Barcas Lücke im defensiven Mittelfeld

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Seydou Keita verlässt den FC Barcelona.

Der 32-Jährige folgt dem Ruf des Geldes und heuert bei Dalian Aerbin in der chinesischen Liga an.

Was für den 72-fachen Teamspieler Malis ein neues Abenteuer bedeutet, stellt den FC Barcelona vor ein Problem.

In der Sommerpause wurden die Transferziele klar definiert: Ein Linksverteidiger, um den Ausfall von Eric Abidal zu kompensieren, und ein Innenverteidiger. Für weitere Verstärkungen herrsche kein Bedarf.

Sololäufer Busquets

Nach dem Abgang von Keita steht Neo-Trainer Tito Vilanova mit Sergio Busquets derzeit allerdings nur ein echter „Sechser“ zur Verfügung; bedenkt man, dass Javier Mascherano mittlerweile als vollwertiger Abwehrspieler gesehen wird und Thiago oder Jonathan dos Santos offensivere Rollen verkörpern.

Der spanische Welt- und Europameister war bereits in der abgelaufenen Saison der Akteur mit den drittmeisten Einsätzen im blau-granatroten Trikot – insgesamt 4.066 Minuten.

Zwar zählt Busquets erst 23 Lenze, ein Backup bzw. die Option mit Doppel-Sechs zu agieren, würde dem FCB aber zweifelsohne gut zu Gesicht stehen.

Dauer-Thema Javi Martinez

Mit der Vertragsauflösung Keitas – der Mittelfeldmann besaß eine Klausel, die ihm einen hindernisfreien Ausstieg garantiert, sollte er nicht 50 Prozent aller Spiele bestreiten – gerät ein Transfer-Thema wieder in den Vordergrund, das zwischenzeitlich bereits als gescheitert galt.

Javi Martinez ist seit geraumer Zeit die erste Wahl, wenn die Vereinsverantwortlichen in Barcelona nach gewünschten Verstärkungen befragt werden.

Das Hauptproblem dabei: Der Leistungsträger von Athletic Bilbao, der sowohl im defensiven Mittelfeld als auch als Innenverteidiger eingesetzt werden kann, besitzt ein gültiges Arbeitspapier mit einer festgeschriebenen Ablösesumme von 40 Millionen Euro.

„Das ist zu viel“

„Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der so viel für mich bezahlt. Das ist zu viel. Ich denke nicht, dass ich 40 Millionen wert bin“, äußert sich Martinez durchaus kritisch gegenüber eines Transfers.

Die Katalanen haben angeblich Bereitschaft signalisiert, 30 Millionen in die Hand zu nehmen und obendrein einen Spieler im Tausch anzubieten. Mit dem in Irun geborenen Ersatzkeeper Oier Olazabal stünde sogar eine dem „baskischen Reinheitsgebot“ entsprechende Option bereit.

Von Seiten des Europa-League-Finalisten wiegelt man jedoch ab. „Wir sind kein Verkaufsverein. Als erstes muss der Spieler entscheiden, dass er gehen will und dann muss ein Klub kommen und die Ausstiegsklausel bezahlen“, erklärt Bilbao-Präsident Josu Urrutia trocken.

Dass sich neben Barca mit dem FC Bayern noch ein zweiter Top-Klub um die Dienste des 23-Jährigen Multi-Talents bemüht, macht die Sache nicht unbedingt einfacher.

Ein Franzose als Alternative

Sollte die Verpflichtung des Welt- und Europameisters scheitern, offerieren die spanischen Medien bereits einige Alternativen.

Neben dem französischen Trio Etienne Capoue (Toulouse), Yann M’Vila (Rennes) und Yohan Cabaye (Newcastle) gilt Bruno Soriano von Absteiger Villarreal als probabelste Lösung.

Ansonsten bleibt immer noch die Möglichkeit, aus der eigenen Jugend zu schöpfen, wo Sergi Roberto die „Pole-Position“ für einen Aufstieg in die erste Mannschaft eingeräumt wird.

Ein Anforderungsprofil sollte gemäß „El Mundo Deportivo“  jedoch auf jeden Fall erfüllt werden: Die Größe. Mit Abidal (1,86-m) und Keita (1,83-m) sind zwei der wenigen Spieler weg, die für ein wenig Schlagkraft in Luft-Duellen sorgten.

Jordi Albas 1,70-m sind dafür keine große Hilfe. Martinez‘ 1,90-m wären das schon.


Christian Eberle

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