Spaniens Aufsteigerphänomen

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Betis: Aufsteiger und Tabellenführer

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Real Betis Balompié mischt „La Liga“ auf.

Mit dem Klub, der in deutschsprachigen Gefilden fälschlich als Betis Sevilla bezeichnet wird, sorgt auch in der höchsten spanischen Spielklasse ein Aufsteiger für Aufsehen.

Noch besser als die Admira, die aufgrund des schlechteren Torverhältnisses hinter Red Bull Salzburg Platz zwei belegt, sieht es in der Tabelle für den Verein aus der 700.000-Einwohner-Stadt aus.

Nach fünf gespielten Runden thront Betis mit 12 Punkten von der Spitze und hat somit einen Zähler mehr als der FC Barcelona und zwei mehr als Real Madrid.

>>> La Liga LIVE: Real Betis - UD Levante, Sonntag, 16:00 Uhr <<<

Im zweiten Anlauf

Wie beim Klub aus der Südstadt regiert auch bei den Andalusiern noch die Euphorie der Aufstiegssaison.

Im Sommer 2009 aus der Primera Division verabschiedet, verpasste man den sofortigen Wiederaufstieg nur aufgrund der schlechteren Bilanz in den direkten Duellen mit Levante und Hercules Alicante.

Im vergangenen Jahr dann ließ man keine Zweifel aufkommen und fixierte mit 83 Punkten aus 42 Spielen die Rückkehr ins spanische Oberhaus.

Jubelfeier prolongiert

Der Jubel der Saisonabschluss-Feier konnte bis zur sechsten „La Liga“-Runde ausgeweitet werden.

Diego Castro vom FC Getafe besiegelte mit seinem 1:0-Siegtreffer das Ende eines beeindruckenden Laufs von vier Siegen am Stück.

Granada (1:0), Mallorca (1:0), Athletic Bilbao (3:2) und Real Saragossa (4:3) hießen die „Opfer“ der Elf von Jose „Pepe“ Mel.

Momentaufnahme?

Bei einem Blick auf diese Gegnerliste kommen allerdings schon Fragen auf, wie diese Siege und der aktuelle Tabellenplatz Betis‘ einzuschätzen sind.

Bis auf Red Bull Salzburgs kommenden Europa-Leage-Gegner Bilbao zählen die bisherigen Kontrahenten vornehmlich zur Kategorie Nachzügler. Duelle mit sogenannten „Großen“ stehen indes noch aus.

„In einer Liga mit 38 Spieltagen ist es das Normalste, dass jeder die Saison auf dem Platz beendet, der ihm zusteht“, erklärt etwa Unai Emery in der andalusischen Zeitung „El Diario de Sevilla“.

Respekt in der Liga

Mit diesem Statement will der Valencia-Coach jedoch keineswegs die Leistung des Aufsteigers schmälern, wie der Zusatz beweist: „Betis steht verdient an der Spitze, weil sie mit Selbstvertrauen auftreten und gut an sich arbeiten.“

Barcelona-Trainer Pep Guardiola erinnert seines Zeichens an das Halbfinale in der Copa del Rey des vergangenen Jahres, als man gegen den damaligen Zweitligisten nach einem 5:0 im Hinspiel beim Auftritt in Sevilla (1:3) noch gehörig zittern musste.

„Ihr Tabellenplatz ist kein Zufall“, beteuert der 40-Jährige.

Kontinuität als Schlüssel

Als einen Schlüssel des Erfolgs sehen viele die Kontinuität in der Mannschaft und das Vertrauen, dass Pepe Mel seinen verdienten Spielern schenkt.

Mit Nacho Perez, Casto Barriaga, Salva Sevilla, Benat Etxeberria, Iriney oder Jorge Molina bilden diejenigen Fußballer den Stamm, mit denen der Aufstieg gelungen ist.

Was eine – auch auf ihren Trainer – eingeschworene Elf gegen formal bessere Teams ausrichten kann, wird ja auch gerade in der heimischen Liga veranschaulicht.

Somit darf man gespannt sein, wie die „Beticos“ den ersten Rückschlag in „La Liga“ verkraftet haben.

Am Sonntag, um 16:00 Uhr, wird es die Antwort geben.

Dass mit Gegner UD Levante ein weiterer Überraschungsverein der noch jungen Saison wartet, macht die Sache nur noch interessanter.


Christian Eberle

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