Real Madrid verpflichtet Asier Illarramendi

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Vor einigen Monaten war der Name Illarramendi dem gemeinen Fußball-Fan kaum ein Begriff.

Geschweige denn konnte er richtig ausgesprochen werden. In Zukunft wird sich das aber ändern.

Denn besagter Mittelfeldspieler, mit vollem Namen Asier Illarramendi Andonegi, läuft in den kommenden sechs Jahren für Real Madrid auf.

Nach gescheiterten Verhandlungen zwischen Real Sociedad und dem spanischen Rekordmeister entschied sich letzterer, die festgeschriebene Ablösesumme für den 23-Jährigen zu bezahlen.

Damit müssen die "Königlichen" inklusive Steuern knapp 39 Millionen Euro auf den Tisch legen. Viel Geld für einen Youngster, der noch kein einziges A-Länderspiel in den Beinen hat.

Star in "La Rojita"

Eine Kategorie tiefer, in der U21, hat sich der gebürtige Baske allerdings - richtig - einen Namen gemacht.

Bei der Europameisterschaft in diesem Sommer in Israel zählte Illarra, wie auf dem Rücken geschrieben steht, zu den absoluten Leistungsträgern des späteren Champions. Neben "Bald-Bayer" Thiago und seinem nunmehrigen Teamkollegen Isco.

In Madrid unterschreibt der Defensiv-Abräumer mit ausgefeilter Technik einen Vertrag bis 2019 und soll knapp 2,5 Millionen Euro jährlich verdienen.

Der Blondschopf ist als Nachfolger für Xabi Alonso vorgesehen. Der Welt- und Europameister stammt pikanterweise ebenso aus der Talenteschmiede in San Sebastian.

Tränen zum Abschied

Dass es nicht leicht ist, den Klub seiner Jugend zu verlassen, beweist Illarramendi auf der Pressekonferenz, die er mehrmals den Emotionen geschuldet unterbrechen muss.

"Ich habe lange mit meiner Familie darüber nachgedacht und wir sind zum Entschluss gekommen, dass dies eine einzigartige Möglichkeit für mich darstellt, die ich mir nicht entgehen lassen kann", erklärt der Neo-Madrilene, der in der letzten Saison 32 Spiele für den Vierten in La Liga bestritten hat.

"Es war keineswegs einfach. Ich habe hier elf, zwölf Jahre verbracht, wofür ich mich bei Real Sociedad sehr bedanken möchte. Ich habe immer gesagt, dass ich die Farben des Vereins spüre. Ich bin 'Realista' und werde es immer sein."

Transfer ohne Verhandlungen

Während dem Jungstar Tränen die Augen schließen, übernimmt Vereins-Präsident Jokin Aperribay die Initiative und erklärt die Modalitäten des Transfers.

"Als wir erfuhren, dass Real Interesse zeigt, haben wir sie gebeten, nicht aktiv zu werden, da uns eine sehr wichtige Saison bevorsteht. Beim Treffen am Samstag haben wir deutlich gesagt, dass wir nicht verhandeln werden."

Dem Klub-Boss des Champions-League-Quali-Teilnehmers waren allerdings die Hände gebunden, da "uns ein Anruf der Liga erreicht hat, dass Real die Klausel plus Steuern auf einen Schlag bezahlen wird."

Das Leid eines Ausbildungsvereins

39 Millionen allein machen Aperribay allerdings nicht glücklich: "Wir hätten einen Verbleib von Asier bevorzugt, nicht das Geld."

Während ein gewisser Frust über die Vorgehensweise des Ligarivalen herauszuhören ist, tritt er gegen den Scheidenden nicht nach, ganz im Gegenteil: "Wir bedanken uns für Asiers Einsatz in den letzten Jahren und wünschen ihm nur das Beste."

Für den Unternehmer gelte es nun, zu akzeptieren, "dass Züge auch aus Anoeta (Stadion Real Sociedads, Anm.) abreisen."

Eine Metapher, die schon bei Xabi Alonso vor neun Jahren zutreffend war und auch noch in Zukunft strapaziert werden wird.

Mit Inigo Martinez und vier weiteren Jung-Nationalspielern hat "La Real" schließlich noch weitere heiße Eisen zu verteidigen.

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