Lionel Messi - 169 Zentimeter Genialität

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Sein Spitzname ist "La Pulga", der Floh.

Er misst gerade einmal 1,69 Meter und wirkt neben einem Modellathleten wie Cristiano Ronaldo fast wie ein Schülerliga-Kicker.

Trotzdem ist Lionel Messi nach seiner neuerlichen Kür zum Weltfußballer des Jahres ein Großer unter den Fußball-Stars, und das trotz seiner erst 24 Jahre.

Dass sich der stets zurückhaltende Edeltechniker aus Rosario seit Montag zum dritten Mal mit dieser Auszeichnung schmücken kann, hat er in erster Linie seinen Verdiensten für den FC Barcelona zu verdanken.

Kind des FC Barcelona

Messi verkörpert das Spiel des überragenden spanischen Meisters wie kein Zweiter - schnell, unberechenbar, spektakulär und voller Torgefahr. Messi ist Argentinier, fußballerisch jedoch ein Kind der "Blaugrana".

Dass sich die Zaubermaus ausgerechnet im rot-blauen Trikot zum besten Kicker der Welt entwickelt hat, darf sich in erster Linie ein Mann namens Carles Rexach auf seine Fahnen heften.

Rexach war jener Barca-Nachwuchstrainer, der den kleinwüchsigen, 13-jährigen Knirps nach einem Probetraining vom Fleck weg einen "Vertrag" unterschreiben ließ - symbolisch auf der Rückseite einer Serviette.

Seit diesem Tag ist Messi im Camp Nou zu Hause, sein aktueller Vertrag läuft bis 2016, zu haben wäre er nur für eine Ablösesumme von 250 Mio. Euro. In den Allerwertesten beißen muss sich hingegen Messis Ex-Club Newell's Old Boys.

Investitionen zahlen sich aus

900 Dollar pro Monat haben den Ausschlag über Messis Zukunft gegeben.

Vater Jorge konnte sich in Zeiten einer großen Wirtschaftskrise in Argentinien die medizinischen Behandlungen für die hormonell bedingten Wachstumsstörungen seines Sohnes nicht leisten und suchte einen Verein, der Lionel aufnehmen und dafür gleichzeitig die notwendigen Zahlungen übernehmen wollte.

Den Old Boys aus Messis Heimatstadt Rosario war dies jedoch zu viel, dem Traditionsclub River Plate aus Buenos Aires ebenfalls.

Der stille Anführer

Deshalb suchte die sechsköpfige Familie ihr Glück auf der anderen Seite des Atlantik. Barcelona schlug sofort zu und nahm den nur 1,40 Meter großen "Gaucho" auf der Stelle unter Vertrag.

Die Arztkosten für den jungen Messi haben die Katalanen mittlerweile wieder vielfach hereingespielt. In Barcelonas Nachwuchsschmiede "La Masia" machte er sich trotz schmächtiger Statur schnell einen Namen.

"Er war ein stiller Anführer, der niemals die Stimme erhob", sagte sein ehemaliger Jugendtrainer.

Steckbrief:

Lionel Andres Messi (ARG/24 Jahre):
Nationalität: Argentinien
Geboren: 24. Juni 1987 in Rosario (ARG)
Größe/Gewicht: 1,69 m/67 kg
Verein: FC Barcelona (seit 2000)
Position: Stürmer

Länderspiele/-Tore: 66/19
A-Team-Debüt: 17.8.2005 Ungarn - Argentinien (1:2)
Erstes Teamtor: 1.3.2006 Kroatien - Argentinien (3:2)
Leistungsbilanz im A-Team: WM-Viertelfinale 2006, Endspiel Copa
America 2007, WM-Viertelfinale 2010
Nachwuchsteams: Olympiasieger und bester Spieler des Turniers 2008,
U20-Weltmeister, bester Spieler und bester Torschütze 2005 (6 Tore in
7 Spielen)

Erfolge auf Vereinsebene mit dem FC Barcelona:
3 x europäische Champions League (2006,2009,2011)
5 x spanischer Meister (2005,2006,2009,2010,2011)
1 x spanischer Cup (2009)
5 x spanischer Supercup (2005,2006,2009,2010,2011)
2 x europäischer Supercup (2009,2011)
2 x Club-Weltmeister (2009,2011)

Persönliche Erfolge:
Weltfußballer des Jahres 2009,2010,2011
Europas Fußballer des Jahres 2009,2010,2011 (Ballon d'Or)
Messi erzielte in jedem Clubbewerbs-Finalspiel (Club-WM, Champions
League, Cup, Supercup, europäischer Supercup) zumindest ein Tor. Für
Barcelona traf er in Pflichtspielen bisher 210-mal und liegt damit
noch 25 Tore hinter dem Rekordhalter Cesar Rodriguez.

Debüt mit 17 Jahren

Bei Barca debütierte Messi am 16. Oktober 2004 im Derby gegen Espanyol, am 1. Mai 2005 avancierte er mit einem Treffer gegen Albacete mit damals 17 Jahren, 10 Monaten und 7 Tagen zum jüngsten Liga-Torschützen der Klub-Geschichte. Diesen Rekord hat ihm Bojan Krkic inzwischen abgejagt.

Mittlerweile hält er bei 210 Pflichtspiel-Toren für die Katalanen, mit denen er bereits 18 Titel holte, und ist damit nur noch 25 Treffer von Rekordhalter Cesar Rodriguez entfernt.

Seine ersten großen Auftritte auf der internationalen Bühne hatte der Dribblanski mit Zug zum Tor 2005 bei der U20-WM in den Niederlanden, bei der er Argentinien als bester Spieler und Torschützenkönig zum Titel führte.

Durchbruch 2006

Den absoluten Durchbruch schaffte der von seinen Mitspielern "Leo" gerufene Messi in der Saison 2005/06, in der Barcelona auch die Champions League gewann.

Im damaligen Finale gegen Arsenal hatte Messi jedoch verletzungsbedingt zuschauen müssen.

In den Jahren 2007 und 2008 belegte er dann bei der Wahl zum FIFA-Fußballer des Jahres noch jeweils Rang zwei, ehe er nun zum dritten Mal in Folge triumphierte - dieses Kunststück gelang vor ihm noch keinem Kicker.

"Der Beste ist Barca"

Messi, der von Diego Maradona trotz fehlender charakterlicher Parallelen als legitimer Nachfolger gesehen wird, gilt als pflegeleichter Spieler.

Er stellt den Erfolg der Mannschaft stets über den eigenen. "Ich bin dieselbe Person, die ich immer war. Ich habe nur Glück, in einem großartigen Team zu spielen", wurde der 24-Jährige, der in Interviews stets mit leiser, ruhiger Stimme spricht, auch dieser Tage nicht müde zu betonen. "Ich fühle mich nicht wie der Beste, der Beste ist Barca."

Nationalteam als Makel

Während Messi beim FC Barcelona regelmäßig für Glanzlichter sorgt, blieb ihm der ganz große Erfolg mit dem argentinischen Nationalteam noch versagt.

Zwar führte er die "Gauchos" nicht nur zum U20-WM-Titel 2005, sondern auch zum Olympiasieg 2008, bei seinen beiden WM-Teilnahmen 2006 und 2010 war jedoch jeweils im Viertelfinale Endstation.

Zudem kam im vergangenen Sommer bei der Copa America im eigenen Land ebenfalls in der Runde der letzten Acht das Aus.

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