Wessen Titelhunger ist größer?

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Barca vs. Bilbao: Wer hat größeren Titelhunger?

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Es ist die letzte große Titelentscheidung im europäischen Fußball.

Während sich die Spieler anderswo von ihren Vereinen in den Urlaub respektive zu den Nationalmannschaften verabschiedet haben, steht in Spanien das Pokal-Finale an.

Der FC Barcelona trifft im Estadio Vicente Calderon auf Athletic Bilbao. LAOLA1 überträgt ab 21:30 Uhr LIVE.

Das Duell erreicht nicht nur aufgrund seiner politischen Brisanz einen besonderen Stellenwert, auch eine Personalie macht aus dem entscheidenden Spiel der Copa del Reymehr als ein Finale“.

Pep Guardiola wird in Madrid das vorerst letzte Mal auf der Bank der Katalanen Platz nehmen, ehe er sich die angekündigte Auszeit nimmt und das Zepter an Co-Trainer Tito Vilanova übergibt.

Kreis schließt sich

13 Titel sammelte der 41-Jährige mit seinen „Blaugranes“, den ersten davon vor nahezu genau drei Jahren, am 13. Mai 2009, in eben diesem Bewerb.

Der Gegner, der damals mit 1:4 in Valencia den Kürzeren zog, hieß Bilbao. „Es wäre schön, wenn sich dieser Kreis mit einem Sieg schließen könnte“, hofft Johan Cruyff, taktischer „Ziehvater“ Guardiolas in einem Interview mit der spanischen Zeitung „El Periodico“.

Ein Kreis, der zudem drei Meistertitel, zwei Triumphe in der Champions League, drei spanische und zwei europäische Supercups sowie zwei FIFA-Klub-Weltmeisterschaften beinhaltet.

Kein Hunger mehr?

Angesprochen auf diese Erfolgsbilanz konstatiert der Trainer eine gewisse Sattheit bei seinen Spielern, der aufseiten des Gegners eine Durststrecke von 28 Jahren gegenübersteht. „Das ist sicher ein Vorteil für Bilbao, ohne Zweifel.“

Dem folgend kann sich der katalanische Übungsleiter zumindest auf einen seiner Schützlinge verlassen – Andres Iniesta.

Der Welt- und Europameister hat zwar bereits nahezu alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, im Finale vor drei Jahren fehlte er allerdings verletzungsbedingt.

"Die Copa ist ein spezieller Reiz für mich, da ich sie noch nicht aktiv auf dem Platz gewonnen habe. Hoffentlich ist es nun soweit. Es wäre schön, sich auf diese Weise von der Saison zu verabschieden."

Bilbao glaubt daran

Mit diesem Wunsch steht der Mittelfeld-Akteur erwartungsgemäß nicht allein da. Bilbao-Verteidiger Andoni Iraola sieht „Freitag als perfekten Tag, um der Titellosigkeit ein Ende zu setzen.“

Dafür sei aber „eine Höchstleistung“ gefordert. „Wir wissen, was uns erwartet. Um zu gewinnen, müssen wir Fußball spielen und es uns verdienen.“

"Wir treten gegen eine bessere Mannschaft an, aber die bessere Mannschaft muss nicht immer gewinnen. Wir müssen optimistisch sein und uns bewusst sein, dass wir nichts zu verlieren haben“, ergänzt Torjäger Fernando Llorente.

Zweites Finale innerhalb von zwei Wochen

Für den baskischen Traditionsklub bedeutet das Spiel in Madrid die zweite Chance auf eine Trophäe nach dem verlorenen Endspiel in der Europa League.

„Dieses Finale hat nichts mit dem gegen Atletico zu tun. Es sind zwei verschiedene Rivalen. Wir sind mental bereit“, widerlegt Iraola die These, seine Kollegen und er seien noch angeschlagen.

Coach Marcelo Bielsa stimmt seinem Co-Kapitän zu: „Ein Finale zu verlieren ist immer enttäuschend. In kürzester Zeit gleich wieder eines zu bestreiten, ist allerdings eine gute Gelegenheit, das wieder auszubessern.“

Der Titelgewinn im Stadion der Mannschaft, die den Traum vom Europapokal-Triumph platzen ließ - der Fußball wäre um eine Geschichte reicher.


Christian Eberle

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