens. Seine letzten Engagements bei der Roma und Celta Vigo verliefen aber bestenfalls durchschnittlich. Enrique darf mit sechs Neuzugängen arbeiten. Der Prominenteste davon kann erst Ende Oktober eingesetzt werden. Dann endet die Biss-Sperre von Luis Suarez. In der Defensive ist man mit den beiden Torhütern Claudio Bravo und Marc-Andre ter Stegen sowie den Innenverteidigern Jeremy Mathieu und Thomas Vermaelen neu aufgestellt. Dazu soll Ivan Rakitic, der letzte Saison bei Sevilla groß aufspielte, den zu Chelsea abgewanderten Cesc Fabregas mehr als nur ersetzen. Mit Alexis Sanchez musste Barca einen weiteren namhaften Abgang hinnehmen. Es wird sich zeigen, ob und wann das Projekt "Barcelona neu" Früchte trägt. Nach einer titellosen Saison stehen vor allem die altgedienten Kicker wie Xavi, Pique und Iniesta unter Druck. 

>>>Auftakt-Spiel: Barcelona vs. Elche - So., 21 Uhr im LIVE-Video bei LAOLA1.tv<<<

Real Madrid

Wieder einmal hat Real groß eingekauft. Mit James Rodriguez und Toni Kroos wurde das ohnehin schon hochkarätige Mittelfeld noch einmal verstärkt. Nicht umsonst meint Trainer Carlo Ancelotti: "Mit diesem Kader kann ich keine Stammelf haben." Gleichzeitig hat der Italiener nach dem Abgang von Alvaro Morata (Juventus) mit Karim Benzema aber nur einen echten Stürmer zur Verfügung. Dies deutet darauf hin, dass Real in Zukunft vermehrt mit einer falschen Neun (z.B. Isco oder Rodriguez) oder Ronaldo im Angriff auflaufen wird. Am grundsätzlichen 4-3-3-System dürfte sich jedoch nicht viel ändern. Im Tor macht nach dem Abgang von Diego Lopez (Milan) Costa Ricas WM-Held Keylor Navas Iker Casillas Konkurrenz. Die Real-Legende durfte aber bisher sowohl im UEFA-Supercup als auch in der Supercopa (Rückspiel am Freitag, 22:00 Uhr LIVE bei LAOLA1.tv) spielen. Die "Königlichen" haben ihren CL-Sieger-Kader der Vorsaison noch einmal verstärkt. Kann Ancelotti die Stars bei Laune halten, so ist Real wohl der größte Favorit auf den Titel.

>>>Auftakt-Spiel: Real Madrid vs. Cordoba - Mo., 20 Uhr im LIVE-Video bei LAOLA1.tv<<<

Das erneute La-Coruna-Comeback

Eibar, Cordoba und La Coruna heißen die drei Aufsteiger der neuen Spielzeit. Mit Deportivo (Video-Vorschau) kehrt ein echter Traditionsklub in die höchste Spielklasse zurück. Die Galizier wollen einen direkten Wiederabstieg, wie sie ihn vor einem Jahr hinnehmen mussten, verhindern. Die Comeback-Saison startet der Meister von 2000 gleich einmal mit einem neuen Trainer. Fernando Vazquez wurde nach dem gelungenen Aufstieg aufgrund von Transfer-Differenzen entlassen. Stattdessen schwingt nun Victor Fernandez das Zepter. Bei Porto trat der 53-Jährige 2004 erfolglos die Nachfolge von Jose Mourinho an, zuletzt war er bei KAA Gent unter Vertrag. Bekanntester Spieler seines Teams dürfte Ex-Barca-Talent Isaac Cuenca sein. Klub-Legende Juan Carlos Valeron ist dagegen nicht mehr an Bord, der 39-Jährige kickt schon seit einem Jahr bei Las Palmas.

Österreichs Beitrag zum Spektakel

Einziger ÖFB-Legionär in Spanien bleibt Levantes Andreas Ivanschitz. Der 30-jährige Burgenländer fühlt sich wohl in Valencia. "Mit Levante eine gute Rolle zu spielen, ziemlich sicher im Mittelfeld zu stehen und persönlich einen wichtigen Teil beigetragen zu haben, stellt mich sehr zufrieden", meint der ÖFB-Nationalspieler, der letzte Saison auf 29 Einsätze mit drei Toren und sieben Assists kam. Eine ähnliche Rolle sollte der Mittelfeldspieler auch heuer spielen. Sein Klub strebt in der Tabelle einen ähnlichen Platz wie in der letzten Spielzeit an, als es Rang zehn wurde. Mit Torhüter Keylor Navas, der zu Real wechselte, verlor Levante den wohl prominentesten Namen der Mannschaft.

Atleticos Meistertitel: Nur eine Eintagsfliege?

 

PRO (ein Kommentar von Christoph Kristandl):

Der neutrale Fan hat sich wohl gefreut wie ein Schnitzel, als sich Atletico in der letzten Saison aufmachte, um den dem Größenwahn verfallenen Dominatoren Contra zu geben. Eine dritte Kraft tut der Liga gut und macht die ganze Sache deutlich spannender und attraktiver. Diego Simeone muss man für seine Arbeit bewundern und auch er ist ein großer Zugewinn für den spanischen Fußball. Doch Außenseiter-Erfolge bleiben nicht ungestraft. In gewohnter Manier zogen sowohl Real als auch Barcelona die Konsequenz aus der letzten Saison und holten sich um teures Geld, das beide eigentlich gar nicht haben, frische Stars ins Boot, um eine Ausnahme der Meister-Regel zu verhindern. Atletico wird wieder eine gute Rolle spielen, aber dass Real und Barca erneut in derselben Saison dermaßen schwächeln, dass eine Überraschung möglich ist, darf stark bezweifelt werden.

CONTRA (ein Kommentar von Jakob Faber):

Diego Costa ist weg, Filipe Luis ist weg, Thibaut Courtois ist weg. Der wichtigste Mann arbeitet aber noch immer bei Atletico Madrid: Trainer Diego Simeone. Nach seinem Coup in der letzten Saison wird der Taktik-Fuchs die „Rojiblancos“ auch heuer wieder zum ernsthaften Titelkandidaten formen. Denn Real und Barca mögen am teuersten eingekauft haben, Atletico jedoch am klügsten. Die Madrilenen bewiesen schon in den vergangenen Jahren immer wieder, dass sie ihre besten Spieler nahtlos ersetzen können. Das war bei Sergio Aguero so, das war bei Radamel Falcao so und das wird auch bei Diego Costa so sein. Mit Antoine Griezmann und Mario Mandzukic hat Simeone hervorragende Angreifer bekommen, die den CL-Finalisten noch weniger ausrechenbar machen. Zudem sind in Mittelfeld und Abwehr mit Arda Turan, Koke, Gabi und Diego Godin die wichtigsten Pfeiler der Mannschaft geblieben. Einer erfolgreichen Fortsetzung von Simeones aggressivem Konter-Fußball steht also nichts im Wege. 

Das Gerangel hinter den ersten Drei

Mit den drei Titelkandidaten dürften die ersten drei Plätze fix vergeben sein. Dahinter wird aber wie jedes Jahr das gewohnte Gerangel um die weiteren Europacup-Plätze herrschen. Letzte Saison gelang Athletic Bilbao der Sprung auf Platz vier, eine Spielzeit zuvor war es Real Sociedad. Die beiden baskischen Vereine gelten gemeinsam mit Valencia und Europa-League-Sieger FC Sevilla als heißeste EC-Kandidaten. Die meisten der angesprochen Klubs mussten aber schmerzhafte Abgänge hinnehmen: Bilbao verkaufte Ander Herrera um 36 Mio. Euro zu ManUnited, während Sociedad Antoine Griezmann (Atletico) und Claudio Bravo (Barca) verlor. Auch Sevilla musste mit Ivan Rakitic (Barca) und Alberto Moreno (Liverpool) absolute Leistungsträger abgeben. Nur der FC Valencia findet dank Neo-Eigentümer Peter Lim schön langsam zu alter finanzieller Stärke zurück. Zwar wurden Jeremy Mathieu (Barca) und Juan Bernat (Bayern) verkauft, doch mit Andre Gomes (Benfica) und Shkodran Mustafi (Sampdoria) kamen zwei echte Verstärkungen. Möglicherweise ein Vorteil im Kampf um Platz vier.

 
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